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16. November 2011
Tagespflege erfährt viel Solidarität
Hohe Auslastung, viel ehrenamtliches Engagement, großer Wohlfühlfaktor: Caritas ist zufrieden .
RHEINFELDEN. So ist es eben, wenn ein Haus für Gäste besonders einladend ist: Alle wollen hin, es ist meistens ausgebucht. Zwar sind es nicht wirklich Ferien, zu denen die Menschen sich in die Tagespflege der Caritas begeben, aber ein bisschen fühlen sie sich dort schon so. "Wenn es so weitergeht, ist es bald zu klein", erzählte Rolf Steinegger, Vorsitzender des Caritas-Verbands Hochrhein, dem Sozialausschuss bei dessen Besuch am Montag von der Erfolgsgeschichte der vor einem halben Jahr bezogenen Einrichtung.
Als letzte geförderte Tagespflegeeinrichtung in Baden-Württemberg ist das Haus hinter der Caritas-Sozialstation an der Müßmattstraße an den Start gegangen. Zwölf Gäste waren am ersten Tag schon eingecheckt, für nur fünf mehr ist in dem schmucken Neubau überhaupt Platz. 12,65 Euro plus Fahrgeld kostet der Tag inklusive Halbpension und Snacks – das St. Josefshaus liefert das gelobte Essen – und Transfer morgens und abends von und nach Hause für Menschen, die in einer der drei Pflegestufen eingestuft sind.
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Mit den Nachbarn können Thoma & Co. gut. Zweimal monatlich schauen Kinder aus dem Kindergarten St. Anna vorbei, Bewohner der Sozialstation bieten ihre Hilfe an. "Super gut in Rheinfelden ist die Unterstützung", hob Steinegger die große Solidarität hervor. Seien es Wohnbau, Bürgerstiftung oder Einzelspender: Der Tagespflege werde bei der Finanzierung geholfen wo es geht. Zwölf Ehrenamtliche sind engagiert, hauptsächlich im Fahrdienst. Im September leisteten diese 160 Arbeitsstunden, im Oktober 179. Finanziell geht die Rechnung gerade auf, wenn sie voll ausgelastet ist.
Die Einrichtung bekommt auf diese Weise zurückgezahlt, was sie selbst an Wohlfühlfaktor bietet. Oberbürgermeister Eberhard Niethammer war angetan: "Es ist angenehm, hier zu sein, hier fühlt man sich wohl. Wir sind froh, es noch so geschafft zu haben." Beim Rundgang überzeugten sich die Ausschussmitglieder von der guten Ausstattung und Atmosphäre. Steinegger berichtete von vielen positiven Reaktionen von Besuchern, "vor allem die Küche lässt bei allen Frauen die Herzen höher schlagen".
Als Thoma im Mai über die Terrasse in die schon seit 35 Jahren bestehende Tagespflege wechselte, folgte ihr Daniela Selz als Pflegedienstleiterin der Sozialstation nach. 93 071 Hausbesuche zählte Steinegger fürs Jahr 2010 auf, 23 739 Mahlzeiten bei Essen auf Rädern. 30 Vollzeitstellen gibt es im Haus, das eine schwarze Null geschrieben und einige Rücklagen für Aus-/Fortbildung und einiges mehr gebildet hat. 2011 soll das Ergebnis wieder positiv ausfallen. Mit Schwörstadt rechnet Steinegger künftig als neuen Unterstützer. Die Gemeinde zahlt bisher keinen Anteil. Rheinfelden steuert bis zu 45 000 Euro jährlich bei. Sorgen bereitet Steinegger die personelle Perspektive. "Wir könnten zwei, drei Schwestern mehr einstellen." Die Bewerbungen reichten gerade so aus, um die Versorgung zu decken.
Autor: Peter Gerigk
