Fliegen, so weit die Thermik reicht

Kirsten Lux

Von Kirsten Lux

Mo, 01. Juni 2015

Rickenbach

Beim 52. Segelflugwettbewerb der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald gab es nur drei Wertungstage.

RICKENBACH-HÜTTEN. Alle sind wieder gut gelandet. 25 Segelflugzeuge mit 41 Piloten hatten am 52. Segelflugwettbewerb der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald teilgenommen. Acht Tage lang maßen sich die Piloten entweder alleine in ihren Segelflugzeugen oder zu zweit in der Doppelsitzerklasse. Was nicht mitspielte, war das Wetter. Es gab in diesem Jahr nur drei Wertungstage bei den Einsitzern und zwei bei den Doppelsitzern.

Positiv fiel das Fazit von Hubert Matt, Präsident der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald (LGH) aus: "Es war ein reibungsloser Wettbewerb". Diszipliniert und kameradschaftlich sei es zugegangen, ganz so wie man es sich wünsche. Er bedankte sich bei allen Teilnehmern und den Piloten der Schleppflugzeuge für ihre Geduld und ihr Verständnis für die Flugausfälle "wenn die Thermik mal wieder nicht stimmte".

Die Jugendgruppe der Luftsportgemeinschaft, die für das leibliche Wohl gesorgt hatte, erhielt einen dicken Applaus. Wettbewerbsleiter Marcus Neubronner zeigte sich ebenfalls zufrieden: "Es war ein super Wettbewerb mit Höhen und Tiefen". Immerhin sei man an fünf Tagen geflogen, habe es aufgrund der bestehenden Richtlinien aber nicht immer zu einer Wertung der Flüge geschafft. "Unser Ziel ist immer, möglichst lange zu fliegen und wenn es dann aufgrund der Regularien keine Wertung gibt, fehlt die Belohnung", zeigte er Verständnis für die Mühen der Piloten, die aber letztlich oft nicht belohnt wurden. Marcus Neubronner weiter: "Ich denke, wir müssen unsere Regularien anpassen, um auch bei nicht optimalen Wetterbedingungen eine Wertung zu ermöglichen". Da versprach Sportleiter Alexander Wiestler, gedanklich einen Großteil seines anstehenden Urlaubs diesem Thema zu widmen.

Der Höhepunkt des Wettbewerbs war ein 340-Kilometer-Flug über den Schweizer Jura. Bis kurz vor Genf flogen die Flieger aus dem Hotzenwald. Dabnei erlebten die Piloten einmalige Einblicke in die Bergwelt. Das große Problem der Wettbewerbstage war die fehlende Thermik, die es den Segelflugzeugen letztlich nach dem Schlepp erlaubt, in eine gewisse Höhe aufzusteigen, um die nötige Höhe für Distanzflüge zu erreichen. Im vergangenen Jahr waren immerhin sieben Wertungstage möglich.

"Wir brauchen unterschiedliche Luftströmungen, Kaltluft von unten, Wärme in oberen Schichten, wenig Wind, dann bewegt sich die Luft aufwärts und genau da wollen die Piloten hin", erklärt Maximilian Conrad, der als Hobbymeteorologe und Wetterfrosch den Wettbewerb begleitet hat.

Derweil schwärmen die beiden Nachwuchssegelflieger Stefanie Willard und Tobias Burkhard aus Walldürn immer noch von ihrem Flug über die Schweizer Bergwelt. "Es ist schlicht gigantisch, die Kamaradschaft ist ebenfalls toll und wir kommen sicher wieder", sagt die junge Frau. Tobias Burkhard freut sich im nächsten Jahr schon wieder bei einem Flug in Berghöhe, den Kühen auf ihren Weiden zuzuwinken.

Die Luftsportgemeinschaft Hotzenwald besteht seit 1950. Vier Segelfluggruppen (Dreiländereck, Wiesental, Säckingen, Wehr) teilen sich rund 30 Segelflugzeuge (16 private Segelflugzeuge sind stationiert), zwei Reisemotorsegler und zwei Motormaschinen, alle mit Schleppkupplung. Auf dem Segelfluggelände in Hütten gibt es zudem eine Schleppwinde. Die Ausbildung mit gemeinsamen Schulflugzeugen übernehmen mehr als zehn ehrenamtliche Fluglehrer an jedem Wochenende in der Saison (von April bis Oktober) auf dem Flugplatz Hütten-Hotzenwald. Weitere Informationen auch zum Wettbewerb unter http://www.lg-hotzenwald.de