Riegeler SC führt Arbeitsstunden ein

Ute Schöler

Von Ute Schöler

Mi, 07. März 2018

Riegel

Verein stellt Weichen für 100. Jubiläum im kommenden Jahr / Ärger über Baustellensituation rund ums Sportgelände.

RIEGEL. Vor seinem 100-jährigen Bestehen 2019 hat der Riegeler Sportclub in der Hauptversammlung am Freitagabend eine Satzungsänderung beschlossen, die die Arbeit besser verteilt. Baustellenärger am Hartplatz soll mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung gelöst werden. Für den Clubheimbetrieb werden Nachfolger gesucht.

Ein dringend zu lösendes Problem beschrieben die Jugendleiterin Martina Ingrisch und der Vorsitzende Klaus Schwarz: Der durch tiefe Schlammpfützen führende Weg zwischen Umkleidekabinen und Hartplatz sei durch die Bauarbeiten der Kaiserstuhlbahn seit Monaten kaum begehbar und zeitweise gefährlich. Zwar habe sich Hauptamtsleiter Mönch mehrfach um die Sache bemüht, dies habe jedoch nicht nachhaltig gefruchtet. Bürgermeister Markus Jablonski antwortete, dass offensichtlich die mit der Baufirma vereinbarten Vorgaben zur Begehbarkeit nicht eingehalten würden, und versprach: "Wir werden nun mit Nachdruck auf eine beständig gewährleistete verkehrssichere Begehbarkeit während der Bauarbeiten am Gleisübergang der Kaiserstuhlbahn drängen."

Grundsätzlich sei die Baustelleneinrichtung sehr rücksichtslos verlaufen, sagte Schwarz. Flächen, die der RSC mit viel persönlichem Einsatz und mehreren Tausend Euro zu sauberen Parkflächen und kleineren Rasentrainingsflächen gemacht habe, seien ohne Absprache zum Baustellenareal umfunktioniert worden. Nun sei man gespannt, wie das Gelände zurückgelassen werde. "Es müsste zumindest wieder in den Zustand gebracht werden, wie es vorher angelegt war", forderte Schwarz.

Jugendleiterin Martina Ingrisch berichtete vom Trainings- und Spielbetrieb mit 159 Jugendlichen (103 davon aus Riegel), der teilweise in Spielgemeinschaft mit Hecklingen und Malterdingen stattfindet. Problematisch nannte sie mangelnde Unterstützung durch viele Eltern, die das Fußballtraining wohl mehr als Kinderbetreuungszeit nutzten. Schon Fünfjährige würden einfach aus dem Auto gelassen, wodurch die Trainer mit ihnen das Schuhebinden und Ähnliches bewältigen müssten. Bei der Mannschaftsbildung entstehen Probleme durch unzuverlässige Trainingsteilnahme, welche Ingrisch unter anderem dem erhöhten Freizeitstress der Kinder zuschrieb. Ingrisch dankte allen Betreuern und Trainern, "die hier einen riesen Job machen". Die Integration von geflüchteten Jugendlichen in Kooperation mit St. Anton funktioniere gut. Lukas Vetter ist neuer stellvertretender Jugendleiter.

Besonders erfolgreich ist derzeit die A-Jugend der 17- bis 18-Jährigen in Spielgemeinschaft mit Malterdingen und Hecklingen, die zuletzt in die Kreisliga aufgestiegen war. In der nächsten Saison werden sechs Riegeler, vier Malterdinger und zwei Hecklinger Spieler zu den "Aktiven" kommen. Die Jugendleiterin lobte die A-Jugend als gutes Vorbild, wie man mit Engagement und Mannschaftsgeist Ziele erreichen könne. Für die kommende Saison habe Trainer Hüseyin Sahin (bisher B-Jugend) Bereitschaft signalisiert, die A-Jugend zu trainieren.

Mit dem Spielerfolg seiner ersten Mannschaft ist der RSC derzeit nicht zufrieden. Sie stehe trotz guter Arbeit derzeit auf dem 15. Platz in der Kreisstaffel B1. Klaus Schwarz dankte den Interimstrainern Michael Hettich und Dirk Krämer, die zur Saison 2017/18 von Alexander Prediger abgelöst wurden. Für den Spielausschussvorsitzenden Steffen Schwarz wird derzeit ein Stellvertreter gesucht. Die AH-Abteilung in Spielgemeinschaft mit dem TV Köndringen nimmt wieder am Bezirkspokal der Senioren Ü 35 teil.

Schatzmeister Dirk Krämer hatte durch Darlehensrückzahlungen für die Beregnungsanlage und weitere Sanierungsmaßnahmen erstmals nach drei Jahren ein leichtes Minus zu verzeichnen. Dank großzügiger Spenden der Firmen BP Matching Found, Kartal, Volksbank Kaiserstuhl und Winterhalter & Maurer konnten für die Jugend neue Bälle und neue Tornetze angeschafft werden. Schwarz dankte der Gemeinde und allen Sponsoren für die Unterstützung sowie besonders den vielen Helfern und Helferinnen. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Um die laufend notwendigen und auch zusätzlichen Arbeiten für das 100-jährige Bestehen im Jahr 2019 zu bewältigen, wurde eine Satzungsänderung beschlossen. Für alle sportlich aktiven Mitglieder über 16 Jahren und die Erziehungsberechtigten jüngerer Mitglieder sind nun Arbeitsstunden angesetzt.

Ein Sorgenkind bleibt das Clubheim. Der Vorsitzende Schwarz dankte Andreas Kelp und Sandra Tritschler, die den Clubheimbetrieb bis zur Winterpause geleitet hatten. Der Verein sucht nun Nachfolger für diese Aufgabe.