Spontacts hilft bei der Vernetzung

Martina Proprenter

Von Martina Proprenter

Do, 21. März 2013

Rheinfelden

Eine Schweizer Freizeitgemeinschaft will auch in Deutschland Fuß fassen und hat jetzt auch eine Webseite online.

RHEINFELDEN. Neu in der Stadt oder einfach auf der Suche nach neuen Freunden und Bekannten? Die Schweizer Freizeitgemeinschaft "Spontacts" hilft seit 2011 dabei, sich mit Fremden zu vernetzen. Ob zum Kinobesuch, Kaffeetrinken oder Reisen: 10 000 Aktivitäten von 20 000 Nutzern wurden bereits erstellt. Seit Anfang März gibt es Spontacts auch in Deutschland, die Gründer hoffen auf viele Interessierte im Dreiländereck. Seit kurzem ist neben der App auch eine Webseite online. Zum ersten großen Event der Umgebung kamen elf Personen.

Mobiler Freizeitplaner
2011 startete "Spontacts", die Freizeitgemeinschaft, die "spontane Aktion" verspricht, in der Schweiz. Entwickelt wurde sie von Christoph Seitz gemeinsam mit seinen Jugendfreunden Daniel Kästli und Florian Specker. Aufgebaut haben die drei ihr Start-up-Unternehmen mit Eigenkapital, im August 2012 kaufte Scout24 die Technologie und Marke der Freizeitgemeinschaft, die Gründer sind aber weiterhin als Berater tätig. Spontacts ist für Nutzer kostenlos, soll es auch in Zukunft bleiben, finanziert wird es mit Exklusivsponsoring, etwa durch Anzeigen von besonderen Angeboten, an denen die Nutzer verbilligt teilnehmen können.

Finde Mitmacher
Bis vor kurzem konnten sich nur Smartphonenutzer miteinander vernetzten, nun ist die Internetseite online und kann, ähnlich wie Facebook, von jedem mit Internetzugang genutzt werden. Im eigenen Profil werden neben Alter, Wohnort und Geschlecht auch Interessen angegeben, anhand derer passende Aktivitäten angezeigt werden (Push Nachrichten), über den internen Chat können Nutzer Einzelheiten vereinbaren. Im Umkreis von 30 Kilometern rufen Nutzer aktuell zu 52 Veranstaltungen auf: Andrea S. will Kaffee trinken oder lunchen, Natalie S. mit einem Pfeil auf eine Landkarte werfen und dort Urlaub machen.

Citymanager helfen vernetzen
95 Prozent der bisher etwa 10 000 Aktivitäten werden laut Seitz von Nutzern selbst eingestellt, die restlichen von Citymanagern, die nahe ihrem Wohnort Treffen organisieren, diese begleiten und für Fragen und Wünsche als reale Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Im Raum Basel, zu dem Seitz auch Rheinfelden zählt, ist Studentin Sarah Walleser aus Herten zuständig. Am Wochenende hatte sie zur Brauereibesichtigung ins Feldschlösschen geladen. Elf Personen, überwiegend Männer, waren gekommen. "Die Berührungsängste waren minimal, weil die Nutzer schon vorab über die App und Internetseite in Kontakt gekommen sind", so Walleser. Für den Frühling plant sie mehr interaktive Angebote: "Da das Wetter schöner wird, motivieren sich mehr rauszugehen."

Sicherheit im Vordergrund
Falsche Angaben im Internet zu Person, Alter und Geschlecht können leicht gemacht werden. Für Nutzer von Spontacts haben die Gründer daher einen Leitfaden für erste Treffen entwickelt: Einen öffentlichen Ort wählen, keine privaten Daten wie Telefonnummer oder E-Mail-Adresse rausgeben. "Sicherheit hat für Spontacts oberste Priorität", erklärt Seitz. Bei einem unguten Gefühl sollten Nutzer den Support benachrichtigen. "Bisher hatten wir aber nur sehr wenige Probleme, im Verdachtsfall haben wir einzelne Nutzer gesperrt", so Seitz. Die meisten der etwa 20 000 Schweizer Nutzer würden laut Seitz das Netzwerk nutzen, wenn sie neu in eine Stadt gezogen sind und noch wenig reale Kontakte haben. Die Themen bestimmen aber die Nutzer, solange sie den moralischen Geschäftsbedingungen nicht widersprechen: Erotische, personenverachtende oder reine Werbeinhalte sind verboten, sonst ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Spontacts kann als App für iPhone und Android geladen oder über http://www.spontacts.com genutzt werden.