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03. August 2017

Hubschrauber könnte jetzt kommen

Regierungspräsidium Stuttgart erteilt Segelfluggelände Hütten den Status eines Sonderlandeplatzes.

  1. Vom Hüttener Flugplatz könnte jetzt auch ein Rettungshubschrauber abheben. Die Genehmigung dafür hat die Luftsportgemeinschaft Hotzenwald jetzt erhalten. Foto: Erich Meyer

RICKENBACH-HÜTTEN. Als "erforderlich" bezeichnet das Regierungspräsidium Stuttgart die Umwidmung des Segelfluggeländes Rickenbach-Hütten zum Sonderlandeplatz, von dem aus auch Hubschrauber im 24-Stunden-Betrieb starten können. Bessere Einhaltung von Hilfsfristen, aber auch "Engpässe in der Krankenhausnotfallversorgung am Hochrhein" gibt die Behörde als Gründe an.

Diese Engpässe zögen "erforderliche Sekundärtransporte per Hubschrauber in überregionale Kliniken" nach sich, schreibt die Behörde in einer Pressemitteilung. Mit der am 31. Juli erteilten luftrechtlichen Genehmigung hat Stuttgart den Boden für die geplante Stationierung eines Intensivtransporthubschraubers (ITH) im 24-Stunden-Betrieb geebnet. Die Genehmigungsänderung zur Stationierung eines medizinischen Hubschraubers war erforderlich, "da die bessere Versorgung von Patienten und die Einhaltung von Rettungsfristen im südlichen Schwarzwald nur auf dem Luftweg per Hubschrauber erfolgen können", heißt es in der Begründung.

Dabei ist es noch kaum drei Wochen her, dass Simone Jeitner, die inzwischen abberufene ehemalige Geschäftsführerin der Spitäler Hochrhein GmbH, die stationäre Notfallversorgung als "sehr gut" gehend bezeichnet hatte. "Von den Notärzten bekommen wir gute Rückmeldungen", hatte sie noch in der Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses des Landkreises am 14. Juli gesagt. Unterstützung bekam sie damals auch vom Leitenden Notarzt Axel Frank und von Peter Hofmeister, dem Vorsitzenden des Bereichsausschusses für den Rettungsdienst, die sich beide damals mit der Notfallversorgung "zufrieden" gezeigt hatten. Kritiker zweifelten am Wahrheitsgehalt dieser Aussagen, nachdem drei Operationssäle im Spital Bad Säckingen geschlossen worden waren. Der bisherige Motorflugbetrieb bleibt in Art und Umfang erhalten und wird nicht ausgedehnt.

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Jetzt kommt es darauf an, dass auch die Krankenkassen den Bedarf für einen Hubschrauber im 24-Stunden-Betrieb sehen. Erst jüngst ließ die AOK Baden-Württemberg allerdings durchblicken, dass sie davon ausgeht, den ersten Rund-um-die-Uhr-Hubschrauber in Baden-Württemberg am Standort Villingen-Schwenningen in die Luft gehen zu sehen, und zwar ab 15. September.

Allerdings fehlte bislang für diesen Standort noch die luftrechtliche Genehmigung. Auf die Frage, ob es jetzt, nach der Genehmigung für Hütten, schon ein Statement zu den Chancen für einen ITH in Hütten gibt, kam von der AOK bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe keine Antwort.

Bei der Abwägung der Genehmigungsentscheidung wurden besonders der Schutz der örtlichen Bevölkerung und der Fremdenverkehr bedacht: An Sonn- und Feiertagen ganztags sowie an Werktagen nach 19 Uhr sind mit motorisierten Luftfahrzeugen nur An- und Abflüge vom Sonderlandeplatz Hütten-Hotzenwald zulässig. Sogenannte Platzrundenflüge sind laut Behörde untersagt.

Auch wurde eine Auflage der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Waldshut umgesetzt. Zum Schutze von segelnden Vögeln an der Waldkante oberhalb der Stadt Wehr haben Hubschrauber im An- und Abflug bestimmte Mindestflughöhen einzuhalten. Zur Erhöhung der Sicherheit im täglichen Flugbetrieb ist zudem die Installation eines hochmodernen Flugwetterdatenautomaten geplant. Dieses Gerät liefert fortlaufend Daten über aktuelle Wettererscheinungen wie Bodensicht, Temperaturen, Wolkenuntergrenzen, Windrichtung und -stärke sowie Luftdruck.

Diese Daten können geplant per Funk, Telefonansage oder über das Internet abgerufen werden und stehen nicht nur Hubschrauberpiloten, sondern auch anderen Luftfahrzeugführern lokal und überregional zur Verfügung.

Autor: Michael Krug