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11. April 2009

Wohnt denn hier der Osterhase?

Zu Besuch in der Warmbacher Hasenburg: Seit über 30 Jahren züchtet Uschi Steinecke Langohren / Heute Kleintierbörse

  1. Ist das der Osterhase? Der sieben Kilo schwere Zwergwidder David, Maskottchen des Rheinfelder Kleintierzuchtvereins, hoppelt jedenfalls mit prall gefülltem Rucksack über den Rasen. Foto: privat

  2. Uschi Steinecke züchtet die Lang- und Schlappohren für Ausstellungen. Foto: Christoph Spangenberg

RHEINFELDEN. Sehen kann ihn fast keiner, doch alle lieben ihn und das, was er hinterlässt. Morgen ist es wieder soweit: Der Osterhase versteckt Eier und Leckereien aus Schokolade in Gärten, Wäldern, am Rhein, unter Sofas und in Küchenschränken. Auf der Suche nach dem hoppelnden Süßigkeiten-Bringer traf BZ-Mitarbeiter Christoph Spangenberg die Hasen-Züchterin Uschi Steinecke. Wo sich der Osterhase sonst aufhält und warum er Eier bringt und keine Bananen, konnte sie nicht verraten – oder wollte sie es nur nicht?

Ein eiserner Hase prangt auf einem der Eingangstore der Kleintierzüchter-Anlage am Warmbacher Ortstrand. Wenige Schritte weiter befindet sich auch schon die Holzhütte von Hasen-Flüsterin Uschi Steinecke. "Hasenburg" steht auf der Außenwand, darüber halten zwei Holz-Karnickel das Rheinfelder Wappen in den Händen. Auch sonst ist Meister Lampe überall verewigt, ob als große, bunte Holzfigur oder auf Fotos.

In der Hütte sitzen sie dann, die echten Mümmelmänner: Karotten knabbernd, in den Käfigen hoppelnd auf Stroh und Heu. Mit hängenden Schlappohren und abstehenden Lauschern. Groß und dick oder winzig und auf eine Menschenhand passend. Häsinnen kümmern sich um den Nachwuchs, die Rammler warten auf die nächste Gelegenheit zur Begattung. Sie legen wild los, wird eine Dame zu ihnen gesetzt, ob sie will oder nicht. Hier muss doch der Osterhase wohnen, jedenfalls jener, der für Rheinfelden zuständig ist.

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Doch Uschi Steinecke, 67, verrät nicht, ob einer ihrer momentan 22 Thüringischen Zwergwidder und Grauen Wiener derjenige ist, der morgen Groß und Klein mit Ostereiern und Schokolade erfreut. Vielleicht ist es ja David, sieben Kilogramm schwerer Zwergwidder und Maskottchen des Kleintierzuchtvereins.

Steineckes liebstes Ostergeschenk wäre, wenn eine der Häsinnen noch einmal Junge werfen würde. Dieses Jahr seien es pro Wurf nur zwei bis vier Jungtiere gewesen, im vergangenen Jahr noch sieben bis zehn. Seit 1978 züchtet Steinecke die Tiere mit ihrem Mann, seit seinem Tod vor drei Jahren mit Sohn Sascha. Ostereier müssen die Hasen keine bringen, und "warum der Osterhase eigentlich Eier bringt, weiß ich auch nicht", meint die Hasen-Freundin. Steinecke züchtet erfolgreich für Tierschauen und heimste da bereits viele Preise ein, wurde schon Landesmeisterin. "Dann bin ich stolz auf meien Hasen", sagt sie. Damit die erfolgreich sind, müssen sie sich den Preisrichtern gut präsentieren: Die Vorderläufe durchgestreckt, kommt es an auf Krallenfarbe, Unterwolle, Deckfarbe und Ohrenlänge.

Ein allzu langes Leben ist den Kaninchen aus der Hasenburg nicht vergönnt. Nach spätestens vier Jahren haben sie als Zuchthasen ausgedient. Aus dem Stall geht es dann in die Pfanne oder den Backofen. Aber Steinecke verkauft ihre Lieblinge lieber: Auf Ausstellungen gibt es von anderen Züchtern mehr Geld als von Gourmets, bei denen die Tiere schnell im Magen landen.

Ob der Osterhase sich heute Nacht aus Uschi Steineckes Holzhütte aufmachen wird, bleibt aber nur eine Vermutung. Und selbst wenn er in der Hasenburg leben würde, könnte man ihn nicht beim Namen nennen. Denn Namen haben die Mümmelmänner bis auf Maskottchen David keine. "Wenn sie geschlachtet werden, will ich nicht wissen, welcher in der Pfanne ist", lacht Steinecke.

Hasen und viele andere Tiere gibt es heute zwischen 8 und 12 Uhr auf der Kleintierbörse der Tauben- und Kaninchenzüchter, Hertenerstr. 68 in Warmbach, Eintritt 50 Cent.

Autor: Christoph Spangenberg