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11. August 2011 18:36 Uhr

Illegale Wagenburg

Rhino-Räumung kostet mindestens 371.100 Euro

Zerstörte Bagger, Müllentsorgung, Polizeieinsatz: Bei den Krawallen und der Räumung von Kommando Rhino fiel einiges an Personal- und Materialkosten an. Sie sind erst vorläufig zu beziffern, belaufen sich aber mindestens auf 371.100 Euro.

Bei der Polizei sind sie nur zu schätzen: Sie macht keine offiziellen Angaben über die Zahl der eingesetzten Beamten. Geht man von geschätzten 800 Polizisten und acht Stunden pro Polizist aus, wären das unterm Strich 249.600 Euro: Eine Mannstunde im mittleren Dienst kostet die Steuerzahler 39 Euro, sagt Rüdiger Seidenspinner, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei.
Für die Stadt rechnet das Rathaus mit Gesamtkosten zwischen 51.500 und 56.500 Euro: Die Abfallwirtschaft hat abgeräumt und abtransportiert, was wohl auf 30.000 bis 35.000 Euro kommt (Fotos). Eine Rechnung liegt noch nicht vor. Sonstige Kosten für Abschleppwagen, Transport und den Einsatz eines Baggers, könnten sich auf bis zu 10.000 Euro summieren. Dies alles muss die Stadt tragen, da sie das Gelände in einem bebaubaren Zustand an die Stadtbau verkauft hatte (also ohne Wagenburg). Da die Verursacher (also die Besetzer) bislang nicht namentlich bekannt sind, kann ihnen auch keine Rechnung gestellt werden.

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Vom brennenden Bagger bis zur Papiertonne

Beim Garten- und Tiefbauamt sind rund 9800 Euro angefallen – für beschädigte Straße durch brennende Barrikaden, Schilder, Ampel, Poller und Ähnliches – sowie weitere 1700 Euro für Verkehrsregelung (Umleitungsschilder und Absperrungen). Auch das zahlt die Stadt, solange keine Verursacher ermittelt sind.
70.000 bis 80.000 Euro Schaden wurde auf dem V8-Gelände verursacht, schätzt Andreas Sans von der Baufirma Gisinger. Zwei Bagger und eine Dixi-Toilette gingen in Flammen auf, Zäune verschwanden, eine Fassade wurde beschmiert und beschädigt. Betroffen von den Schäden, die großteils versichert seien, sind auch Subunternehmen und Wohnungseigentümer. Kleinere Kosten fallen für Anwohner an, deren Papiertonnen auf Barrikaden abgefackelt wurden. Zu deren Bau wurden auch Einkaufswagen verwendet, unter anderem von Aldi. Der Discounter äußerte sich nicht zu den Kosten.

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Autor: Simone Lutz, Simone Höhl