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30. Dezember 2011

Bürgerhaus, Museum und Sanierung

JAHRESRÜCKBLICK: Riegels Orts-Erneuerung ging in Schlossgasse, Herrengasse, Schulstraße und Schulgässle weiter.

  1. Riegels Bürgermeister Markus Jablonski und SWEG-Vorstandsmitglied Walter Gerstner (Mitte) eröffneten Ende Oktober den neuen Vorplatz des SWEG-Bahnhofs. Foto: Michael haberer

RIEGEL. Das neue Bürgerhaus "Alte Schule", die Konzeption des Archäologischen Museum, die Ortssanierung und die Jubiläen von Jugendhilfezentrum und Kumedi standen in diesem Jahr in Riegel im Blickpunkt des Interesses.

Allen Grund, sich zu freuen, hatte die katholische Kirchengemeinde gleich im Januar. Beim Suppensonntag wurde das sanierte und erweiterte Gemeindezentrum eingeweiht. Alle freuten sich über die "lichten und dichten" Räume, allein die Kosten, die mit 320 000 Euro höher waren als erwartet, bereiteten der Pfarrgemeinde Kopfzerbrechen.

Im Ort hingegen wird weitergebaut. Im Mai brachte der Gemeinderat die Fortsetzung der Ortssanierung auf den Weg, genauer gesagt für die Schlossgasse, die Herrengasse, die Schulstraße und das Schulgässle. Im Herbst wurde dann gebaut. Vorläufig geschätzte Kosten: Rund 1,2 Millionen Euro. Die Bauarbeiten brachten so manchen Fund aus der langen Geschichte des Ortes ans Tageslicht. Gebaut hat auch Lothar Vogele. Er verhalf dem Alten Schloss nach umfangreicher Sanierung der Gebäude zu neuem Glanz. 2009 ging das Anwesen in seinen Besitz über. Im September ebnete der Gemeinderat den Weg für eine neue Nutzung des Zehnder-Werkgebäudes: Das Lackiercenter Schultis aus Waldkirch zieht hier ein.

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Ende Oktober wurde der neue Vorplatz des SWEG-Bahnhofs Riegel Ort eingeweiht, trotz erheblicher Mehrkosten von rund 77 000 Euro und einigen Unwägbarkeiten beim Bau freuten sich bei der Einweihung alle über den neuen Vorplatz samt Wartehalle und Fahrradüberdachung. Im Rahmen der Feier wurde auch der neue Geh- und Fahrradweg vom Bahnhofsvorplatz Richtung Forchheim seiner Bestimmung übergeben.

Gebaut wurde das ganze Jahr über auch am Gebäudekomplex der Alten Schule. Das Bürgerhaus wird zum Jahresbeginn 2012 eingeweiht. Dann feiert Riegel 1250 Jahre. Für dieses ganz besondere Jubiläum wurde hinter den Kulissen tatkräftig geplant und gearbeitet. Heftig diskutiert wurde im September im Gemeinderat die Konzeption für das Archäologische Museum am neuen Standort in der früheren Zehntscheuer. Dreh- und Angelpunkt der Diskussion war die Frage, ob sich das Museum künftig auch der Geschichte von Raketen und Düsenantrieben widmen werde oder nicht.

Der "Boccia", die überlebensgroße Männerfigur des Bahlinger Bildhauers Michael Schwarze wurde im Oktober eingeweiht. Sie steht am Eingang der früheren Brauerei, weist den Besuchern den Weg zur Kunsthalle Messmer und sorgte für manche Debatte in der Bevölkerung. Kunst gab es das ganze Jahr über nicht nur in der Kunsthalle zu sehen, sondern auch bei diversen Veranstaltungen örtlicher Kunstschaffender. Höhepunkt dabei: Die Riegeler Künstlertage im Juli.

150 Jahre Jugendhilfezentrum, 50 Jahre Kindergarten

Ein ganz besonderes Jubiläum feierte eine ganz besondere Einrichtung im Oktober: Das Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Anton besteht seit 150 Jahren. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres fand ein Festgottesdienst mit vielen Gästen statt. Auch im kommenden Jahr werden zahlreiche Veranstaltungen stattfinden. Bereits im August herrschte im Jugendhilfezentrum Hochbetrieb: Rund 150 ehrenamtliche Helfer waren angereist, um das Außengelände neu zu gestalten. Aus dem ehemals tristen Gelände wurde ein wahres Schmuckstück.

Der Kindergarten "Am Dörle" feierte seinen 50. Geburtstag, Groß und Klein fanden sich zu einem fröhlichen Fest zusammen. Gefeiert hat auch die "Kumedi", und zwar ihren 30. Geburtstag. Seit 30 Jahren zeigen Elisabeth Fünfgeld und Klaus Spürkel Kleinkunst vom Feinsten, ihre "Kumedi" ist längst zu einem festen Bestandteil des Orts und der regionalen Kunstszene geworden. Die Partnerschaftsfreunde unternahmen einen Besuch in Champhol, um ihre Freunde zu besuchen. Lebhaft wurde es in Riegel im Juni, als sich rund 250 Biker im Ort trafen. Mit von der Partie war auch Bürgermeister Jablonski, selbst leidenschaftlicher Motorradfahrer.

Auch von den Vereinen gibt es einiges zu vermelden: Sabine Epple übernahm die Leitung des DRK, im August konnte der 9000. Blutspender in Riegel verzeichnet werden. Susanne Hoch steht jetzt an der Spitze des Gewerbevereins, der damit seine Auflösung abwendete und auch beim Tennisclub gibt es ein neues Vorstandsteam. Burkhard Meyer-Böhle führt den SPD-Ortsverein, Mark Sommer den Windsurfclub.

Mehrere Unglücke werden den Riegeler Bürgern aus diesem Jahr in Erinnerung bleiben. Im Februar kam ein mit technischen Gasen beladener Sattelzug auf der Kreisstraße zwischen Teningen kurz vor der Firma Zikun von der Fahrbahn ab und kippte um. Die Feuerwehren aus Riegel und Endingen und der ABC-Zug aus Teningen waren im Einsatz. Die komplizierte Bergung des Gefahrgutlasters und seiner Ladung verlief ohne Zwischenfälle. Ein Wohnhausbrand schreckte die Bewohner in der Breite Anfang November auf, doch auch hier wurde zum Glück niemand verletzt.

Schwer verletzt wurde dagegen ein junger Mann, als er von einem Neonazi bei einer Auseinandersetzung zwischen Rechts- und Linksradikalen Ende September am Pendlerparkplatz bei Riegel angefahren wurde. Unfall oder Vorsatz? Diese Frage beschäftigte Polizei und Staatsschutz intensiv.

Wohl nur wenige Riegeler wussten, dass der Erfinder der Torwand aus Riegel stammte: Heinrich Klein starb Ende Juli im Alter von 92 Jahren in Dortmund.

Autor: Ruth Seitz