Großer Andrang bei Messmer

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Mo, 05. November 2018

Riegel

Die Vernissage zum fünften Evard-Preis am Freitag in Riegel war gut besucht.

RIEGEL. Der Platz im Foyer der Kunsthalle Messmer reichte am Freitag kaum aus für die Besucher der Vernissage zum fünften Internationalen André-Evard-Preis für konkret-konstruktive Kunst. Das Publikum war gespannt, wie die künstlerische Übersetzung von Maß, Zahl und Ordnung in diesem Jahr aussehen würde.

Die aktuelle Ausstellung sei von noch höherer Qualität als die zum vierten Evard-Preis, sagte der Kunsthallenbetreiber Jürgen Messmer. Tagelang hätten er und sein Team gearbeitet, damit die Werke, die die Jury in die engere Auswahl nahm, auch am richtigen Platz hängen. Allerdings ging alles doch recht flott. Am Sonntagabend vor der Vernissage sei die Dalí-Ausstellung abgebaut gewesen und in wenigen Tagen seien die konkret-konstruktiven Bilder und Skulpturen platziert worden.

Der Kunsthistoriker Friedhelm Häring berief sich bei der Vernissage auf antike Größen und den Dichterfürsten Goethe, um eine Vorstellung von der konkret-konstruktiven Kunst zu liefern. Aufhänger war der junge André Evard. Die klare Konstruktion, die einen Teil der Evard-Kunst auszeichnet und der mit dem Evard-Preis gehuldigt wird, komme aus dem Leben in La-Chaux-de-Fonds im Schweizer Kanton Bern. In der von der Uhren-Industrie geprägten Stadt ist Evard aufgewachsen. Evards Schicksal habe das göttliche Leuchten in sein Werk gebracht, so Häring. In der Kunsthalle Messmer werde das lebendige Gespräch über Schöpfung und Konstruktion in einer Vielzahl von Werken ermöglicht, gab er den Besuchern mit auf den Weg entlang der Kunstwerke.

"Es sind die Kurven einer Frau", sagte Marie-Joëlle Robert, Malerin aus dem elsässischen Bischheim, als sie sich eine Skulptur von Vesna Kovacic anschaute. Das Werk ist zuerst ganz konkret-konstruktiv aus zurückhaltend gefärbten Streifen aufgebaut. Doch das Bild ist auf einer Aluminiumplatte aufgezogen. Dieses Aluminium hat die Künstlerin aus Slowenien gefaltet. Damit bekommt die Komposition Wellen. "Natürlich ist es erst einmal Struktur", so Marie-Joëlle Robert. Aber sie glaubte, die Idee der Künstlerin zu spüren.

"Das Bild lebt", sagte Christian Stockinger, der mit seinem zehnjährigen Sohn Wendelin vor einer Arbeit von Uwe Siemens stand. Auch in diesem Fall ist das Kunstwerk auf Acrylglas ganz einfach strukturiert aufgebaut: Unmengen von flachen Dreiecken oder Rauten sind zu sehen. Das Leben, die Bewegung kommt vor allem durch eine LED-Beleuchtung im Hintergrund in das Bild. "Das ist faszinierende Geometrie", sagte Stockinger. Wendelin konnte dem Vater nicht ganz folgen. Grundsätzlich, erklärte er, gefielen ihm sowieso nur die Bilder seiner Mutter.

Info: Die Ausstellung zum fünften Internationalen André Evard-Preis für konkret-konstruktive Kunst ist bis zum 17. Februar zu sehen. Zu sehen sind Werke der 101 Nominierten. Die Kunsthalle ist dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen werden sonntags um 14.30 Uhr angeboten.