Ein Dorf macht Karriere

STREIFLICHT: Alle kennen Adelhausen

Ingrid Böhm-Jacob

Von Ingrid Böhm-Jacob

Di, 13. Januar 2015

Rheinfelden

Immer wieder beklagen Kommunalpolitiker im Südwesten, dass die Grenzecke zur Schweiz innerhalb von Baden-Württemberg und von der Stuttgarter Warte aus noch als Terra incognita gilt. Deshalb wird auch bekanntlich keine Gelegenheit ausgelassen, um in der Landeshauptstadt für Rheinfelden als zweitgrößter Stadt im Landkreis Lörrach entsprechend der regionalen Bedeutung die Werbetrommel zu rühren. Jede Programmförderung, die an den Hochrhein fließt, darf als besonderer Erfolg verbucht werden und als Bestätigung, dass Rheinfelden zwar weit weg vom Schuss liegt, aber nicht auf verlorenem Posten steht. Und nun dies. Ausgerechnet dem so kleinen Ortsteil Adelhausen gelingt es, in der Presse problemlos einen landesweit beachteten Aufmerksamkeitswert für den Dinkelberg im wahrsten Sinn des Wortes zu erringen.

Dem David unter den Goliaths des Bundesligasports widmet die Stuttgarter Zeitung ein großformatiges Porträt in ihrer Wochenendausgabe. Dabei zieht der TuS mit seinem herausragenden sportlichen Format alle Augen und viel Sympathie auf sich. Seit dem Wochenende wissen aber alle trotzdem, dass das ganze Daumendrücken, nicht einmal das von TuS-Fan und Bundestagsabgeordnetem Armin Schuster (CDU), der im Sportstiftungsrat Südbaden wirkt, den Mattenerfolg für die Deutsche Meisterschaft brachte. Dennoch: Adelhausen und der TuS machen als Ausnahmeerscheinung einen Karrieresprung.

Durch die überregionale Promotion ist jedenfalls damit zu rechnen, dass bald Neugierige aus dem ganzen Ländle sehen wollen, wie ein Verein auf dem Dorfe es schafft, den Bundesligasport an der Spitze aufzumischen. Den Tourismusmachern der Stadt kann es nur recht sein, wenn der Dinkelberg durch den TuS Adelhausen Besucher anlockt. Da wird nicht nur die Halle voll, sondern auch die eine oder andere Wirtschaft mit profitieren. Das Navi zeigt allen, die noch nicht wissen, wo Adelhausen nun liegt, bestimmt den Weg.