Rickenbach-Hütten

400.000 Euro Schaden nach Brand: Gemeinde will Familie helfen

Wolfgang Adam

Von Wolfgang Adam

Di, 04. September 2018 um 18:16 Uhr

Rickenbach

400.000 Euro beträgt wohl der Schaden, den ein Feuer in einem früheren Bauernhof im Ortsteil Hütten verursacht hat. Bürger und Gemeinde bieten jetzt ihre Hilfe an. Das Gebäude aber ist verloren.

Nach dem Brand eines früheren Bauernhofes in der Hüttener Ortsdurchfahrt in der Nacht zum Sonntag (die BZ berichtete) haben am Montag Sachverständige der Polizei erste Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen – bislang wird von einem technischen Defekt ausgegangen. Mit den endgültigen Ergebnissen ist nach Mitteilung von Mathias Albicker, Pressesprecher des Polizeipräsidiums in Waldshut-Tiengen, wegen der Größe des Objektes nicht in kurzer Zeit zu rechnen.

Der Vollbrand, bei dem eine Person, die sich im Gebäude aufhielt, verletzt wurde und ins Krankenhaus gebracht wurde, hat nach einer vorsichtigen Schätzung der Polizei einen Schaden von rund 400.000 Euro verursacht. In das Gebäude in Hütten, das neben Wohnräumen auch einen Handwerksbetrieb beherbergte, war in jüngerer Zeit noch investiert worden.

"In solchen Notlagen wollen wir natürlich auch in irgendeiner Form unterstützend tätig werden" Dietmar Zäpernick
Von Rickenbachs Bürgermeister Dietmar Zäpernick war zu erfahren, dass die Gemeinde bereits im Kontakt zu den sich derzeit im Urlaub befindlichen Hausbewohnern steht, um Hilfen anbieten zu können. "In solchen Notlagen wollen wir natürlich auch in irgendeiner Form unterstützend tätig werden", sagte Zäpernick, der am kommenden Wochenende mit dem Vater der besonders vom Brand betroffenen Familie über Einzelheiten sprechen wird. Am Sonntag hatte sich der gerade aus dem Urlaub zurückgekehrte Bürgermeister vor Ort über die Lage informiert. Zusammen mit dem im Sozialdienst tätigen Rathausmitarbeiter Johannes Schneider wurde auch schnell nach Möglichkeiten zur Unterbringung von Hausbewohnern gesucht.

Inzwischen ist aber auch schon von Rickenbacher Bürgern das Angebot gemacht worden, für die betroffene Familie Wohnräume bereitzustellen. Dies wäre aus Sicht der Gemeinde eine gute Lösung, weil die zur Verfügung stehende Gemeindewohnung auf dem Abhau bei Strick noch renovierungsbedürftig ist.

Spendenaktion in Erwägung gezogen

Zum Brandzeitpunkt waren bei der Gemeindeverwaltung sieben Hausbewohner angemeldet, unter denen sich auch Mitarbeiter des Handwerksbetriebs befinden. Da durch den Brand sehr viel Eigentum zerstört wurde, wird von der Gemeinde auch die Organisation einer Spendenaktion in Erwägung gezogen.

Etwa 170 gut ausgerüstete Feuerwehrmänner konnten bei dem gegen 1.20 Uhr gemeldeten Brand am frühen Sonntagmorgen das Gebäude nicht mehr retten. Das Feuer war zuerst von einer Nachbarin gemeldet worden.

Der zu dieser Zeit im Haus befindliche Mieter, der nach Rathauskenntnissen ein Erntehelfer ist, hat in einem abgetrennten Bereich den Brand offensichtlich nicht gleich bemerken können und erlitt Rauchvergiftungen.

In früheren Zeiten wurde das Gebäude in Hütten, am unteren Ortseingangsbereich gelegen, für eine Landwirtschaft und wohl auch für eine Mosterei genutzt.