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14. Januar 2015 13:18 Uhr

Monatliche Mahnwache des Freundeskreises Asyl

Vertrauen verringert die Ängste

Der Freundeskreis Asyl freut sich über die vielen Teilnehmer an seiner monatlichen Mahnwache, die unter dem Eindruck des Terrors von Paris stand. Und er lobte den Rückhalt, den er in der Stadt für seine Arbeit mit Flüchtlingen spürt.

  1. Christina Wallaschek Foto: Peter Gerigk

  2. Abdelhamid Baioui Foto: Peter Gerigk

  3. Die Mahnwachen auf dem Kirchplatz finden monatlich statt, diesmal war sie sehr gut besucht. Foto: Peter Gerigk

  4. Plakat an der Mahnwache Foto: Peter Gerigk

RHEINFELDEN. Es gibt auch noch andere Mahnwachen, nicht nur die von und gegen Pegida. Seit September 2005 treffen Bürger sich im Namen des Freundeskreises Asyl regelmäßig auf dem Kirchplatz, schon lange bevor in Dresden gegen eine scheinbar drohende Islamisierung Europas polemisiert wurde. "Und uns wird es auch noch nach Pegida geben", versprach Jörg Hinderer am Dienstag den gut 100 Teilnehmern der Mahnwache, unter denen sich auch Moslems befanden. Imam Mustafa Düzenli sagte allerdings im letzten Augenblick sein Kommen ab.

Vertrauenssache
Für die Menschenrechte von Flüchtlingen und Solidarität mit ihnen setzt sich die mindestens monatlich stattfindende Mahnwache ein. Wegen des Feiertags wurde sie vom ersten Dienstag im Monat verschoben. "Dazwischen lag der Terror von Paris. So kann die Mahnwache nicht so sein wie sie letzte Woche gewesen wäre", sagte Hinderer.

Dafür kamen zu seiner Freude viel mehr Menschen als sonst. Man stehe für ein friedliches Zusammenleben verschiedener Nationalitäten, Kulturen und Religionen. Um dies zu erreichen, helfen Hinderers Ansicht nach nur mehr Wissen über den Islam und mehr Gelegenheiten für persönliche Kontakte untereinander. "Das ist der wesentlichste Punkt. Alle Seiten sind gefragt, daran mitzuwirken." Das schaffe das nötige Grundvertrauen zueinander. Auch Medien könnten dazu beitragen, Ängste abzubauen. Diese seien dort am größten, wo wenige Muslime leben.

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Gedenken an Tote
Werner Ross sprach sich für die Meinungs- und Religionsfreiheit aus und drückte seine Empörung über die Morde von Paris aus. Er erinnerte auch an 40 Tote in Jemen und Hunderte in Nigeria, die gleichzeitig umgebracht wurden. "Wegen denen gab es keine Demonstrationen, keine Schweigeminute und keine Mahnwache." Der ehemalige Vorsitzende des Christlich-Islamischen Vereins und Religionslehrer sagte, er erfreue sich an Karikaturen, an deren Bissigkeit und Übertreibung, habe aber gelernt, dass Muslime anders darauf reagieren können. Zu unterscheiden sei, ob sie nur Hohn und Spott ausdrückt oder eine ernsthafte Botschaft dahinter steckt. Er rief dazu auf, Muslime mögen sich nicht provozieren lassen, und Nicht-Muslime den Muslimen besser zuhören.

Großer Rückhalt
Christina Wallaschek vom Freundeskreis Asyl betonte den großen Rückhalt für dessen Arbeit. "Wir sind froh, dass die Bürger so besonnen reagieren und hinter uns stehen." Abdelhamid Baioui ist Muslim und Karikaturist und erinnerte daran, er sei vor langer Zeit ebenfalls wegen seiner Zeichnungen bedroht worden. Er entschuldigte Düzenli, der telefonisch kurzfristig sein zunächst zugesagtes Kommen absagte. Realschullehrer Arno Bürkert (Geige) und Mathias Schubert (Sackpfeife) sorgten für musikalische Begleitung.

Autor: Peter Gerigk