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23. Mai 2009

Unternehmen stehen zur Familienfreundlichkeit

Lokales Bündnis für Familien in Rheinfelden diskutiert über Entwicklungen in den Firmen und den Kommunen

  1. Antoine Meijlink (Mitte) von Evonik spricht über den familienfreundlichen Standpunkt seiner Firma. Foto: Nicole Mai

RHEINFELDEN. Immer mehr wächst die Erkenntnis, dass für eine gut funktionierende Wirtschaft auch der Faktor Familie eine große Rolle spielt. Daher setzt sich das "lokale Bündnis für Familien in Rheinfelden", zu dem neben der Kommune das Familienzentrum und viele Unternehmen Rheinfeldens in ihrer Funktion als Arbeitgeber gehören, für eine familienverträgliche Unternehmenspolitik mit konkreten Angeboten wie Teilzeitarbeit und Kinderbetreuung ein. Am internationalen Tag der Familie trafen sich kürzlich einige Vertreter des Bündnisses im Rathaus, um über eigene Entwicklungen aufzuklären.

Die Sprecher der anwesenden Unternehmen, so André Saliger von der mhplus, Michael Harris von Umicore, Antoine Meijlink von Evonik und Beate Pfriender-Muck vom St. Josefshaus Herten, erzählten, was sich bei ihnen in Sachen Familienfreundlichkeit schon entwickelt hat. Moderiert wurde die Gesprächsrunde von Immo Leisinger von der IHK. Brigitte Rüedin, Vize-Amman der Stadt Rheinfelden CH, berichtete, in Rheinfelden/Schweiz sei die Situation noch nicht ganz zufriedenstellend, entwickle sich aber in eine gute Richtung. Sabine Josef von der Agentur 01, die zum Thema Familie Unternehmen berät, und Cornelia Rösner vom Sozialamt waren neben OB Niethammer auch anwesend. Rösner konnte einige Fortschritte auf kommunaler Ebene aufweisen, wie den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen gerade für unter 3-jährige Kinder.

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Beate Pfriender-Muck vom St. Josefshaus freute sich darüber, dass sich Familienfreundlichkeit bei Arbeitgebern "nach langer und harter Missionierungsarbeit" endlich durchsetze. Man dürfe nicht vergessen, Familienfreundlichkeit sei eine "Investition in`s Humankapital", also eine wirtschaftlich rentable Investition. Gerade diesen Aspekt betonten alle Sprecher der Unternehmen. Daher haben alle Mitglieder des Bündnisses schon längst die Möglichkeit zu familienfreundlichen Teilzeit- und flexiblen Arbeitszeiten, Umicore und Evonik haben sogar schon die Möglichkeit einer eigenen, gemeinsam geführten Kindertagesstätte erwogen. Zusätzlich ist Umicore auch manchmal mit bürgerlichem Engagement in Schulen und Kindergärten tätig, natürlich auch im eigenen Interesse.

Auch die Wirtschaftskrise und deren Konsequenzen auf eine familienfreundliche Wirtschaftspolitik war ein Thema: OB Niethammer, Schirmherr des Bündnisses, ermahnte die Vertreter der Wirtschaft, selbst in der Krise nicht nur kurzfristig rentabel, sondern auch langfristig strategisch zu denken. Familienfreundlichkeit als harter Wirtschaftsfaktor sei nicht zu unterschätzen, worauf die Stadt Rheinfelden traditionell großen Wert lege. Treffend formulierte es Michael Harris von Umicore: "Ein Schiff steuert im Sturm zwar nur auf Sicht. Aber das letzte, das über Bord geworfen wird, ist der Kompass." Aussichten, die positiv stimmen.

Eine Liste aller im Bündnis vertretenen Unternehmen und weiterführende Informationen finden sich unter www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de

Autor: Nicole Mai