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07. September 2011

Die Ariane und ihre Väter

EIN WORT DAZU: Zwei Seiten der Geschichte

Darf Riegel nicht mit der Ariane für sich werben? Hat sie zu wenig mit Riegel zu tun und macht sie ihre Nähe zu Kriegswaffen suspekt? Natürlich waren die Raketenforscher nur wenige Jahre in Riegel. Doch die Ariane hat einen Namen. Mit diesem Namen kann Riegel über die Ortsgrenze oder die Region hinaus auf sich aufmerksam machen. Aushängeschild zu sein, ist die zentrale Aufgabe des Archäologischen Museums. Der Gemeinderat hat sich vor einigen Jahren gefragt, was Riegel ohne die Brauerei noch vorzuweisen hat, mit dem es weithin Aufmerksamkeit erwecken kann. Angehende Kulturmanager meinten damals: Mit dem "Freiburg der Römerzeit" könne die Gemeinde wuchern.

Jetzt haben neue "Ausgrabungen" sogar Raketenforscher zum Vorschein gebracht. Wer die übliche Zugkraft von Heimatmuseen kennt, weiß die Ariane zu schätzen. Die Kritiker scheuen nicht davor zurück, das Ganze als bloße Selbstverwirklichung des Geschichtsvereinsvorsitzenden Peter Ziegler zu diskreditieren. Sicher steckt ein Stück Ziegler in dem Projekt. Wenn die Gemeinden ohne das Herzblut der ehrenamtlichen Macher bei solchen Projekten auskommen müssten, bräuchen sie einen bezahlten Museumsdirektor und die Kritiker dürften Wochenenddienst im Museum schieben.

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Vielleicht haben die Kritiker unbeabsichtigt etwas Positives bewirkt. Sie weisen die Väter der neuen Museumsabteilung noch einmal nachdrücklich darauf hin, dass es zwei Seiten der Geschichte gibt. Die bloße Huldigung von Hightech ist da nicht genug. Immerhin geht es um ein Geschichts- und kein Technikmuseum. Angesichts der deutschen Erinnerungskultur braucht es beide Seiten der Medaille, um auch Schülern eine runde Geschichte zu präsentieren.

Autor: Michael Haberer