Feuerwehr-Erweiterung hat Vorrang

Michael Krug

Von Michael Krug

Do, 07. Dezember 2017

Rickenbach

Rickenbacher Gemeinderat legt Prioritäten für mehrere Sanierungs- und Erweiterungsprojekte fest / Schulbau doch schon 2018.

RICKENBACH. Der Anbau und die Sanierung der Rickenbacher Schule dominieren, was die Investitionen betrifft, die beiden kommenden Jahre in der Gemeinde. Dennoch hat Rickenbach einige Projekte, die in nächster Zukunft dringend angegangen werden müssen. Jetzt hat sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag nach langer Diskussion entschieden: Zuerst kommt die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Rickenbach, dann soll das Dach der Halle in Hottingen saniert und danach über die Zukunft des Bürgersaals in Altenschwand entschieden werden.

Ein hartes Stück Arbeit war es, bis am Ende der Diskussion im Rickenbacher Gemeinderat feststand, welches der Projekte in Rickenbach wann angegangen wird. Denn die Investitionen in die Sanierung und den Anbau an die Rickenbacher Schule in den Jahren 2018 (rund zwei Millionen Euro) und 2019 (rund vier Millionen Euro) schränken die Gemeinde ein. Zumindest was die Möglichkeiten betrifft, für andere städtebaulichen Projekte Fördergelder zu beantragen.

Grundschule Rickenbach:
Zu diesem Thema gab es am Dienstagabend erfreuliche Nachrichten. "Wir können schon nächstes Jahr mit Bauen beginnen", fasste Bürgermeister Dietmar Zäpernick die neuesten Entwicklungen zusammen. Ein Gespräch beim Regierungspräsidium Freiburg habe dies ergeben. Dafür müssen die Planungen verändert werden. Ursprünglich war gedacht, zwei Klassenräume aufzulösen. "Wir schaffen aber an anderer Stelle neue Klassenzimmer.

Auflösen und neu schaffen ist aber aus Sicht der Förderung nicht machbar", umriss Zäpernick die Materie. Jetzt würden die Planungen geändert, so dass sie den Vorgaben für Fördergelder erfüllen. Die Gemeinde müsse nun den Antrag für Schulbaufachförderung bis Mitte Januar, den für Mittel aus dem Ausgleichsstock bis Anfang Februar stellen. Dann, so die Zusage aus Freiburg, würde Rickenbach schon 2018 bezuschusst werden. Kleiner Wermutstropfen: Damit ist der Weg über die Finanz-Töpfe des Ausgleichsstocks für andere Projekte in Rickenbach für 2018 und 2019 verbaut.

Dabei stehen vier weitere Projekte auf der To-Do-Liste der Gemeinde, die unbedingt angegangen werden sollten:

Feuerwehrgerätehaus Rickenbach:
Um zwei sogenannte Boxen soll das Haus im Kernort erweitert werden. Der Charme daran: Für dieses Projekt bekäme die Gemeinde als einziges der anstehenden Projekte theoretisch auch schon 2018 Gelder aus der Fachförderung. Am Dienstag war sich das Gros der Gemeinderäte darüber einig, dass die Erweiterung angegangen werden muss. "Da stehen wir bei der Feuerwehr im Wort", erinnerte nicht nur Walter Wassmer (Freie Wähler). Fraktionskollegin Stefanie Schneider betonte, dass Feuerwehr eine Pflichtaufgabe der Gemeinde sei.

Kontroverser wurde da schon der Umfang der Erweiterung diskutiert. Und wieder flammte das alte Thema einer Fusion der Hottinger Abteilung mit Rickenbach auf. Die – obwohl laut Rathauschef Zäpernick nicht in den nächsten Jahren zu erwarten und auch schon einstimmig von Hottingen abgelehnt – habe Einfluss auf den Umfang der Erweiterung, meinte zumindest Volker Matt (Freie Wähler). "Wenn die Abteilung Hottingen nicht hochkommt, brauchen wir auch keine so große Erweiterung", so Matt.

Und wenn die Abteilung jetzt fusionierten, könnten die Hottinger auch bei der Erweiterung mitreden, warf Martina Lütte (CDU) ein. Werner Schlachter (CDU) zu diesem Thema: "Uns fehlt der Mut, wir reden da immer um den heißen Brei herum." Hubert Matt (CDU) hatte bereits einen detaillierten Kostenplan für die Erweiterung parat. Die gesamte Erweiterung gebe es auch für 140 000 Euro, "und dann haben wir 2018 einen Anbau".

Vereinshalle Hottingen:
23 undichte Stellen weist das Dach der Halle in Hottingen inzwischen auf. Ein Flicken des Dachs sei nicht mehr möglich, da der Dachstuhl zu spröde sei, gab Architekt Martin Lauber zu bedenken. Die Halle sei der einzige Ort, an dem sich Vereine treffen, sagte Stefanie Schneider. Die Verwaltung hatte vorgerechnet, dass eine Sanierung rund 140 000 Euro kosten würde. Die sei auch für weniger zu haben, behauptete Hubert Matt, wenn man sich nur auf das Dach und dafür eine billigere Variante konzentriere. Fraktionskollege Lorenz Maurer plädierte dafür, die Halle jetzt zu sanieren. "Das soll ja keine Komforthalle werden." Für "unabdingbar" hielt es Peter Kermisch (Grüne), die Halle zu sanieren.

Schulhaus Altenschwand:
Bei diesem Objekt steht noch gar nicht fest, ob es die Gemeinde sanieren oder gleich abreißen lassen will und einen Neubau hinstellt. Das Haus sei ortsbildprägend und habe Charakter, damit müsse behutsam umgegangen werden, meinten Peter Kermisch und Ehrfried Mutter (beide Grüne).

Eine Sanierung, so die Berechnungen der Verwaltung, würde rund 500 000 Euro, ein Abriss und Neubau rund 530 000 Euro kosten. Matthias Vogt (Freie Wähler) warnte allerdings vor der Sanierung eines solch alten Gebäudes. Das könne ein Fass ohne Boden werden. Das Schulhaus wird von den Landfrauen und dem Trachtenverein genutzt.

Umnutzung Arztpraxis Willaringen:
Schnell einig war sich das Gremium bezüglich der weiteren Verwendung der mutmaßlich im kommenden Jahr leer werdenden Arztpraxis und Willaringen. Sie soll renoviert werden und als Gewerberäume vermietet werden. Wann dies geschieht, wurde nicht entschieden.

Die Bedenken:
Andreas Vogt (CDU) ging die ganze Diskussion in die falsche Richtung. Die Themen, obschon in der Klausurtagung im März schon einmal angerissen, seien bei weitem nicht so ausdiskutiert, dass man jetzt eine Entscheidung treffen könne, meinte er. Man müsse sich dafür mehr Zeit nehmen. Auch Ehrfried Mutter und Matthias Vogt vermissten ein Konzept, eine Richtschnur, nach der man vorgehen könne. Auch Martina Lütte bemängelte, dass seit März in dieser Sache keine weiteren Diskussionen stattgefunden hätten.

Das Ergebnis:
Die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses ist für 2018 geplant. Danach steht die Entscheidung über das weitere Vorgehen bei der Vereinshalle Hottingen und dann die Entscheidung über die Zukunft des Schulhauses Altenschwand an. Mit dieser Prioritätenliste wird die Gemeinde in die Haushaltsberatungen gehen.