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21. September 2010 15:58 Uhr

Sanierung schreitet voran

Einweihung im Jahr des Jubiläums

Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung des Riegeler Gemeinderats steht auch die Vergabe von Arbeiten an der Alten Schule, die gerade saniert und erweitert wird. Nach der Entscheidung, wer den Zuschlag für dieses oder jenes Gewerk erhält, werden etwa zwei Drittel der Bauarbeiten vergeben und teils schon realisiert sein.

  1. Architekt Konrad Waltersberger und Bürgermeister Markus Jablonski in der früheren Zehntscheuer, die entkernt wurde. Foto: Michael Haberer

RIEGEL. Eingeweiht wird das 2,1 Millionen teure Projekt erst im übernächsten Jahr. 2012 feiert der Geschichtsverein sein 25-Jähriges und bietet damit eine gute Gelegenheit, das geschichtsträchtige und museale Gebäudeensemble auch offiziell für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Allerdings muss bis Ende des kommenden Jahres vollständig abgerechnet sein. Dies fordert die Bezuschussung durch den Staat. Rund 1,1 Millionen Euro der Kosten werden über den Zuschuss finanziert. Nach Architekt Konrad Waltersberger und Bürgermeister Markus Jablonski liegt man in den bisherigen Vergaben einige Prozent unter der Kostenschätzung. Beide gehen davon aus, dass die Kostenschätzung aus dem Jahr 2008 auch bis zum Ende der Sanierung stand hält. Nach dem Gemeinderatsbeschluss heute Abend, sollen Bauarbeiten von 1,1 Millionen Euro vergeben sein. Die reinen Bauarbeiten kommen voraussichtlich auf 1,4 Millionen Euro.

Bei der nun gänzlich entkernten Zehntscheuer gab es nach Waltersberger keine Überraschungen und auch mögliche Probleme sind nicht aufgetaucht. Anfangs wurde gemutmaßt, dass stellenweise die Fundamente nicht stark genug sein könnten, um den künftigen Innenbau zu tragen. Denn dieser sieht nun auch ein ausgebautes Dachgeschoss vor. In dieser zweiten Etage unter dem Dachspitz wird das Archiv untergebracht. Nach Waltersberger sind aber die Fundamente der Zehntscheuer gut gemauert. Deshalb braucht hier nicht nachverstärkt werden. Jetzt sind alle Zwischenwände herausgebrochen, so dass man den ganzen Innenraum sehen kann. Der Boden wurde tiefer gelegt, womit für den künftigen Museumsraum eine größere Raumhöhe geschaffen wird. Die Deckenbalken werden derzeit von einer Vielzahl von Trägern gestützt. Dies sei aber kein Indiz, dass die Balken das ausgebaute Dachgeschoss nicht tragen, so Waltersberger. Die Stützen dienten lediglich dazu, die Balken auf der exakt gleichen Höhe zu justieren, damit die Betondecke aufgesetzt werden könne. Nur einige marode Balken müssten entfernt werden. Noch in diesem Jahr bekommt die Zehntscheuer ihre Fenster und der Putz wird aufgebracht.

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Auch der Gebäudeteil zwischen Zehntscheuer und Haupthaus ist weitgehend entkernt. Hier kommen in erster Linie die Vereinsräume und die Sanitärräume unter. Zurzeit rücken die Stahlbauer an und die Statik wird auf den geplanten Innenbau ausgerichtet. Auch die Bauarbeiten für den künftigen Saal zwischen den beiden großen Gebäuden beginnen. Die Tiefbauer fangen an und bis zum Winter soll ein Dach drauf kommen. Die Einglasung erfolgt erst im kommenden Jahr. Dann wird auch das Haupthaus eingerüstet, um den maroden Fassadenputz zu erneuern.

Zur Zukunft des Archäologischen Museums ist laut Jablonski mit dem Geschichtsvereinsvorsitzenden Peter Ziegler ein Fahrplan vereinbart worden. Danach wird das Museum trotz der Bauarbeiten in diesem Jahr und bis zum Frühsommer des kommenden Jahres geöffnet bleiben. Dann wird umgezogen in die Zehntscheuer und nach einigen Wochen des Einräumens gibt es eine "stille Wiedereröffnung" des Museums.

Eine Diskussion über das Dach des Haupthauses wird es in einer der kommenden Sitzungen noch geben. Bislang ist beschlossen, 80 000 Euro für neue Gaupen auszugeben. Das doppelt eingedeckte Dach sieht zwar noch gut aus. Doch Waltersberger erklärt, dass durch den Einbau der Gaupen etwa ein Drittel des Dachs abgedeckt werden müssten. Die anderen zwei Drittel ebenfalls anzugehen, um ein Eindecken in absehbarer Zukunft und das damit verbundene erneute Stellen eines Gerüsts zu vermeiden, sei durchaus sinnvoll, erklären Jablonski und Waltersberger.

Autor: Michael Haberer