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06. Juli 2015

Mit Dudelsack von Atelier zu Atelier

14 Künstler stellten bei den Riegeler Künstlertagen aus / Vernissage am Freitag, offene Ateliers am Wochenende / Gelegenheit zum Kunstspaziergang .

  1. Angeregte Gespräche gab es bei der Vernissage der Kenzinger Künstlertage. Foto: Christiane Franz

  2. Und weiter geht es, immer dem Dudelsackspieler hinterher. Foto: Christiane Franz

RIEGEL. Fester Bestandteil des kulturellen Kalenders sind die Riegeler Künstlertage, bei denen einige der im Ort lebenden Künstler ihre Ateliers öffnen, um ihre Werke im Raum der Entstehung wirken zu lassen. 14 sehr unterschiedliche Künstler beteiligten sich in diesem Jahr an sechs Standorten in der Gemeinde. Die Künstlertage wurden am Freitagabend mit einer Vernissage eröffnet. Am Samstag und Sonntag luden Maler, Bildhauer, Grafiker, Fotografen, Musiker und Keramiker zum Kunstspaziergang ein.

Schon Tradition hat der Rundgang mit den Künstlern durch die Ateliers im Anschluss an die Vernissage. War er ursprünglich dazu gedacht, dass die Künstler gegenseitig die Möglichkeit bekamen, die Ateliers der Kollegen zu besuchen, so erfreut sich der Rundgang zunehmend auch beim Publikum an Beliebtheit. Rund 30 Besucher schlossen sich trotz der hohen Temperaturen an und folgten Robert Sägesser, der mit Dudelsack vorausging. Sägesser eröffnete gemeinsam mit Sabine Wehrle als "Duo Fasciculus" die Vernissage und begrüßte die Gäste, darunter MdB Johannes Fechner und vier Besucher aus der Partnerstadt Champhol. Sein Dank galt den Geschäften in Riegel, die in ihren Schaufenstern Werke der ausstellenden Künstler präsentierten und damit auf die Künstlertagen aufmerksam machten.

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Einzigartig seien die Riegeler Künstlertage in Südbaden, bei denen 14 hochkarätige Künstler kennengelernt werden könnten, sagte Karl-Heinz Thiel, der spontan als "dienstältester Künstler" die Begrüßungsrede übernahm.

Manche der Ausstellenden sind immer dabei, andere wechseln, neue kommen hinzu. So war es für den Besucher ebenso interessant, den vielfältigen künstlerischen Ausdruck kennenzulernen, wie auch die künstlerische Entwicklung zu verfolgen.

Im Bürgerhaus stellte Senta Ernst Malerei aus. Das innere Erleben mit unbändiger Lust an Farbe und Form zum Ausdruck zu bringen, sei ihr Anliegen, sagte Robert Sägesser, der die einleitenden Worte zu den jeweiligen Künstlern sprach. Carmen Gukelberger ließ aus dem, was sie in der Natur fand, ihre ideenreichen Bilder und Objekte entstehen. Robert Sägesser und Sabine Wehrle stellten Nachbauten historischer Blas- und Saiteninstrumente aus.

Zum ersten Mal dabei war Hubert Lang, der leuchtende Hinterglasmalerei und (Tier-) Skulpturen zeigte. Tierisch ging es auch bei Fotografin Katarina Hirt zu, deren Katze sie auf die Idee zum neuesten Bilder-Zyklus gebracht habe. Eine Herausforderung stellte Natalie Gianfelice-Wagners Installation dar.

Im Atelier Thiel präsentierte Marina Meindl ausdrucksstarke Natur- und Tierfotografie. Eindrücklich nachvollziehbar werden ließ Comiczeichner Wolfgang Keller unter anderem in einer "verlorenen Radierung" die Vergänglichkeit, indem er ein Porträt eines jungen Mädchens in dem Zyklus "Der Wein des Mörders" nach Charles Baudelaires "Die Blumen des Bösen" allmählich in einen Totenkopf überführte. Hausherr Karl-Heinz Thiel gab einen Eindruck seines vielfältigen künstlerischen Wirkens als Maler, Gestalter und Restaurator. Sein Atelier stellte dabei ein eigenes Erlebnis dar.

Strukturen in Weiß prägten die faszinierenden Bilder von Cordula Böhle in ihrem Atelier "Kunstwelten im Engel". Dort zu Gast waren erneut Michelle und Norman Hothum mit feinsinniger Miniaturmalerei sowie Kalligraphie und Malerei in mittelalterlichem Gewand.

Die mit einem Augenzwinkern zum Betrachter sprechenden Tonfiguren von Dorothee Lang erfuhren in diesem Jahr in ihrem Atelier im Süßwasserturm eine Ergänzung aus dem Tier- und Fabelreich.

"Schwarzwald trifft Kaiserstuhl" lautete das neue, ebenfalls augenzwinkernde Motto der Keramikerin Silvia Wenzinger-Schille, die neben Skulpturen auch Gebrauchskeramiken in ihrem Atelier an der Hauptstraße ausstellte.

Ergänzt wurde das Programm durch den Kabarettabend "Heinz lebt! – Die Heinz-Erhardt-Show" mit Günter Fortmeier, Frank Sauer und Dietmar Straub am Samstagabend in der Kumedi (die BZ berichtet noch) sowie das Matineekonzert des "Duo Fasciculus" am Sonntag. Die Kunsthalle Messmer lud zur Ausstellung "Warhol – King of Pop Art" ein.

Mehr Fotos von den Künstlertagen unter http://mehr.bz/riekunst15

Autor: Christiane Franz