Bange Blicke in die Wolken

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Di, 14. Juni 2011

Rickenbach

Das Wetter macht den Segelfliegern beim Wettbewerb in Hütten einige Schwierigkeiten.

RICKENBACH-HÜTTEN. Ungewissheit über den Ablauf des ersten Tages des 48. Internationalen Hotzenwald Segelflugwettbewerbs prägte das Eröffnungsbriefing am Samstagmorgen. Dicke schwarze Wolken hingen über dem Flugplatz. Etliche Teilnehmer versuchten über Laptop oder Handy gute Wetterdaten heraufzubeschwören, während Hubert Matt als Stellvertreter der Gemeinde Rickenbach sein Grußwort formulierte und der Veranstaltung gutes Gelingen wünschte.

Wettbewerbsleiter Frieder Göltenbott und Flugleiter Detlef Barth konnten sich Zeit lassen fürs Organisatorische, die Einweisung in die Regeln und die Erläuterungen der Infrastruktur vor Ort, hatten sich doch außer einigen langjährigen Teilnehmern auch ein paar Neue angemeldet. Ebenfalls mit von der Partie waren einige Jugendliche, die erstmals einen Wettbewerb fliegen wollen. Insgesamt 25 Teilnehmerteams waren gemeldet, neun in der Standardklasse, fünf in der 18-Meter-Klasse und elf Doppelsitzer, darunter eine rein weibliche Crew aus dem Hotzenwald. Als dann gegen zehn Uhr Meteorologe Manfred Reiber eintraf, hing nicht nur dessen Blick sowie der von Sportleiter Marcus Neubronner gebannt auf den neuesten Wetterdaten am Bildschirm.

Am Mittag schien der Himmel ein Einsehen zu haben, also raus mit den Fliegern auf Startposition. Nach zwei Wetterflügen mit dem Motorsegler allerdings wurde eine Stunde später das endgültige Aus für diesen ersten Tag bekanntgegeben, also sozusagen zurück auf Los: wieder rein mit den Fliegern und ab in die bereitstehenden Hänger.

Für einzelne Starts hätte das Wetterfenster nach Einschätzung Reibers wohl ausgereicht, nicht aber für das gesamte Teilnehmerfeld. Einige Teilnehmer, darunter Teams der Doppelsitzerklasse, konnten es dann doch nicht lassen, gegen 15 Uhr noch einen Übungsflug zu absolvieren. Die Ergebnisse waren laut Wettbewerbsleitung durchaus spannend und lehrreich, denn nur wenigen gelang es, ohne Motor wieder zum Platz zurückzukehren. Dieter Slangen von der SFG Markdorf legte die größte Strecke zurück, kam bis hoch nach Baden Baden und flog immerhin 260 Kilometer.

Am Sonntag konnte Manfred Reiber dann früh grünes Licht geben. Die Wettbewerbsleitung entschied sich für eine Strecke von gut 405 Kilometern. Sie führte vom Hornbergbecken über den Wendepunkt Huzenbach im Schwarzwald, zurück zum Kirnbergsee und die Schwäbische Alb hoch nach Hayingen. Von dort aus ging es wieder zurück zum Flugplatz. In etwas über einer Stunde wurde das gesamte Feld mit vier Schleppflugzeugen zur Abfluglinie geschleppt. Um 16.21 Uhr kam die erste Maschine zurück, dicht gefolgt von der zweiten. Beide Piloten berichteten von guter Wolkenthermik und einer durchaus machbaren Strecke. Allerdings mussten einige Teilnehmer auch eine Außenlandung hinnehmen. Ein Segelflugzeug ging in Messtetten, eines in Sigmaringen nieder und ein Teilnehmer gelangte nur dank Turbo zurück auf den Hotzenwald.

Die Wetterlage ist nach wie vor nicht gerade rosig, der Pfingstmontag begann mit Regen. Drei Wertungstage einschließlich des Sonntags müssen die Teilnehmer innerhalb der vor ihnen liegenden Woche mindestens nachweisen, um eine gültige Wertung zu erzielen.

Den Tagessieg in der Einsitzerklasse erflog am Sonntag Thomas Brosi mit seiner LS8 der LG Hotzenwald. Mit einer Geschwindigkeit von 103 Stundenkilometern reichte es für ihn zu 1000 Punkten. Zweitplaziert ist Dieter Merkle mit 967 Punkten. Auf den dritten Platz flog Manfred Hahn mit 946 Punkten.

In der Doppelsitzerklasse errangen sich Angelika und Helmut Westermann von der SFG Markdorf den Tagessieg mit 1000 Punkten, auf Platz 2 flog das Team Yanik Richter und Pascal Kaiser, den dritten Platz erreichten Klaus und Rainer Brombacher
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