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13. Juli 2010

Performance mit Aufbruchstimmung

"Ypsilon"-Projekt am Emmendinger Gewerbeschulzentrum spiegelt persönliche Entwicklungen.

  1. Der Bus, der das Ankündigungsplakat schmückt Foto: Ann Ida Mueller

  2. Die Schüler beim Proben Foto: Monika Bresch

KREIS EMMENDINGEN (BZ). "Aufbrechen – was hat das mit mir zu tun?" So lautet der Titel des Projekts an den Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schulen Emmendingen (GHSE). Es fügt sich in den Rahmen des von der Unesco ausgegebenen Jahresmottos "Unser Handeln, unsere Zukunft". Das Projekt lief über neun Monate auch außerhalb der Unterrichtszeiten. Am Mittwochabend ist Premiere.

Ermöglicht wurde das Projekt durch "Ypsilon". Dieser Freiburger Verein für Kultur und Bildung möchte Projekte anstoßen, die junge Menschen ermutigen, eigene künstlerische Ausdrucksformen zu suchen. Anstoß für "Ypsilon" bildete das Buchprojekt "Eine ganze Menge Leben", das vergangenes Jahr im Jugendhilfezentrum St. Anton in Riegel unter Leitung der Emmendinger Pädagogin und Soziologin Ann Ida Mueller entstanden ist und bei dem auch Schülerinnen und Schüler der GHSE beteiligt waren.

Auch das Projekt "Aufbrechen" begann mit einer Schreibwerkstatt: Zusammen mit Ann Ida Mueller brachten die Jugendlichen ihre Assoziationen zur Sprache.

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In einer zweiten Phase führte der Freiburger Theaterpädagoge und Theaterregisseur Raimund Schall die Jugendlichen dazu hin, ihre Texte in eine Theaterperformance umzusetzen. Dazu wurde dann auch der vertraute schulische Rahmen verlassen. Geprobt wurde in Räumen der Sprachheilschule Emmendingen, im Hecklinger Schloss, auf der Hochburg und in einem zweitägigen Intensivworkshop im Berghotel auf dem Schauinsland. Dabei wurden alle Teilnehmer von "Ypsilon" bekocht und versorgt.

Das Ergebnis soll deutlich machen, dass sich die Suche nach den eigenen Spuren des Aufbruchs nicht nur auf die Sprache beschränkt hat: Musikalische, bildhafte und choreografische Elemente werden innere Zusammenhänge hervortreten lassen und all das verknüpfen, was während des Schaffensprozesses Gestalt angenommen hat.

Werner Englert, Musikpädagoge an den GHSE, probte die Gesangseinlagen mit den Schülern und sorgte mit Melanie Guldenfels, Schülerin am TG der GHSE, für Ton und Technik.

Die Erwartungen, die die Schülerinnen und Schüler an das Projekt stellten, waren laut GHSE ganz unterschiedlich: Einige wollten von Anfang an nur schreiben. Andere wiederum wollten nur Theaterspielen. Manche der jungen Leute sprangen ab, einige nutzten die Chance, beim Projekt aufzuspringen. So entwickelte sich der "Aufbruch" wie das Leben selbst: bunt und vielfältig, mit vielen Aufs und Abs, nur sicherlich nie langweilig.

Wer sich auf das Projekt eingelassen hat, hat wichtige Erfahrungen gemacht, erklären die Initiatoren. Es sei spannend gewesen, den eigenen Träumen nachzuspüren, die Gedanken auf Papier zu bringen, sich aber auch gegenseitig zuzuhören und die anderen ernst zu nehmen. Nicht zuletzt seien dabei Schlüsselqualifikationen wie Aufmerksamkeit, Ausdauer, Geduld und Empathie geschult worden.

Wer es schaffe, seine eigenen Erfahrungen künstlerisch umgesetzt auf die Bühne zu bringen, nehme eine ganze Portion Selbstvertrauen mit, heißt es in der GHSE-Einladung zur Premiere. Wer sich traue, vor vielen Leuten aufzutreten, traue sich im Leben noch ganz Anderes zu – und das wird auch als vorrangiges Ziel der Projektleiter Ann Ida Mueller und Raimund Schall sowie des Vereins "Ypsilon" beschrieben. Die beiden Unesco-Koordinatoren an den GHSE, Monika Bresch und Marlies Raub, haben das Projekt organisiert und koordiniert.

"Aufbrechen – was hat das mit mir zu tun?" Öffentliche Aufführungen am Mittwoch, 14. Juli, 19.30 Uhr, an den GHSE in Emmendingen, Jahnstraße, sowie am Samstag, 17. Juli, 19.30 Uhr, im Vorderhaus der Fabrik, Freiburg, Habsburgerstraße

Autor: bz