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02. Dezember 2015

Jetzt sind es dreimal so viele Helfer

Das Treffen neuer Helfer beim Freundeskreis Asyl beweist: Die Bereitschaft zum Ehrenamt nimmt in Rheinfelden nicht ab.

  1. Die Gruppe für die Öffentlichkeitsarbeit war beim Helfertreffen des Freundeskreis Asyl die kleinste, aber erfreulicherweise auch die jüngste. Foto: Boris Burkhardt

  2. Ruth Götzmann von der Caritas Foto: Boris Burkhardt

RHEINFELDEN. Die Bereitschaft Flüchtlingen in Rheinfelden zu helfen ist offensichtlich noch lange nicht erschöpft: Über 120 Menschen fanden sich am Montagabend im Bürgersaal ein, wohin die Caritas im Namen des Freundeskreis Asyl eingeladen hatte. Der Freundeskreis, vor etwa zehn Jahren gegründet, um eine einzige Familie vor der Abschiebung zu bewahren, steht heute vor ganz anderen Aufgaben und ist personell schlicht überfordert, wenn zu den 400 Menschen in der bestehenden Gemeinschaftsunterkunft noch 100 weitere in die Tennishalle ziehen werden (wir berichteten).

Mit den neuen Interessierten dürfte sich die Zahl der Helfer im Freundeskreis verdreifacht haben. Moderatorin Ruth Götzmann, bei der Caritas zuständig für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe, hatte sechs Sitzkreise im Bürgersaal vorbereitet, in denen sich die interessierten Helfer unter Themengruppen zusammentun konnten. So betreffen die größten Gruppen die Sprachförderung, die Freizeitgestaltung sowie die persönliche Begleitung der Flüchtlinge.

Kleinere Gruppen, in denen sich aber vor allem Jüngere engagieren, fanden sich für Logistik bei der Verwaltung von Sachspenden und für Öffentlichkeitsarbeit und Homepage. Außerdem fand sich eine Gruppe zur Willkommenskultur, die es bisher im Freundeskreis Asyl nicht gab. Sie wird die Nachbarschaft der Unterkünfte an der Haustüre informieren und sensibilisieren, aber ebenso den Flüchtlingen die Mentalität und Gepflogenheiten hier näherbringen. "Willkommenskultur weist nicht nur in eine Richtung", hatte Götzmann dazu gesagt.

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Die Aufgaben, die die Helfer übernehmen können, sind vielfältig, wie sie darlegte. Neben der Begleitung bei Behördengängen, zu Ärzten und beim Einkaufen zählte sie auch die Freizeitgestaltung zu den dringenden Anliegen: "Eine geregelte Tagesstruktur ist für die Flüchtlinge wichtig." Einerseits seien viele noch arbeitslos, andererseits litten sie unter Traumata und müssten erst wieder in ein Alltagsleben finden. Dazu seien Stadt und Kirchen auch mit Vereinen im Gespräch. Aus demselben Grund bedürfen laut Götzmann auch viele Deutschschüler unter den Flüchtlingen besonderer Hilfe.

Hier sind es aber nicht nur Traumatisierte, sondern vor allem auch Mütter, die keinen Babysitter während den Deutschstunden fänden. Für sie schlug Götzmann Nachhilfe in kleinen Gruppen vor, die "auf eine alltagsnahe Art und Weise" Deutsch lernen sollten. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) waren am Montag wiederum kein Thema, wie Götzmann auf eine Nachfrage erklärte. Um sie kümmert sich die Jugendhilfe des Landkreises. Allerdings würden auch dort noch Pflegefamilien gesucht.

Stadtverwaltung plant ein kommunales Netzwerktreffen

Bürgermeisterin Diana Stöcker und Amtsleiterin Cornelia Rösner waren für die Stadt anwesend. Das Ziel der Verwaltung ist es, alle existierenden Angebote der Flüchtlingshilfe in der Stadt zu vernetzen. Dazu planen sie ein großes kommunales Netzwerktreffen, an dem auch die neuen Koordinatoren des Freundeskreises teilnehmen werden. Trotz des beachtlichen Angebots bedarf es laut Rösner weiterer Helfer: "Die Crux in Rheinfelden ist, dass wir schon seit 25 Jahren die Staatliche Gemeinschaftsunterkunft in der Schildgasse haben und die Menschen denken, die bisherigen Helfer reichten aus." Diese Situation habe sich dieses Jahr aber nun deutlich geändert: "Wir hoffen, wir können von der Aufbruchstimmung bei der neuen Unterkunft in der Tennishalle profitieren." Caritas und Diakonie als Institutionen der großen Kirchen machen in der Flüchtlingsarbeit in Absprache mit dem Landratsamt Schulungen für Ehrenamtliche und unterstützen Helferkreise vor Ort.

Ansprechpartner

Jede Themengruppe hat nun einen bis drei offizielle Koordinatoren und Ansprechpartner, die teilweise am Montag neu dazugekommen sind. 1. Organisation und Verwaltung von Sachspenden: Sina Kohler, 2. Sprachförderung/ Deutschlernen: Silvia Gerbode und Gisela Besier, 3. Begegnung schaffen/Freizeitgestaltung: Alois Stöcklin, Klaus Lohmer und Elfie Mayer-Fulde, 4. Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit/Politik: Irmgard Jerger und Jörg Hinderer, 5. Willkommenskultur: Wolfgang Gorenflo, Emre Süreyya, 7. Individuelle Betreuung/Patenschaften: Katharina Meyer.

Erreichbar sind die einzelnen Gruppen aber vorerst weiterhin über die Homepage des Freundeskreis Asyl: http://www.asylweb.de Ehrenamtliche im Freundeskreis Asyl sind über eine gemeinsame Haftpflichtversicherung geschützt.  

Autor: bbu

Autor: Boris Burkhardt