Zirkusluft stärkt das Selbstbewusstsein

Claudia Gempp

Von Claudia Gempp

Sa, 19. Mai 2018

Rheinfelden

Neues Projekt im Kulturpark Tutti Kiesi findet einen gelungenen Abschluss / Neue Zirkuswoche startet im Juni.

RHEINFELDEN. Davon träumen viele Kinder: Einmal Zirkusluft schnuppern und dabei selbst in der Manege ein Kunststück vorführen. Für zehn Mädchen und Jungen zwischen sechs und elf Jahren wurde der Wunsch Wirklichkeit, als es unter einem kunterbunten Einmast-Zelt hieß: Manege frei im Zirkus Tutti Kiesi.

Es war die Abschlussvorstellung der neuen Zirkusgruppe, die der Kulturpark Tutti Kiesi in seinem aktuellen Frühjahrs- und Sommerprogramm im Rahmen der Kreativwerkstätten erstmals angeboten hatte. Bereichert wurde die fröhliche Zirkusshow durch eine Kindergruppe des Zirkus Papperlapapp. Seit Ostern probten die kleinen Nachwuchsakrobaten an sechs Nachmittagen sehr motiviert und ohne Durchhänger, wie der Leiter des Kulturparks, Alexander Keil, und Stellvertreter Malte Lindeman bestätigten. Ihr Fazit am Ende: "Es war einfach genial, wir haben sehr gestaunt, wie viel die Kinder schon mitgebracht haben und dass sie Dinge gemacht haben, die sie vorher nicht kannten. Sie haben ganz viel dazu gelernt."

Als professionelle Unterstützung stand ihnen die Zirkuspädagogin Daniela Meyer vom Zirkus Papperlapapp zur Seite – ob beim Jonglieren mit Bällen und Tellern, Balancieren auf riesigen Laufkugeln oder raffinierten Tricks mit dem Diabolo und Devilstick. Überall wurden die Grundlagen der verschiedenen Zirkusdisziplinen spielerisch trainiert. Außerdem verbarg sich hinter dem Projekt auch ein pädagogisches Ziel, denn, so betonte Keil, gefördert worden seien auch das soziale Verhalten und die Koordination, der Ehrgeiz wurde gekitzelt und neue Fähigkeiten entdeckt. Obendrein sei es auch um den Umgang mit sozialen Kompetenzen gegangen, wie Frust und Ärger, wenn etwas schief gelaufen ist.

Nicht zuletzt habe der Erfolg das Selbstwertgefühl der Kinder gesteigert, insbesondere bei der gelungenen Abschlussvorführung vor einem begeisterten Publikum aus Eltern, Großeltern und Geschwistern. Für die Ansage schlüpfte Michael Koubik vom Zirkus Papperlapapp in die Rolle des Zirkusdirektors. Vor Beginn hatten die Kinder wie manch’ großes Vorbild mit Lampenfieber zu kämpfen, so wie der siebenjährige Max. "Ich bin ein bisschen nervös, aber ich glaube, ich werde es schon hinkriegen", meinte er. Genauso war es dann auch, als er seine große Nummer auf dem Balancierbrett trotz Herausforderung wegen des feuchten Rasens souverän und (fast) freihändig bestand – wenn’s mal wackelte, bot die Zeltdach-Stützstange gute Dienste. Seit seinem dritten Lebensjahr sei er ein absoluter Zirkusfan, bestätigten seine Eltern. "Ich war sogar schon im Zirkus Charles Knie", fügte Max stolz hinzu.

Der achtjährige Roland wollte seine Darbietung vorher nicht verraten. "Du wirst es dann schon sehen", sagte er und beeindruckte später mit einem spektakulär anmutenden Balance-Akt auf der großen Laufkugel mit gleichzeitigem Schwingen der bunten Pois (Flatterbänder). Aber auch Justin, Silas, Jule und alle anderen präsentierten, begleitet von fetziger Musik, ihre Talente perfekt und mit spürbarem Stolz. Selbst kleine Unsicherheiten steckten sie weg wie coole Profis. Zum Abschluss riskierten auch Alexander Keil mit den Pois und Malte Lindeman mit dem Diabolo einen heiteren Auftritt im Manegen-Rund.

Das nächste Zirkusprojekt startet am 20. Juni - neue Teilnehmer sind willkommen. Infos und Anmeldung: Tel. 07623/7174287 oder im Netz unter http://www.tuttikiesi.de