Riegeler Bürger und Vereine feiern ihren neuen Bürgermeister

Ilona Hüge

Von Ilona Hüge

Di, 20. März 2018

Riegel

Glückwünsche von Bürgermeisterkollegen und Landrat für Daniel Kietz / Anerkennung auch von Mitbewerber Stefan Mäder / Kietz: Mit 75 Prozent nie gerechnet.

RIEGEL. Die Stimmung war am Sonntagabend bestens: Riegels Bürger haben gewählt und sich schon im ersten Wahlgang mit 75 Prozent für Daniel Kietz entschieden. Das wurde gefeiert, und dafür waren am Sonntagabend trotz Kälte einige Hundert Wähler vors Rathaus gekommen. Dort gab es die offiziellen Gratulationen, das Freibier wurde im gut geheizten Bürgerhaus Alte Schule ausgeschenkt.

"Ein tolles Votum", sagte Jürgen Scheiding. Der Sasbacher Bürgermeister vertrat die Bürgermeister des Landkreises und gratulierte als Erster. "Es stehen spannende Zeiten vor einem Bürgermeister", sagte er und wünschte dem neuen Kollegen dazu "viel Fortüne, Kraft und eine Familie, die dahinter steht". Landrat Hanno Hurth kam gerade rechtzeitig, um als Zweiter zu gratulieren. Er dankte dabei auch allen, die zur Wahl gegangen sind und allen, die kandidiert haben.

"Auf unsere Zukunft in Riegel", sagte der neu gewählte Riegeler Bürgermeister und ergänzte seine Rede (siehe bereits BZ vom Montag) um zwei "ungewöhnliche" Dinge. Er dankte seinem Vater dafür, dass er ihn seinerzeit in den Musikverein "gezwungen" habe, in dem Daniel Kietz und seine ganze Familie aktiv sind. Er forderte zudem alle Bürger auf, "die Stärke unseres Dorfes für uns selbst zu nutzen". Kietz ergriff die Gelegenheit, vor großem Publikum einen Vorschlag zu machen, wie Gemeinschaft praktisch geübt werden kann. Er forderte zur Solidarität mit einem Einkauf im "Haidihof" auf, an Riegels nördlicher Grenze an der Straße zwischen Kenzingen und Weisweil. Der Hof muss gerade unverschuldet wegen des Konkurses des Milchabholers eine Krise durchstehen.

Musikalische Glückwünsche gab es vom Musikverein, vom Chor "Swipogos" und vom Spielmannszug der Feuerwehr. Der zog nach dem Ende seines Probenwochenendes pünktlich vors Rathaus, mit der 19 Meter langen Bürgermeistertanne im Schlepptau. Die Dudelsackbläser brachten auch noch ein Ständchen, als Daniel und Sabine Kietz vom Rathaus an den Platz gingen, wo die Tanne am Brunnen langsam in die Höhe gezogen wurde. Kietz ging erst nach den Gratulationen der Feuerwehr ins Bürgerhaus. Dort feierte bereits eine dichte Menge bei Freibier das Wahlergebnis. Die Stimmen waren durchweg positiv. "Der macht das schon" und "es ist das Beste für Riegel", lauteten spontane Kommentare. "Ich bin absolut damit einverstanden", sagte sogar Mitbewerber Stefan Mäder. "Es ist so gekommen, wie ich es als realistisch einschätzte", sagte er zum Ergebnis. Mäder dankte den Mitbewerbern für einen Wahlkampf, der so richtig Spaß machen konnte. Für Mäder ist der Ausflug in die Politik damit beendet: "Aber ich werde eine ganze Weile Bürger in Riegel bleiben", sagte er, und "es war es eine positive Erfahrung, die ich nicht missen möchte".

Bis 21.30 Uhr nahmen Daniel und Sabine Kietz auch im Bürgerhaus Glückwünsche entgegen, schüttelten Hände und umarmten Freunde. Dann wurde es etwas ruhiger, und der neugewählte Bürgermeister hatte Zeit zum Durchatmen. "Es fällt viel von einem ab", gestand er. "Ich freue mich über das Wahlergebnis: Mit 75 Prozent hätt’ ich nie und nimmer gerechnet." Ob er als Bürgermeister weiter aktiver Musiker bleiben wird? "Auf jeden Fall", hatte Ehefrau Sabine schon ein bisschen früher gesagt. "Ja, unbedingt", sagte auch Daniel Kietz. Zwar gehe das Amt vor, aber "auch ein Bürgermeister braucht ein bisschen Ausgleich".

Die Dudelsackbläser waren vor 21.30 Uhr mit "Muss i denn" nach Hause gezogen. Die 150 Liter Freibier waren noch nicht ganz ausgetrunken, und der RSC wirtete weiter, bis sich auch die kleine Runde aus Feuerwehrleuten und Musikern um den neu Gewählten auflöste.

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