Riegel

Kunsthalle Messmer widmet Ausstellung der Verhüllungskunst von Christo und Jeanne-Claude

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 20. Januar 2017

Riegel

Kunsthalle Messmer in Riegel widmet ihre nächste Ausstellung der Verhüllungskunst von Christo und Jeanne-Claude.

RIEGEL (BZ). Die Verhüllungskünstler Christo und Jeanne-Claude stehen im Mittelpunkt der Ausstellung, die vom 28. Januar bis 18. Juni in der Kunsthalle Messmer in Riegel zu sehen sein wird. Gezeigt werden rund 100 Objekte, Grafiken, Zeichnungen, Collagen und Fotografien.

Christo und Jeanne-Claude – zwei Namen, die jeder sofort und untrennbar mit einem unverwechselbaren Werk verbindet: Verhüllungskunst. Der weltbekannte amerikanische Künstler, 1935 in Bulgarien geboren, begeistert nach wie vor mit seinen spektakulären und mit enormem Aufwand betriebenen Kunstprojekten, bei denen er verrückte Ideen Wirklichkeit werden lässt. Die einmaligen und prägenden Kunsterlebnisse, meist unter freiem Himmel präsentiert, finanzierte das Künstlerpaar stets selbst und lässt die Besucher kostenlos daran teilhaben, heißt es in der Pressemitteilung der Kunsthalle zur kommenden Ausstellung. Die temporären Kunstwerke, nur wenige Tage oder Wochen zu bewundern, leben durch Zeichnungen, Fotos, Collagen und Editionen weiter.

"Enthüllen durch Verbergen" – auf diese vielzitierte Formel lasse sich das Werk dieser beiden Ausnahmekünstler wohl am besten bringen, betont Stefanie Thomas von der Kunsthalle Messmer.

Zu Beginn seiner Karriere verschnürte Christo vor allem Alltagsgegenstände mit Schnur, Papier, Gewebe und Klebeband – seine kritische Antwort auf die von den Pop-Art-Künstlern propagierte ikonenhafte Überhöhung kommerzieller Waren. Allerdings sei das Werk von Christo und Jeanne-Claude mehr als nur Konsumkritik. Vielmehr seien die Projekte Experiment und Spiel mit der Ästhetik eines verhüllten Objektes, eines Bauwerkes oder den Teilen einer temporär den Blicken des Betrachters verborgenen Landschaft, die aber in ihren Umrissen stets erkennbar bleibt.

Die Ausstellung in der Kunsthalle Messmer präsentiert anhand von rund 100 Exponaten – darunter Zeichnungen, Collagen, Objekte, Grafiken und Fotos – die Entwicklung der Ausnahmekünstler hin zu technisch immer ausgefeilteren und anspruchsvolleren Werken. Die Kunsthalle eröffnet damit nach eigener Aussage "die erste umfassende Werkschau des wohl bekanntesten Künstlerpaares der Welt im Südwesten". Sie zeigt alle wichtigen Schaffensperioden, veranschaulicht und dokumentiert die Arbeitsweise und spannt einen weiten Bogen, beginnend mit den frühen Arbeiten, über die weltbekannten Projekte wie die "Surrounded Islands", der Pont Neuf, die "Umbrellas" in Japan und Kalifornien, den verhüllten Reichstag in Berlin oder die "Gates" in New York bis hin zum jüngsten Großprojekt der "Floating Piers" am Lago d’Iseo in Italien.

Gemeinsam ist all den spektakulären Kunstprojekten eine oft viele Jahre währende Vorbereitung, die Verwendung von Unmengen an Material, immense Kosten und ein Millionenpublikum. 23 Jahre Vorbereitungs und Planungszeit gingen etwa dem Projekt "Verhüllter Reichstag" in Berlin voraus, ehe im Februar 1994 endlich die Genehmigung erteilt wurde. Mehr als fünf Millionen Besucher bestaunten das temporäre Kunstwerk.

Mit den "Floating Piers" vollendete Christo im Sommer 2016 das erste Großprojekt ohne seine 2009 verstorbene Frau und Partnerin Jeanne-Claude. Am Ufer des italienischen Iseosees verlegte er begehbare Stege zu den beiden Inseln Monte Isola und Isola di San Paolo. Für die Zukunft sind weitere aufsehenerregende Projekte geplant.

Info: Ausstellung "Christo und Jeanne-Claude – Objekte, Zeichnungen, Collagen", 28. Januar bis 18. Juni; Di. bis So. 10 bis 17 Uhr; http://www.kunsthallemessmer.de