"Blaue Stunde" für einen guten Zweck

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Mi, 17. Oktober 2018

Riegel

Sopranistin Lea Qin Messmer sang in der Riegeler Kunsthalle und will wieder häufiger auftreten.

RIEGEL. In einer "Blauen Stunde" in der Kunsthalle Messmer erklangen spanische Lieder. Sie klangen wie in der Oper und wurden von der Mezzosopranistin Lea Quin Messmer gesungen. In einer "Blauen Stunde" im Jahr 2014 sang die Künstlerin unter dem Namen Lea Qin Du schon einmal Arien an gleicher Stelle. Ein Jahr später gab sie dem Kunstmäzen Jürgen Messmer das Ja-Wort und seitdem ist sie Chefin der Kunsthalle.

Lea Qin, begleitet von der mazedonischen Pianistin Biljana Knab, fesselte das Publikum mit ihrer kraftvollen Stimme. Diese war für ein größeres Publikum seit 2014 kaum noch zu hören. "Ich war mit der Bühne verheiratet", sagt die 1977 in der chinesischen Provinz Shandong geborene Opernsängerin. Sie habe sich also für einen der beiden Ehemänner entscheiden müssen. Nach 20 Jahren intensiven Bühnenlebens sei sie der Meinung gewesen, sie brauche eine Pause und sei in Riegel gelandet.

Erst waren es vier Jahre Gesangsstudium in ihrer Heimat. Ihre Leistungen als Sängerin brachten ihr da bereits internationale Preise ein. Von 2002 bis 2006 verfeinerte sie ihre Stimme in einer Ausbildung in Hamburg und Würzburg bei Leandra Overmann. Da hatte ihr Bühnenleben bereits Fahrt aufgenommen. Staatsoper Hannover, Staatsoper Belgrad, Eutiner Festspiele, Stadttheater Bern, Staatsoper Prag, Staatsoper Stuttgart und auf Tournee als "Madame Butterfly" in Spanien. Seit der Spielzeit 2011/2012 sang sie am Theater Freiburg.

"Ich brauche gerade eine Lernphase für die Leitung der Kunsthalle", sagt Lea Qin zu ihrer künstlerischen Pause. Doch möchte sie ihr sängerisches Repertoire nicht ganz auf Eis legen. Im März 2019 wird sie wieder einmal in der Marktkirche in Wiesbaden auftreten mit einem Verdi-Requiem. Sie trägt sich auch mit dem Gedanken, neben ihrem Job in der Kunsthalle immer wieder in Kirchen und auf Bühnen der Region aufzutreten.

Die konzertante 14. "Blaue Stunde" war einem guten Zweck gewidmet. 1 000 Euro kamen für die Stiftung "Taube Kinder lernen hören" zusammen. Die Stiftung fördert das Implant Centrum der Freiburger Uniklinik, an dem unter Leitung von Professor Roland Lazig tauben Kinder Hören und Sprechen ermöglicht wird. Der Weg dahin geht über das Implantieren von Elektroden in das Innenohr der Säuglinge.