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01. Februar 2012
Eine gelungene Gesamtkomposition von Klang und Text
Besondere Matinee in der Kumedi in Riegel mit Carsten Fuhrmann, seiner Band "JQ" und Ullo von Peinen.
RIEGEL. Unter dem Titel "JQ Paul Auster Projekt" gelang Carsten Fuhrmann mit seiner Band "JQ" und Ullo von Peinen am Sonntagmorgen in der "Kumedi" eine ganz besondere Matinée. Schon der Beginn sprach für sich: Es wurde nicht einfach geklingelt, sondern der Bassist begab sich allmählich zu seinem Instrument und begann zu spielen. Ihm folgte der Schlagzeuger, dann gesellte sich der Pianist dazu. Als Letzter schlenderte der Sänger auf die Bühne und Jazzklänge füllten den Theaterraum. Spätestens jetzt war der letzte Zuschauer im gut besuchten Theaterraum auf seinem Platz.
Mit den langsam ausklingenden Tönen der Musik setzte Ullo von Peinen, langjähriger Schauspieler des Freiburger Theaters, ein. Mit ruhiger und präziser Stimme führte er die Zuhörer unwiderstehlich in die Straßen von New York, in die Welt des preisgekrönten amerikanischen Autors Paul Auster.
Auster erlangte Weltruhm durch die "New-York-Trilogie". Deren erster Band "Stadt aus Glas" war die Hauptquelle der Lesung. Und so folgte der Zuhörer dem Erzähler Daniel Quinn bei der detektivischen Beobachtung des alten Stillman durch die Straßen New Yorks. Die scheinbar sinn- und ziellosen Wanderungen rund um den Broadway ergaben in ihren Linien das Wort "Turm zu Babel": Ein Sprachspiel und für die Zuhörer einfach nur sprachlicher Genuss. Man geriet in den Sog der verführerischen Worte Austers, die um das Umherwandern, das Schweifen der Gedanken oder der Frage nach dem Ich kreisen. Geistreich die Episode der Fotoalben, die Fotos von jedem Tag im Jahr zeigen: Jahrelang aus derselben Perspektive und zur gleichen Tageszeit aufgenommen, bilden sie in winzigen Veränderungen die Zeit ab. Witzig der Schwarze mit seinem stofflosen Schirm, der bei wolkenlosem Himmel einen Regenspaziergang auf der Straße tanzt. Wer einmal in New York war, fühlte sich bald in die lebendige Atmosphäre dieser einzigartigen Stadt versetzt.
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Als kongenial erwies sich die Verbindung mit der Musik. Die Band "JQ" und ihr Sänger Carsten Fuhrmann, eigentlich ausgebildeter Opernsänger, nahmen die Stimmung der Texte Austers auf und untermalten sie mit Stücken von George Gershwin und Cole Porter. Der Wechsel von Musik zur Lesung und zurück war ein fließender, so dass Töne und Text eine gelungene Gesamtkomposition bildeten. Es spielten Tobi Rädle am Piano, Lutz Gertler am Bass und Adi Romaniuc am Schlagzeug. Das Publikum applaudierte begeistert.
Autor: Christiane Franz
