Fröhlicher Auftakt bei trübem Wetter

Das 62. Breisacher Weinfest ist eröffnet

Gerold Zink

Von Gerold Zink

Fr, 31. August 2018 um 20:42 Uhr

Breisach

Wochenlang hatten die Winzer auf Regen gewartet, ausgerechnet zum Beginn des großen Breisacher Weinfestes wurde ihr Wunsch erhört. Bei nasskaltem Wetter eröffnete die neue Weinprinzessin Katrin Schmidt am Freitagabend das 62. Weinfest für Kaiserstuhl und Tuniberg.

Aufgrund der ungemütlichen Witterung kamen weniger Gäste als üblich ins idyllisch am Rhein gelegene Weindorf. Wer jedoch den Weg nicht gescheut hatte, konnte sich aus rund 400 Tropfen eine individuelle Weinprobe für den Abend zusammenstellen.

Begrüßung der Gäste

Pünktlich um 18 Uhr zogen die Ehrengäste vom Breisacher Rheintor aus zum Festgelände, musikalisch begleitet vom Fanfarenzug Kaiserstühler Herolde aus Ihringen. Am Pavillon im Weindorf warteten bereits erstaunlich viele Besucher auf die Eröffnungszeremonie.

Für die Kaiserstühler Wein-Marketing GmbH, die das Weinfest veranstaltet, begrüßte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Langenbacher aus Sasbach die Besucher und die Ehrengäste aus der Weinwirtschaft. Er wies darauf hin, dass sich die Veranstaltung aufgrund des besonderen Ambientes zu einem Publikumsmagneten entwickelt hat. Langenbacher dankte dem Organisationsteam um Waldemar Isele für den großen Einsatz. Der Regen sei kein Beinbruch, es gebe genügend wasserdichte Weinlauben.

Breisachs Bürgermeister Oliver Rein war es vorbehalten, zahlreiche Politiker und Kollegen in der Münsterstadt willkommen zu heißen. Ob Petrus auch heute ein Breisacher sei, sei eine reine Interpretationsfrage. Denn schließlich hätten viele Menschen über die Hitze geklagt und der Regen tue den Böden gut. Rein wünschte allen Besuchern "vier Tage Weinseligkeit. Belohnen Sie die Arbeit der Winzer und lassen Sie es sich gut gehen", sagte er.

Sinja Hornecker verabschiedet sich

Mit viel Charme, Engagement und Fachwissen hatte Sinja Hornecker aus Eichstetten ein Jahr lang als Weinprinzessin den Kaiserstuhl und den Tuniberg bei zahlreichen Festen und Präsentationen würdig vertreten. Nun hieß es für sie, Abschied zu nehmen. Mit Tränen in den Augen erzählte sie von vielen einmaligen Momenten in ihren 372 Tagen der Amtszeit. "Ich hatte das Glück, meine Heimat repräsentieren und viele Weine genießen zu dürfen", betonte sie. Die Menschen hinter den edlen Tropfen hätten sie besonders beeindruckt. Ihr Jahr als Weinprinzessin sei das "schönste und aufregendste" ihres bisherigen Lebens gewesen. Sie dankte allen, die sie auf diesem Weg begleitet hatten.

Neue Weinhoheit wird vorgestellt

Die Badische Weinkönigin Miriam Kaltenbach aus Wildtal attestierte Sinja Hornecker, ihre Heimat "super toll vertreten zu haben". Sie sei immer charmant gewesen und ihre gute Laune ansteckend. Zusammen mit den Badischen Weinprinzessinnen Hannah Herrmann aus Müllheim-Niederweiler und Stephanie Megerle aus Hagnau überreichte Kaltenbach Sinja Hornecker im Namen des Badischen Weinbauverbandes als Dankeschön eine Urkunde und eine silberne Brosche.

Dann kam der Moment, auf den viele Gäste bereits gewartet hatten. Die neue Weinprinzessin für Kaiserstuhl und Tuniberg wurde vorgestellt. Es ist die 23-jährige Katrin Schmidt aus Königschaffhausen, die bereits eine Lehre als Winzerin und ein Studium als Önologin abgeschlossen hat. "Mit der Wahl ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen", sagte sie und dankte allen, die sie unterstützt hatten. Nachdem ihr Miriam Kaltenbach die Krone auf ihr Haupt gesetzt hatte, eröffnete sie das 62. Weinfest für Kaiserstuhl und Tuniberg offiziell.

Glückwünsche zur Wahl überbrachte auch der Endinger Bürgermeister Hans-Joachim Schwarz. "Königschaffhausen steht Kopf, da werden alle aus dem Häuschen sein", sagte er voraus. In den Genen der Familie müsse etwas Besonderes liegen, denn schon die ältere Schwester Natalie Henninger sei Weinprinzessin gewesen.

Ein BMW für die Prinzessin

Einige tausend Kilometer legt eine Weinhoheit jedes Jahr mit dem Auto zurück. Nachdem sich der langjährige Sponsor des Weinprinzessinnen-Wagens, das Autohaus Ernst und König, zurückgezogen hat, erklärte sich der Badische Winzerkeller in Breisach bereit, für einen fahrbaren Untersatz zu sorgen. "Wir können doch unsere Weinprinzessin nicht zu Fuß gehen lassen", sagte der Vorstandsvorsitzende Peter Schuster und überreichte Katrin Schmidt den Schlüssel für ein BMW Mini Cabriolet, das die Prinzessin die nächsten zwölf Monate lenken darf und im nächsten Jahr an ihre Nachfolgerin weitergeben wird. Außerdem schenkte er der neuen Weinhoheit einen speziellen Weinprinzessinnen-Koffer, gefüllt mit gutem badischem Sekt.

Das Weindorf ist am Samstag ab 14 Uhr, am Sonntag ab 12 Uhr und am Montag ab 14 Uhr geöffnet.