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30. Januar 2012
Die ganze Bandbreite der Kunst im 20. Jahrhundert wird gezeigt
Vom Jugendstil bis zur Moderne: Ab 3. März sind in der Kunsthalle Messmer in Riegel sind Werke von Le Corbusier und André Evard zu sehen.
RIEGEL (BZ). Mit dem berühmten Architekten, Designer und bildenden Künstler Le Corbusier (1887-1965) und dem Maler André Evard (1876-1972), einem wegweisenden Künstler der Schweizer Moderne, eröffnet die Kunsthalle Messmer das Ausstellungsjahr 2012. Als einziges Museum im deutschsprachigen Raum widmet die Riegeler Kunsthalle damit dem großen Architekten eine besondere Werkschau anlässlich seines diesjährigen 125. Geburtstages und gedenkt gleichzeitig dem 40. Todestag von André Evard. Die Ausstellung ist vom 3. März bis zum 26. August zu sehen.
Die Entwicklung beider Künstlerpersönlichkeiten, deren gemeinsame Anfänge in der Kunstgewerbeschule in La Chaux-de-Fonds im Kreise des Hodler-Schülers Charles L´Eplattenier (1874-1946) liegen, reicht vom Jugendstil bis hin zur konstruktiven Moderne. Die Ausstellung bildet mit Malerei, Fotografie und Grafik, Architektur und Design die Bandbreite der bildendenden wie der angewandten Kunst im 20. Jahrhundert ab.
In der Ausstellung wird gezeigt, dass der viel bewunderte und gleichzeitig ob seiner radikalen Wohnkonzepte durchaus umstrittene Corbusier weit mehr war als Architekt und Designer. Von Charles-Eduard Jeanneret, wie Corbusiers bürgerlicher Name lautete, wird es in dieser Ausstellung zahlreiche Arbeiten geben, die zur Neuentdeckung eines wahren Gesamtkünstlers einladen, heißt es in einer Vorankündigung der Kunsthalle.
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Neben "Klassikern" Corbusiers werden seltene Leihgaben internationalen Ranges zu sehen sein: Dabei handelt es sich um wichtige Zeichnungen aus seinem noch weithin unbekannten Jugendstil-Frühwerk, um Malereien aus seiner puristischen Phase und um Plastiken der 40er Jahre, die bisher kaum ausgestellt wurden.
Im Rahmen der Ausstellung, die chronologisch nach Jahrzehnten aufgebaut ist und von einer informativen allgemeinhistorischen Zeitliste ergänzt wird, werden Gemeinsamkeiten und Parallelen zwischen dem Architekten Le Corbusier und dem Maler André Evard aufgedeckt, die der Öffentlichkeit laut Kunsthalle erstmals in dieser Form präsentiert werden.
Der künstlerische Ursprung beider Künstler liegt im Schweizer Jugendstil, der sich um die Jahrhundertwende rund um die Stadt La Chaux-de-Fonds im Jura etablierte, dem damaligen Zentrum der Schweizer Uhrenindustrie.
Von 1904 bis 1909 besuchten Le Corbusier und André Evard an der örtlichen Kunstgewerbeschule den Unterricht des Hodler-Schülers Charles L’Eplattenier, der als einer der wichtigsten Vertreter des Schweizer Jugendstils gilt. Auch wenn der Schwerpunkt der Kunstgewerbeschule auf Goldschmiedekunst und Gravur lag, brachte L’Eplattenier seinen Schülern die Beschäftigung mit Malerei, Architektur und Bildhauerei nahe und vermittelte Ihnen eine damit eine rege Bandbreite künstlerischer Techniken und Ausdrucksformen.
Die Suche nach einer strukturalen Logik hinter den Erscheinungsformen der Natur und die geometrische Reduktion in zweidimensionale Formen ebneten Evard und Le Corbusier den Weg in die Moderne. Die Nähe zur Avantgarde suchten die Künstler in Paris. Corbusier siedelt sich ab 1917 in Paris an, Evard hält sich zwischen 1923 bis 1931 mehrfach länger in der Metropole auf.
Autor: bz
