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21. Oktober 2016

Riegel

Geschichtsverein feiert Ende Oktober sein 30-jähriges Bestehen

Geschichtsverein feiert Ende Oktober sein 30-jähriges Bestehen / Peter Ziegler seit 27 Jahren Vorsitzender.

  1. Karl Lösch, Peter Ziegler und Wilhelm Stumpf (von links) 1993 bei einem Vortrag des Ägyptologen Dr. Löw, Sohn des einstigen evangelischen Pfarrers Hans Löw Foto: Wolfgang Ziefle

RIEGEL. "Man sollte etwas tun für und um unsere reichhaltige Geschichte." Diese Worte hörte Peter Ziegler immer wieder. Mitte der 80er Jahre bat er mit Alfred Knobel, Franz Stadelbacher, Wolfram Becherer, Hermann Fröhlich und Fritz Schäfer sechs geschichtsbewusste Männer ins Gasthaus "Kopf". Das gemeinsame Thema: die Gründung eines Geschichtsvereins. Am 10. Januar 1986 war es so weit: Der Geschichtsverein wurde im Gasthaus "Kopf" gegründet und 50 Personen traten dem Verein sofort spontan bei, erinnert sich Ziegler. Am 30. Oktober feiert der Geschichtsverein nun sein 30-jähriges Bestehen.

Vorsitzender war in den ersten drei Jahren Alfred Knobel, ihm folgte dann 1989 Peter Ziegler, der dieses Amt bis heute innehat. Ziel des Vereins war damals die Förderung der Geschichtsforschung, die Sammlung und Sicherung von Gegenständen und schriftlichen Zeugnissen der Vergangenheit und deren Bearbeitung, die Erhaltung von Kunst-, Kultur- und Baudenkmalen sowie die Veranstaltung von Vorträgen, Besichtigungen und Studienfahrten. Die Bildungsreisen – oft über fünf Tage – führten meist nach Frankreich. Manche Arbeiten, wie die Besichtigung und Dokumentation von Riegeler Grenzsteinen durch Reiner Göppert konnten in kürzester Zeit gemacht werden. Die Renovierung der Michaelskapelle 2008 brachten etliche Mitglieder bei harter Arbeit zum Schwitzen. Mehrere Ausstellungen wurden organisiert, etwa mit Münzen und Kaffeemühlen, zu Riegel im 18. Jahrhundert, zum Riegeler Schloss oder zum 100. Geburtstag von Adolf Futterer.

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Nicht realisiert wurde dagegen der Plan, eine Chronik zu erstellen, die schlicht zu teuer gewesen wäre. Dafür wurde aber 1991 der erste Riegeler Almanach herausgegeben mit wissenschaftlichen Beiträgen, Erinnerungen und Dokumentationen, Gedichten und Liedern sowie dem Riegeler Wörterbuch. Viele Jahre lang hat der Riegeler Maler und Zeichner Hans Hoppe das Titelbild des Almanachs gestaltet, von dem inzwischen 26 Ausgaben erschienen sind. Viele Beiträge darin wurden von Mechthild Michels verfasst, die sich dabei um ihr Spezialgebiet "Provinzialrömische Geschichte" kümmerte. Das angestrebte Archäologische Museum wurde allerdings erst nach 20 Jahren im linken Flügel der alten Schule auf 120 Quadratmetern Realität. Am 11. März 2006 konnte die Gemeinde das "Archäologische Museum Riegel" der Öffentlichkeit übergeben. Fünf Jahre später wurde dann in noch größeren Räumlichkeiten im selben Haus dank Rüdiger Dollhopf eine zweite Abteilung geschaffen: Im Museumsteil zur "Technik der Luft- und Raumfahrt" ist sogar eine Rakete vom Typ "Parca" zu sehen, das weltweit einzige Modell dieses Typs. Ein weiteres Exponat aus der Raumfahrt ist bereits in der Planung. Bis zu 1400 Besucher kamen pro Jahr in das Museum, darunter jüngst auch Professor Elmar Schwertheim, bekannter Althistoriker und Epigraph, dessen Lehrmeister in den 70er Jahren Ehrenmitglied Bernhard Cämmerer war. Derzeit zählt der Geschichtsverein 180 Mitglieder.

Sein 30-jähriges Bestehen feiert der Verein am Samstag, 29. Oktober, mit geladenen Gästen im Bürgerhaus und am Sonntag, 30. Oktober, bei freiem Eintritt für die Öffentlichkeit im Museum.

Autor: Helmut Hassler