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09. Juli 2010

Riegel schreibt Arbeiten an der Alten Schule aus

Viel Aufwand für Erhaltung des historischen Gebäudecharakters.

RIEGEL. Die Gemeinde Riegel schreibt Arbeiten für die Alte Schule in Höhe von gut 400 000 Euro aus. Dies hat der Gemeinderat in der öffentlichen Sitzung am Mittwochabend beschlossen. Die Arbeiten können voraussichtlich gegen Ende September an die jeweils günstigsten Firmen vergeben werden. Die nun ausgeschriebenen Gewerke bewegen sich innerhalb der Kostenschätzung.

Ein erheblicher Anteil an den ausgeschriebenen Arbeiten dient der Erhaltung des historischen Charakters insbesondere des Hauptgebäudes der "Alten Schule". So sind gut 80 000 Euro für den Ersatz oder die Sanierung der Sandsteinteile vorgesehen. So setzt Planer Konrad Waltersberger auf Sandsteinsockel für das stattliche Hauptgebäude wie auch die zumindest teilweise Erneuerung der Außen- und Innentreppen aus Sandstein. Bruno Wiedmann betonte die Notwendigkeit, dem prägenden Sandstein zur Hauptstraße hin besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Denn für den Außenstehenden stelle dieser Teil des Komplexes das Hauptbild dar, so Wiedmann. Indes wird der Denkmalpflege auch an anderer Stelle besonders Rechnung getragen. Rund 40 000 Euro sind vorgesehen, um Sprossenfenster in der früheren Zehntscheuer auf Vordermann zu bringen und auch energetisch zu verbessern. Bürgermeister Markus Jablonski fragte nach, ob der hier gesetzte Kostendeckel auch eingehalten werde und der Gemeinderat nach der Ausschreibung nicht mit unerwartet hohen Kosten konfrontiert werde. Planer Waltersberger versicherte, dass man im Rahmen bleiben werde, wenn auch nur eine begrenzte Zahl von Spezialfirmen die von der Denkmalpflege gewünschte Ertüchtigung der Sprossenfenster leisten könne. Er sprach von einem "Deal" mit der Denkmalpflege, wenn man in manchen Teilen des Gebäudekomplexes die alten Fenster ertüchtige und an anderer Stelle neue Fenster einsetzen dürfe. Zudem sei das Holz der Fenster in einem ordentlichen Zustand, so dass man sie nicht wegzuwerfen brauche, erklärte Waltersberger. Er denkt, dass diese Fenster auf jeden Fall weitere 20 Jahre ihren Dienst tun können.

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Waltersberger berichtete auch, dass derzeit der Außenputz im Labor untersucht werde. Die Frage ist, ob die vergleichsweise starke Putzschicht an manchen Stellen des Gemäuers erhalten bleiben kann. Hüseyin Sahin meldete zwar Bedenken an, dass man dann in einigen Jahren wieder mit Rissen rechnen müsse. Doch Waltersberger zerstreute diese mit dem Hinweis, die Risse kämen von den Setzungen im schadhaften Gemäuer und diese Mauerteile würden ersetzt werden. Insgesamt sind für Innen- und Außenputz knapp 160 000 Euro veranschlagt. Monika Michel fragte an, ob man nicht Teile der Renovierung aus den Gesamtausschreibungen heraustrennen könne. Ihre Idee war, für gewisse Arbeiten besondere Denkmalschutzmittel bekommen zu können. Doch Kämmerer Volker Hog und Waltersberger wiesen darauf hin, dass sich die Million Förderung, die man schon für die zwei Millionen Euro teure Sanierung nebst Ausbau bekomme, andere Denkmalschutzmittel ausschließe. Die nun gewährten Zuschüsse seien auch weit größer.

Autor: Michael Haberer