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07. Januar 2012

Lang gehegter Wunsch wurde wahr

Gemeinde Riegel weiht das grundlegend sanierte und umgebaute Bürgerhaus "Alte Schule" ein / Museum mit neuem Konzept.

  1. Einweihung, Archäologisches Museum, Luft- und Raumfahrtechnik zum Anschauen Foto: Michael Haberer

  2. Einweihung: Architekt Konrad Walterberger (r.) übergibt BM Markus Jablonski eine Spende der beteiligten Firmen für den Storchen-Bildschirm Foto: Michael Haberer

  3. Einweihung: Quartett Sax-ämol des Riegeler Musikvereins sorgt für Klang Foto: Michael Haberer

RIEGEL. Am Sonntag nach dem Kirchgang wird das Bürgerhaus "Alte Schule" geweiht und der großen Öffentlichkeit vorgestellt. Eine Einweihung für geladene Gäste fand bereits am Donnerstag statt. Begleitet von den Klängen eines Saxophon-Quartetts des Riegeler Musikvereins präsentierte Bürgermeister Markus Jablonski, Planer Konrad Waltersberger und der Geschichtsvereinsvorsitzende Peter Ziegel das sanierte Gebäude und was es so zu bieten hat.

"Eine Holzhütte ist es nicht geworden", kommentierte Bürgermeister Markus Jablonski das Ergebnis der Sanierung. Der Wunsch, "dieses Gebäude zu erhalten und zu neuem Glanz zu führen", habe sogar ein Prunkstück, nämlich den Mauritiussaal, in dem Jablonski die Gäste begrüßte. "Dieser Saal stellt das I-Tüpfelchen der insgesamt sehr gelungenen Baummaßnahme dar", fand Jablonski. Möglich sei die Sanierung des früheren Amtshauses des Abtes von Ettenheimmünster und späteren Schulgebäudes nur geworden, weil Rüdiger Kunst vom Büro Kommunalkonzept der Gemeinde einen Tipp gegeben habe. Kunst habe auf ein entsprechendes Förderungsangebot aufmerksam gemacht, das Bund und Land aufgelegt haben und mit dem das 2,2 Millionen teure Projekt zu 51 Prozent finanziert werden könne. Jablonski führte aus, das Bürgerhaus sei ein Angebot für die Vereine, wie auch für die Jüngsten und die Ältesten. Im Obergeschoss bietet die Familienpraxis Hebanna für die Mütter und damit auch für die Kleinsten ihren Service. In der "Bürgerstube" im Erdgeschoss werde die Gemeinde die Anlaufstelle des von ihr ins Leben gerufenen Hilfe- und Unterstützungsnetzwerkes mit einer 70-Prozent-Stelle unterbringen.

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Architekt Waltersberger fing in seinen Ausführungen mit der Ära von Bürgermeister Gerhard Setzer an, als Waltersberger selbst noch im Gemeinderat saß. Setzer habe immer wieder darauf hingewiesen, dass man aus dem Gebäudekomplex etwas machen solle. Aus diesem Grund habe er sich als Architekt schon länger mit den Gebäuden befasst und habe so recht schnell reagieren können, als sich 2008 die Möglichkeit auftat, 51 Prozent der Sanierung über Bundes- und Landesmittel zu finanzieren. Waltersberger hob zudem das Entgegenkommen der Denkmalpflege hervor. Das wesentlich Neue an dem Ensemble Bürgerhaus ist das Foyer, der Mauritiussaal. 150 Quadratmeter Fläche sind hier hinzugekommen, indem der Innenhof zwischen der früheren Zehntscheuer und dem Hauptgebäude teilweise überdacht wurde. Laut Waltersberger habe die Denkmalpflege auf diese Möglichkeit hingewiesen. Er sei erst davon ausgegangen, dass dies mit dieser Behörde nicht zu machen sei. Die Ergänzung eines denkmalgeschützten Ensembles durch Neues hält Waltersberger für den richtigen Weg, um solche historischen Gebäude zu erhalten und mit Leben zu füllen.

Weiß: Projektförderung spricht für das Konzept hinter der Sanierung

Waltersberger erwähnte das sich im Februar abzeichnende Drama mit dem Storch, das fast die ganze Sanierung zumindest deutlich verzögert hätte. Um das Dach zu sanieren, war das Storchennest abgebaut worden. Doch der Storch wollte nicht weichen. Zwei Wochen sei er auf dem First gesessen und habe bereits begonnen, sich ein Notnest zu bauen, so Waltersberger. Zum Glück habe SOS Weißstorch geholfen und einige Riegeler haben ein Ersatznest gebaut, das von dem Tier auch angenommen wurde. Künftig wird der Storch wieder auf dem Hauptgebäude nisten können und die an der Sanierung beteiligten Firmen haben gut 1500 Euro gespendet, damit das Brutleben auf einen Bildschirm im Gebäude übertragen werden kann. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Weiß wies darauf hin, wo die Zuschüsse herkommen. Sie sind Teil der nach der Wirtschaftskrise aufgelegten Konjunkturprogramme. Diese hätten dazu beigetragen, dass Deutschland besser als alle anderen europäischen Partner aus der Krise wieder herausgekommen sei, so Weiß. Die Finanzierungsprogramme für städtebauliche Projekte seien nur in überschaubarer Größenordnung geflossen. In seinem Wahlkreis seien nur drei Projekte aus diesem Topf bezuschusst worden. Dass gerade Riegel den Zuschlag bekommen habe, spreche für das überzeugende Konzept, das hinter der Sanierung stehe.

Martin Burkard meinte im Namen der Vereinsgemeinschaft, dass mit der Sanierung und dem neuen Raumangebot ein lange gehegter Traum wahr geworden sei. Burkard ist noch selbst auf die frühere Schule im Hauptgebäude gegangen und er gehörte auch zu jenen, die im Februar ein Notnest für die Störche gebaut haben. Als symbolisches Geschenk für das neue Bürgerhaus überreichte er dem Bürgermeister einen von Kunstmaler Karl-Heinz Thiel bemalten Dachziegel.

Peter Ziegler bedankte sich für das Vertrauen, das in sein Konzept Römer und Raketen für das nun in der früheren Zehntscheuer eingerichtete Archäologische Museum gesetzt wurde. Kooperation und Improvisation mit Rathaus und Planer hätten es möglich gemacht, das neue Konzept auch umzusetzen.

Anja Langenbach von der Familienpraxis "Hebanna" bedankte sich für das neue Ambiente, in dem das Team nun die schwangeren Frauen betreuen und beraten kann.

Info: Tag der offenen Tür im Bürgerhaus "Alte Schule" und im Archäologischen Museum am Sonntag von 11.30 bis 17 Uhr.


Mehr Fotos von der Einweihung des Bürgerhauses "Alte Schule" und des Museums am Donnerstag gibt es unter http://mehr.bz/buergerhaus-riegel

Autor: Michael Haberer