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27. Juni 2011

Ein Ort von besonderer Kreativität

Bei den dritten Riegeler Künstlertagen ist in neun offenen Ateliers eine breite Palette künstlerischen Schaffens zu sehen.

  1. Ein Mosaik der teilnehmenden Künstler. Foto: Veranstalter

RIEGEL (BZ). Die Gemeinde Riegel steht am Samstag und Sonntag, 2. und 3. Juli, jeweils von 14 bis 18 Uhr, ganz im Zeichen der Kunst: Bei den dritten Riegeler Künstlertagen werden in neun offenen Ateliers Malerei und Keramik, Fotografie und Bildhauerei, Druckgraphik und Kalligraphie, Schmuckkunst und Miniaturenmalerei ausgestellt.

Die Riegeler Kunstszene wächst. Dies wirkt sich positiv auf die Riegeler Künstlertage aus, deren Spektrum noch größer geworden ist als in den beiden vergangenen Jahren. Alle Interessierten sind in den offenen Ateliers willkommen, die sich mit einer Ausnahme im Kernort Riegel befinden und sich sehr gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden lassen. Ein Atelier befindet sich direkt am Bahnhof Riegel in der Waldsiedlung. Wer dieses Atelier per Bahn ansteuert, gelangt anschließend mit der Kaiserstuhlbahn problemlos ins historische Riegel. Auch die Gastronomie beteiligt sich mit speziellen Gerichten an den Künstlertagen.

Der empfohlene Rundgang beginnt neben der Messmer Foundation (dort startet am 2. Juli die neue "Wasser"-Ausstellung) im Keramikatelier von Silvia Wenzinger-Schille (Hauptstraße 5). Sie präsentiert Skulpturen und Objekte in der althergebrachten Brenntechnik Raku und Kupfermatt sowie exklusive Schalen und Vasen mit einer selbst entworfenen Kaiserstühler Erdglasur.

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Zweite Station ist das Atelier von Cordula Böhle (Hauptstraße 6). Dort präsentieren gleich drei Kunstschaffende ihre Werke. Die Malerin Cordula Böhle lässt sich von Landschaften und Architektur zu ihren teils großformatigen Bildern inspirieren, die von Überlagerungen und gestischen Impulsen charakterisiert sind. In ihrem Atelier stellen auch Norman Hothum und Michelle Hothum aus, neue Mitglieder der Riegeler Künstlergruppe. Der Buchillustrator und Kalligraph Norman Hothum ist auf mittelalterliche Stilformen und Techniken spezialisiert (wir berichteten). Die Miniaturenmalerin Michelle Hothum zeigt feinste Radierungen und Illustrationen von Musen, Engeln und Feen - Quelle ihrer Inspiration.

Nur wenige Schritte sind es von der Hauptstraße in die Schulstraße 8, wo hinter der auffälligen Fassade der Maler, Gestalter und Restaurator Karl-Heinz Thiel sein Atelierhaus öffnet. In seinen vielseitigen Arbeiten beschäftigt er sich mit der Suche nach den für ihn lebenswichtigen Dingen. Was bleibt vom Menschen übrig? Diese Frage möchte er künstlerisch beantworten.

Ein künstlerisches Trio bildet auf dem Rundgang die vierte Station: Im Anwesen Kehnerstraße 20 (Eingang auch vom Dorfgraben 3 her möglich) präsentieren Heide Bachofer, Hans-Jürgen Truöl und Tanja Truöl ihre Werke. Heide Bachofer lässt sich von Fundstücken vom Rheinufer und aus ihrem Kleiderschrank zu Materialbildern inspirieren. Jede Arbeit erzählt eine kleine Geschichte, die Malerin kreiert Farblandschaften mit persönlichem Bezug. Hans-Jürgen Truöl beschreibt seine Landschaftsfotos als "Lichtblicke". Kaiserstuhl und Rhein haben es ihm in diesem Jahr besonders angetan. Er möchte Bekanntes in neuer Sichtweise zeigen und den Blick auf die Ästhetik der Natur richten. Neu in der Riegeler Künstlergruppe ist die junge Fotografin Tanja Truöl mit ihrem Atelier "PhotoArtWorks". Sie präsentiert ihre Bildserie "Annäherung an Istanbul", wobei sie mit Analogfotografie experimentierte.

Der Fotograf und Filmemacher Telemach Wiesinger hat sein Atelier im alten Feuerwehrgerätehaus an der Kirchstraße 8. Dort zeigt der Lichtbildner Schwarzweißfotos aus der stillgelegten und umgebauten Riegeler Brauerei – eine Zeitreise.

Comics, Skulpturen, Fotos, Malerei und Holzkunst

Ebenfalls neu in der Gruppe ist die Argentinierin Gabriela Stellino. Ihr Atelier befindet sich in der Spitalstraße 19 und stellt die sechste Station des Rundgangs dar. Zu den Künstlertagen eröffnet sie ihr Atelier mit einer Filmprojektion, die sie zu ihren zarten Aquarellen zusammengestellt hat. Untermalt werden ihre schwebenden, fast meditativen Bilder von Klängen des in Lahr lebenden Pianisten Fernando Viani: eine Synthese von Malerei und Musik.

Die siebte Station befindet sich in der Leopoldstraße 18. Dort, in den Räumen der ehemaligen Weinkellerei Hassler, stellen der Comiczeichner und Maler Wolfgang Keller und der Fotograf Hans-Peter Ziesmer aus. Keller, neu in Riegel, versteht Comics als grafische Erzählungen. Auch zeigt er bildnerische Arbeiten wie Akte, Porträts und Landschaften. Hans-Peter Ziesmer ist bei den Künstlertagen mit Fotos aus der freien Natur präsent. Zu sehen sind Motive aus ungewöhnlicher Perspektive zwischen Schwarzwald und Kaiserstuhl.

Im Atelier von Dieter Rottler an der Leopoldstraße 28 stellen er selbst sowie Carmen Gukelberger aus. Dieter Rottler, der fantasievolle und unermüdliche Künstler, stellt Skulpturen und Bilder aus. Er verwendet Aquarell-, Acryl- und Ölfarben, experimentiert mit Gasbeton, Gips, Holz, Papier, Polymer, Stahl und Ton. Als Ergebnis seiner Kreativität entstehen Werke, die er stets unter ein Thema stellt.

Wie im vergangenen Jahr stellt die Malerin Carmen Gukelberger am 2. und 3. Juli erneut in diesem Atelier aus. Die Künstlerin versteht Malerei als Abenteuer und Freiheit in Bezug auf Gestaltung und Darstellung. Dank ihrer Technik kann sie ihre Ideen zu inhaltsreichen Bildern umsetzen.

Mit dieser 8. Station endet der Rundgang durch Riegel-Ort. Denn die 9. Station befindet sich in der Waldsiedlung, also östlich der Autobahn direkt neben dem Bahnhof an der Rheintalstrecke. Dort haben zwei neue Mitglieder der Riegeler Künstlergruppe ihre Ateliers.

Thomas Combe zeigt Holzkunst. Er hat sich auf Objekte aus Olivenholz spezialisiert und versteht es, sie als Sinnbild von Seelenzuständen zu gestalten. Ulrike Hensle stellt in ihrem neuen Atelier Skulpturen aus Speckstein aus, die sie mit Halbedelsteinen kombiniert. Den Prozess zur Herstellung von Ausdrucksmalerei und Schmuckunikaten sieht sie als ganz persönliche Meditation.

16 Künstlerinnen und Künstler in neun Ateliers: Die Riegeler Künstlertage möchten den Ruf der Kaiserstuhlgemeinde als kreativen Ort in der Region untermalen. Kunstfreunde, aber auch alle sonstigen Interessenten sind eingeladen, ein Blick hinter die Kulissen zu werfen und am 2. und 3. Juli die offenen Ateliers zu besichtigen. Weitere Infos: http://www.kunst-in-riegel.de

Autor: bz