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25. Juni 2012 21:33 Uhr

Ruhegehalt

Moosmann: Dienstunfall brächte 1000 Euro brutto mehr

Rickenbachs Bürgermeister Moosmann hätte Anspruch auf rund 1000 Euro Brutto-Ruhegehalt mehr, wenn er wegen eines Dienstunfalls dienstunfähig wäre. Ein entsprechender Antrag liegt vor.

  1. Norbert Moosmann Foto: privat

Ob Rickenbachs Bürgermeister Norbert Moosmann ein erhöhtes Ruhegehalt wegen eines Dienstunfalls beziehen wird, beschäftigt derzeit das Landratsamt und den Kommunalen Versorgungsverband. Nach BZ-Recherchen bekäme Moosmann rund 1000 Euro brutto mehr, wenn seine Dienstunfähigkeit auf einen Dienstunfall zurückgeführt würde.

Ein Antrag auf Anerkennung eines Dienstunfalls liege dem Landratsamt vor, bestätigte Walter Scheifele, der zuständige Dezernent im Landratsamt Waldshut, auf Anfrage der Badischen Zeitung. Ein entsprechendes Gutachten des Amtsarztes sei ebenfalls eingegangen und werde derzeit vom Landratsamt in enger Kooperation mit dem Kommunalen Versorgungsverband ausgewertet.

Entscheidung in den kommenden beiden Monaten

Im ersten Schritt der Prüfung geht es zunächst darum, ob es tatsächlich einen Dienstunfall gegeben hat. Diese Entscheidung trifft das Landratsamt – unter Einbeziehung des amtsärztlichen Gutachtens. Scheifele, der keine näheren Angaben zum Inhalt des Gutachtens machte, rechnet mit einer Entscheidung in den nächsten zwei Monaten. Als Dienstunfall gilt laut des baden-württembergischen Beamtenversorgungsgesetzes "ein auf äußerer Einwirkung beruhendes, plötzliches, örtlich und zeitlich bestimmbares, einen Körperschaden verursachendes Ereignis, das in Ausübung oder infolge des Dienstes eingetreten ist". In Frage kämen also zum Beispiel der Brief mit einer toten Maus, den Moosmann erhalten hat, die Schmierereien auf seinem Wagen oder auch der angebliche Anschlag mit einer Attrappe eines Molotow-Cocktails. Die Frage, ob das anstehende Strafverfahren gegen Moosmann wegen Vortäuschens einer Straftat, die Frage eines Dienstunfalls und eines erhöhten Ruhegehalts beeinflussen könnte, kommentierte Scheifele nicht.

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Sollte das Landratsamt einen Dienstunfall Moosmanns bestätigen, folgt im zweiten Schritt die Überprüfung, ob dieser Dienstunfall auch Grund für die Dienstunfähigkeit Norbert Moosmanns ist und diesem deshalb die höhere Pension zusteht. Für diese Prüfung ist der Kommunale Versorgungsverband in Karlsruhe zuständig. "Die beiden Fragen sind voneinander völlig unabhängig", betont Karl-Heinz Bromberger, Pressesprecher des Kommunalen Versorgungsverbandes. Wie lange eine solche Prüfung dauere, hänge vom Einzelfall ab.

Statt einer Pension von rund 3000 Euro brutto bekäme der Rickenbacher Bürgermeister bei Anerkennung des Dienstunfalls etwa 1000 Euro mehr. Ein gutes Drittel, nämlich 37 Prozent des Ruhestandsgehaltes (rund 1500 Euro, falls der Dienstunfall anerkannt wird), zahlt die Gemeinde Rickenbach, den Rest der Kommunale Versorgungsverband. Norbert Moosmann wurde im März vom Landratsamt in den Ruhestand versetzt, klagt aber gegen diese Entscheidung. Ein Verhandlungstermin ist noch nicht in Sicht. Bisher bekommt Moosmann nur Dienstbezüge in Höhe der normalen Pension. Würde der Dienstunfall anerkannt, müsste die Differenz rückwirkend ausgezahlt werden, so Bromberger.

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Autor: Katja Mielcarek


8 Kommentare

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Peter Grieshaber

Registriert seit: 20.05.2012

Kommentare: 140

25. Juni 2012 - 22:48 Uhr

Herr Moosmann nutzt die Vorzüge des Beamtenrechts. Das kann man ihm als Abzockerei ankreiden, aber die Wurzel des Übels liegt in den Beamtenparlamenten, die in kleinster Weise die soziale Zusammensetzung des angeblichen Souveräns repräsentieren und die leistungslose Vollkaskoversorgung ihrer Klientel betreiben. Die Wohltaten der FDP für Reiche und Hoteliers sind Kinkerlitzchen dagegen.

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Thorsten Müller

Registriert seit: 02.02.2010

Kommentare: 51

26. Juni 2012 - 08:36 Uhr

Beschämend, diese Angelegenheit!

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Hans-Joerg Glunk

Registriert seit: 05.08.2009

Kommentare: 134

26. Juni 2012 - 09:24 Uhr

Vermutlich hat er sich einen Finger im Keyboard eingeklemmt. Man sieht wie gefährlich so ein Bürgermeister-Job sein kann.

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Hannes Fischer

Registriert seit: 15.01.2010

Kommentare: 446

26. Juni 2012 - 11:35 Uhr

Die meisten Bürgermeister sind Moosmänner, Moosfrauen, schlicht Moosleute, denen sind Besoldungsordnung und Dienstjahre die gängigsten Begriffe, alles andere is vage bis gefährlich. Und ein eindeutiges Gespür für viel Moos haben sie sowieso!

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Michael Basket  

Michael Basket

Registriert seit: 30.07.2009

Kommentare: 1207

26. Juni 2012 - 11:43 Uhr

@ Herr Fischer: Neidisch? Für mich ist Ihr "Kommentar" einfach nur üble Nachrede! Eine Beleidigung für jeden guten Bürgermeister!

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Egon Mayer

Registriert seit: 30.06.2010

Kommentare: 1485

26. Juni 2012 - 12:29 Uhr

Habe ich das richtig verstanden?
Herr Moosmann will nicht in den Ruhestand und klagt sogar dagegen. Auf der anderen Seite will er aber mehr Ruhestandsgehalt, weil der Ruhestand angeblich aufgrund eines Dienstunfalls zustande kam.

(Ed.)

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Robert Wendt

Registriert seit: 23.05.2011

Kommentare: 340

27. Juni 2012 - 07:46 Uhr

@Hr. Mayer: ja so in etwa haben Sie es richtig verstanden. ich meine, es sit ein Unterschied ob man 3000 Euro oder 4000 Euro brutto hat, und dafür nicht mehr arbeiten gehen muss....

@Hr. Fischer: nicht jeder Beamter bzw. Bürgermeister ist gleich ein Moosmann. Würden Sie sich mit der Materie "Arbeit des Bürgermeisters" mal vertraut machen, wüssten Sie dass dies ein Knochenjob ist, und erstmal gemacht werden muss. Jeder Bürgermeister hat irgendwo Kritikpunkte, weil dafür gibt es in einer Gemeinde/Stadt zuviel Meinungen, und da immer einen Mittelweg zu finden ist oftmals garnicht so einfach....Das was jedoch wiederum Hr. Moosmann treibt, sind eher die Ausnahmen bei den Bürgermeistern.....

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Martin Stadler

Registriert seit: 11.03.2010

Kommentare: 462

27. Juni 2012 - 10:13 Uhr

@ Hannes Fischer
Wenn ein Bürgermeister seine Arbeit ordentlich macht (und das ist nach meiner Einschätzung bei den meisten der Fall), dann ist er keineswegs überbezahlt. Ich jedenfalls wollte diesen Job für das Geld nicht machen.

[ed. - persönlicher Angriff]

@ Peter Grieshaber
Ihre Kritik am derzeitigen System ist sicher berechtigt. Der wahrscheinlichere Grund, dass niemand daran rührt, dürfte aber sein, dass eine Umstellung erst einmal kostet. Im Augenblick spart sich der Staat ja das Ansparen von Beiträgen, verschiebt also Zahlungen in die Zukunft. Wer dieses Prinzip ändert, steigert unweigerlich die jetzt anfallenden Kosten. (Auch wenn es, nur schon wegen der Generationengerechtigkeit, richtig wäre.)
Im Übrigen... kandidieren Sie doch ;-)

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