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22. Januar 2010
Sozialstation ermöglicht, Examen zu machen
Erstmals werden Krankenpflegerinnen ausgebildet / Drei Jahre Blockunterricht in verschiedensten Fächern
RHEINFELDEN. Berechnungen haben ergeben, dass in Baden-Württemberg von 2010 an etwa 4000 Pflegekräfte im Altenhilfebereich fehlen werden. Vor diesem Hintergrund hat die Kirchliche Sozialstation einen neuen Weg eingeschlagen: Zum ersten Mal bildet die Einrichtung eine nicht examinierte Mitarbeiterin zur examinierten Altenpflegerin aus.
Mit dem Einstieg in die Ausbildung von Hilfskräften, die schon in der Pflege mitarbeiten, soll "ein drohender Versorgungsengpass vermieden werden, und wir versprechen uns neuen Pflegenachwuchs, der uns auch erhalten bleibt", betont Inge Thoma, Leiterin der Rheinfelder Sozialstation. Besonders freut sie sich, dass der Außeneinsatz im stationären Bereich in Kooperation mit dem Bürgerheim erfolgt.
Da die Rahmenbedingungen bei der Sozialstation als Ausbildungsstätte gegeben waren und sie schon immer "gerne Schüler ausbilden wollte", hat Inge Thoma das Thema intern zur Sprache gebracht. Das Angebot sei auf großes Interesse gestoßen, auch bei der 28-jährigen Leonie Stabla. Weil ihr Beruf als Kosmetikerin sie nicht erfüllt habe, kam sie im Mai 2009 als Pflegehilfskraft zur Sozialstation. Die Arbeit mit den Menschen und das "schöne Miteinander im Team" würden ihr so gefallen, dass sie sich spontan für die Ausbildung entschlossen habe. Diese begann im September 2009. Drei Jahre lang drückt sie nun neben dem Berufsalltag vor Ort im Rahmen eines Blockunterrichts bei der Altenpflegeschule Schopfheim noch einmal die Schulbank.
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Die Azubis werden von einer Pflegefachkraft mit Zusatzqualifikation zur Mentorin/ Praxisanleiterin betreut. Diese soll darauf achten, dass die Lernziele erfüllt werden, angefangen bei der ambulanten Pflege im häuslichen Umfeld bis zum kaufmännischen Handwerkszeug wie Pflegeplanung oder Dokumentation des Pflegprozesses am Computer. Rechtsfragen, Politik oder Religion stehen ebenso auf dem Stundenplan wie, je nach Lehrjahr, die Fähigkeit, die körperliche, psychische und soziale Situation der Pflegbedürftigen zu beobachten und diese Ergebnisse auch zu übermitteln, Mitwirken beim Vorbereiten, Durchführen und Nachbereiten von Maßnahmen der Grundpflege einschließlich prophylaktischer Maßnahmen nach Anleitung, Anwenden von Arbeitsmitteln und medizinischen Geräten, Kennen lernen der ärztlichen Diagnostik und Therapie, Einhaltung spezieller Hygienevorschriften sowie die Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden. Aber auch Gesprächsinhalte erfassen, zuzuhören, Botschaften sensibel aufzunehmen und angemessen reagieren gehören zu den Inhalten und nicht zuletzt die Aktivierung der alten Menschen. Das, so Inge Thoma "passt zu unserer Devise Fähigkeiten erhalten und fördern."
Autor: Claudia Gempp
