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15. April 2014

Aus Trümmerhaufen wurde Kleinod

Seit 30 Jahren kümmert sich der Förderkreis zur Rettung der Burgruine Wieladingen um den Erhalt des historischen Gemäuers.

  1. Ohne den jahrzehntelangen Einsatz des Förderkreises zur Rettung der Burgruine Wieladingen wäre das alte Gemäuer heute sicher nicht mehr für Besucher zugänglich. Foto: Archivfoto: Wolfgang Adam

  2. Rudolf Bäumle (rechts) bekam vom Vorsitzenden Gottfried Nauwerck die Verdienstmedaille des Förderkreises und eine Ehrenurkunde. Foto: Kirsten Lux

RICKENBACH. Seit 30 Jahren kümmert sich der Förderkreis zur Rettung der Burgruine Wieladingen um den Erhalt der historischen Festung. Ein Geburtstagsständchen der besonderen Art gaben die Spielleute Skadefryd des Mittelalterstammtisches Hochrhein. Mit ihren Gewändern und dem Gesang in verschiedenen alten Sprachen entführten sie die Burgfreunde in die Hochzeit der Burg Wieladingen.

Dass die Reste der Anlage bis heute erhalten werden konnten, ist der Verdienst der Förderkreis Mitglieder. Neben den finanziellen Mitteln, die jährlich zusammengetragen werden, wird wo immer möglich selbst Hand angelegt, um Kosten zu sparen. Gottfried Nauwerck, Vorsitzender des Förderkreises zur Rettung der Burgruine Wieladingen blickte mit Stolz auf das Erreichte zurück. "Vor 30 Jahren standen wir vor einem Trümmerhaufen, der aus Sicherheitsgründen gesperrt war." Den scheinbar aussichtslosen Kampf machte der damalige Vereinsvorsitzende und Bürgermeister Georg Keller zur Chefsache. Er stellte die notwendigen Anträge bei den Behörden und brachte so den Stein buchstäblich ins Rollen. Die Hauptlast lag auf den Schultern von einer Handvoll Aktiver. Gute zehn Jahre dauerten die Restaurationsarbeiten. Seither gilt es, den Zustand der Burg so zu erhalten. "Wir sind stolz darauf, dass die Nutzung dieses Denkmals für alle offen ist", erklärte Nauwerck. Dafür waren auch umfangreiche Befestigungsarbeiten an der Außenanlage erforderlich. Neuestes Projekt war das Wiedereinsetzen eines Steines am Torbogen und der Bau einer Schutzhütte für Brennholz durch Johann Lauber. Außerdem wurde das örtliche Spendenkässle mit seinen minimalen Eurobeträgen immer wieder Ziel von Zerstörungswut und von Kurt Bächle unermüdlich repariert.

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"Ich wäre gerne dabei gewesen", sagte Rickenbachs Bürgermeister Dietmar Zäpernick angesichts der Fülle von Aktionen und Arbeiten an der Burgruine. Alfons Döbele, Bürgermeisterstellvertreter aus Bad Säckingen, Altgemeinderat Heinz-Jörg Küspert für Bürgermeister Adrian Schmidle aus Murg, Uwe Gimpel vom Röttelnbund und Freiherr von Schönau als Schirmherr des Förderkreises überbrachten Grußworte und erinnerten sich an diverse Anekdoten. "Das ist das älteste und einzige Kulturdenkmal in Rickenbach", gab Georg Keller zu bedenken. Er erinnerte an Meilensteine wie den Hubschraubereinsatz zum Materialtransport, einen von Rudolf Bäumle selbst konstruierte Materialseilbahn und die große Unterstützung durch die Behörden.

Vorsitzender kündigt sein Ausscheiden an

Der Vorstand des Förderkreises zur Rettung der Burgruine Wieladingen besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Wahlen im Rahmen der Hauptversammlung wurde Heinz-Jörg Küspert als Beisitzer im Amt bestätigt, Kassierer bleibt Gottlieb Burkart. Gottfried Nauwerck wurde als Vorsitzender wiedergewählt, will aber nur noch eine Periode, also drei Jahre lang den Vorsitz übernehmen. Die Beisitzer Ingrid Bär und Kurt Bächle, Schriftführerin Susanne Butz und der stellvertretende Vorsitzende Johann Lauber erhielten ebenfalls alle Stimmen der anwesenden Mitglieder.

Rudolf Bäumle wurde vom Vorsitzenden Gottfried Nauwerck für besondere Verdienste um die Burg mit der Verdienstmedaille des Vereins und einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. Vor allem den logistischen Einsatz im Rahmen der Bauarbeiten, die Konstruktion einer Materialseilbahn und seine lange Tätigkeit als Schriftführer hob Nauwerck hervor. Werner Schneider wurde in Abwesenheit für seine Verdienste bei der Gestaltung der Schlossmatte, der Befestigung des Lehmbachufers und für seine Transportdienste anlässlich des jährlichen Mai-Grillfestes ebenso geehrt.

Weitere Informationen zur

Burgruine gibt es im Internet unter

http://www.burgruine-wieladingen.de
oder beim Vorsitzenden Gottfried Nauwerck, der unter der Telefonnummer 07761/1895 erreichbar ist.

Autor: Kirsten Lux