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24. Juni 2017

Weltmeister-Visite in Oberhausen

Mitglieder des 1978er Handball-National-Teams waren zu Gast beim TuS.

  1. Ex-Weltmeister treffen Talentschmiede. Die Jungs um Heiner Brand (hintere Reihe, Vierter von rechts) und die TuS-Mädchen (blaue Trikots) hatten Gelegenheit zu interessanten Handball-Gesprächen. Foto: Werner Schnabl

RHEINHAUSEN. Großer Bahnhof im kleinen, aber handballbegeisterten Oberhausen: Die Mannschaft des Handball-Weltmeisters des Jahres 1978 war in Gemeinden der Ortenau und des Breisgaus zu Gast. Ein Abstecher führte auch in die Rheingemeinde.

Das Programm war dichtgedrängt. Zuerst bewiesen die prominenten Handball-Senioren in Tutschfelden, dass sie auch mit dem Golfball ganz geschickt umgehen können. Ein Freiburger Stadtrundgang und eine Taubergießenfahrt schlossen sich an. Abends ging’s ins "S‘ Dirlis" Fischerstube nach Oberhausen.

Ex-National-Rechtsaußen Arnulf Meffle vom damaligen Bundeslisten TuS Hofweier organisierte den dreitägigen Mannschaftsausflug. Die Fahrt der Weltmeister mit einst klangvollen Namen wie Rudolf Spengler, Arno Ehret, Claus Hormel, Gerd Rosendahl, Manfred Hoffmann, Kurt Klühspies und dem späteren Bundestrainer Heiner Brand blieb nicht unbemerkt. Bei einem Zwischenstopp überraschten die TuS-Handballmädels mit ihren Trainern die Idole von einst mit einem zünftigen Vesper und Apfelmost. Die Überraschung war gelungen und die Stimmung ausgelassen.

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Mit dabei war auch Joachim Deckarm, für den sich nach dem 30. März 1979 das Leben völlig veränderte. Während eines Europapokalspiels des VfL Gummersbach in Tatabanya stürzte "Jo" nach einem Zweikampf und schlug mit dem Kopf auf den Betonboden. Er verlor das Bewusstsein und wacht erst nach 130 Tagen aus dem Koma auf. Seither ist der "beste Handballer der Welt", wie er von seinem Ziehvater und Ex-Bundestrainer Vlado Stenzel bezeichnet wurde, ein Mensch, der ständig Hilfe benötigt.

Von seinem schweren Unfall gezeichnet blieb Deckarm der Kämpfer, wie man ihn auf dem Spielfeld kannte. Obwohl er auf den Rollstuhl angewiesen ist, blieb er eine Frohnatur, wovon sich eine Abordnung von TuS-Funktionären und ehemalige Handballer, immerhin mit Regionalligaerfahrung, überzeugen konnten.

In der Fischerstube wurde noch recht lange bei Live-Musik gefeiert. Einige Gäste wollen sogar das Badner-Lied der singenden Weltmeister gehört haben. Der TuS Oberhausen jedenfalls war ein freundlicher Gastgeber, wurde bestätigt.

Auch für die Mädels um das Trainergespann Stefan Rieder und Lena Schwörer bleibt es ein unvergessliches Erlebnis.

Autor: Werner Schnabl