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05. Juli 2011 16:57 Uhr

Bürgermeister

Anschlag auf Moosmann: Polizei setzt auf Überwachungskamera

Der Anschlag auf Rickenbachs Bürgermeister Norbert Moosmann steht unter Umständen kurz vor der Aufklärung: Die Bilder einer Überwachungskamera könnten die entscheidenden Hinweise liefern.

  1. Das Rathaus von Rickenbach wird von einer Kamera überwacht. Deren Aufnahmen könnten eine Schlüsselrolle bei der Aufklärung des Anschlags auf Bürgermeister Moosmann spielen. Foto: Katja Mielcarek

Wie Polizeisprecher Hans Stenzel der Badischen Zeitung bestätigte, liegen der Polizei Aufnahmen einer Überwachungskamera vor, auf denen auch das Areal vor dem Rathaus zu sehen ist. Ausgewertet seien die Computerdateien jedoch noch nicht.

Die Mitschnitte von Überwachungskameras aus unmittelbarer Umgebung des Ratshauses zeigen nach Informationen der Badischen Zeitung unter anderem die Hauptstraße vor dem Rathaus und auch den Vorplatz. Damit könnten sie eine wichtige Rolle in der Aufklärung des Anschlags auf Bürgermeister Norbert Moosmann spielen.

Bestürzung und Entsetzen – aber auch Unterstellungen

Am Sonntagabend war durch ein geöffnetes Fenster seines Amtszimmers eine Attrappe eines Molotow-Cocktails geflogen. Die Eingangstür des Rathauses war von außen mit einem Holzkeil verschlossen worden, Moosmann konnte nur mit Hilfe der Polizei das Rathaus verlassen. In der Nähe der Rathaustür lag ein an Moosmann adressierter Drohbrief, in der er zur Amtsaufgabe aufgefordert wurde. Moosmann wurde bei dem Anschlag nicht körperlich verletzt, wurde aber im Krankenhaus zunächst in Bad Säckingen und später in Bad Krozingen behandelt.

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Neben Bestürzung und Entsetzen über diesen Anschlag wurden in Rickenbach aber auch Stimmen laut, die dem Bürgermeister unterstellten, er habe diesen und auch die vorhergehenden Angriffe (Drohbriefe, Drohanrufe, Beschmieren seines Autos, ein Paket mit einer toten Maus) selber inszeniert. Bürgermeister-Stellvertreter Peter Kermisch hatte diesen Verdacht auch öffentlich im Gespräch mit der Badischen Zeitung geäußert.

Klarheit kann nun die Auswertung der Kameraauswertungen bringen, die zur Zeit aber noch nicht begonnen hätten, sagte Hans Stenzel. Die zuständigen Beamten seien noch mit anderen Ermittlungstätigkeiten im diesem Fall beschäftigt.  "Vielleicht können wir aber am Mittwoch schon mehr sagen", so Hans Stenzel.

Der parteilose Moosmann ist in der 3875-Einwohner-Gemeinde im Hotzenwald umstritten. Er war am Freitag erstmals nach elfmonatiger Krankheit wieder zum Dienst erschienen.

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Autor: Katja Mielcarek