Forderung nach Sanierung

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 01. September 2018

Rickenbach

Nutzer des Altenschwander Schulhauses kritisieren Ratsbeschluss.

RICKENBACH (BZ). In der Sitzung des Rickenbacher Gemeinderates (die BZ berichtete am 26. Juli) beschlossen die Räte auf Vorschlag von Bürgermeister Dietmar Zäpernick, keinen Förderantrag für die Sanierung des Altenschwander Schulhauses zu stellen, weil die Gemeinde aufgrund anderer Projekte ihren Anteil nicht finanzieren könne. Gemeinderätin Martina Lütte forderte in diesem Zusammenhang "Mut zur Wahrheit", Hubert Matt schlug vor, das Haus in mehreren Etappen zu sanieren und im kleinen Kreis von Teilen der Verwaltung, Architekt und beteiligten Vereinen eine Lösung suchen.

Das Haus wird derzeit maßgeblich von zwei Vereinen genutzt, der Trachtenkapelle Altenschwand und den Landfrauen Altenschwand. Tanja Kammerer als Vorsitzende der Trachtenkapelle sowie Susanne Baier und Waltraud Lauber, Co-Vorsitzende der Landfrauen, melden sich in einem Pressebericht zu Wort.

"Mut zur Wahrheit – so hieß es in der Sitzung des Rickenbacher Gemeinderates vom 24. Juli. Da wurde beschlossen, dass die Gemeinde Rickenbach den so lange versprochenen Förderantrag zum Um- oder Neubau des Schulhauses Altenschwand nicht stellen wird. Die derzeitige Finanzlage würde das Vorhaben nicht zulassen. Bereits vor 16 Jahren, im Jahr 2002, stellten die Altenschwander Vereine der Gemeinde eine detaillierte Kostenaufstellung für den Anbau an das bestehende Gebäude vor, um das eingeschränkte Platzangebot zu verbessern. Ungefähr ein Drittel der Kosten hätten damals durch Eigenleistungen finanziert werden können. Das Vorhaben fand jedoch angesichts der leeren Gemeindekasse keine Zustimmung", erinnern die Nutzer des Hauses an lange zurückliegende Überlegungen zur Sanierung beziehungsweise für einen Neubau.

Und weiter: "Bis heute wurden die Altenschwander immer wieder vertröstet. Im Jahr 2017 wurden die Planungen wieder aufgenommen, und die Gemeinde versprach, dass nun die Förderanträge definitiv gestellt werden und das Vorhaben auf den Weg gebracht wird. Man war zuversichtlich, dass nun das lang ersehnte Projekt tatsächlich in naher Zukunft Realität werden soll. Nun aber wird festgestellt, dass für Altenschwand kein Geld da ist, weil die Schule die Gemeinde auf Jahre hinaus finanziell bindet", schreiben Kammerer, Baier und Lauber.

Schimmel an den Wänden und unzumutbare sanitäre Anlagen

Das ehemalige Schulhaus in Altenschwand entspreche alles andere als dem heutigen Standard eines öffentlichen Gebäudes. Die Wände seien von Schimmel befallen, das Heizen mit Nachtspeicheröfen sei nicht zeitgemäß, und die sanitären Anlagen seien für heutige Verhältnisse unzumutbar. Ebenso gebe es keinen behindertengerechten Eingang, wobei das Schulhaus auch als Wahllokal diene.

"Altenschwand erfreut sich eines großen Zuzugs junger Familien, eines aktiven Vereinslebens und eines tollen Zusammenhalts aller – damit dies weiter erhalten bleibt, brauchen wir zeitgemäße und ausreichend große Räumlichkeiten", so die drei Vereinsvorsitzenden.