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25. Januar 2012

Riegels Winzer optimistisch

Guter Herbst 2011 hebt die Stimmung / Bekenntnis zum Badischen Winzerkeller.

  1. Eine Wunschernte brachte der Herbst 2011 aus Sicht des Badischen Winzerkellers nicht zuletzt beim Müller-Thurgau. Foto: Siegfried Gollrad

RIEGEL. Unter dem Eindruck des versöhnlichen Herbstes 2011 sind die Riegeler Winzer guter Dinge – eine Tatsache, die bei der Generalversammlung der Winzergenossenschaft am Donnerstag im "Stammhaus" deutlich den Abend bestimmte.

Vorstand Helmut Mayer betonte ausdrücklich, dass sein Bericht vom abgelaufenen Geschäftsjahr sich auf den Herbst 2010 beziehe, wohl wissend, dass der dafür maßgebliche Zeitraum vom 1. Juli 2010 bis zum 30. Juni 2011 bei den Winzern mittlerweile dem Eindruck des guten Herbstes 2011 Platz gemacht hat.

Mit 367 603 Kilo Trauben habe der Herbst 2010 eine um 14 Prozent geringere Erntemenge als im Vorjahr erbracht. Zur Folge hatte dies eine Erhöhung der Erfassungskosten von 1,7 Cent auf 2,4 Cent pro Kilo Trauben. Das Durchschnittsmostgewicht lag zwar 6 Grad Öchsle unter dem Vorjahr, sei mit 87 Grad Öchsle aber doch respektabel gewesen.

Im Herbst 2011 erhöhte sich dann die Erntemenge auf 484 850 Kilo Trauben – ein Plus von 32 Prozent. Das Mostgewicht lag im Durchschnitt bei 84 Grad Öchsle. Etliches aus der Ernte aus ausgewählten Parzellen der Lage St. Michaelsberg konnte im Holzfasskeller des Badischen Winzerkellers separat eingelagert und ausgebaut werden.

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Bei der Landesweinprämierung erhielten ein 2009er Spätburgunder, ein 2010er Grauburgunder und ein 2010er Weißburgunder eine Silbermedaille. Eine Goldmedaille errangen die 2009er Gewürztraminer Spätlese und ein 2010er Spätburgunder. Besonders stolz sei man auf die Goldmedaille für eine 2009er Gewürztraminer Spätlese bei der Bundesweinprämierung der DLG.

Die WG Riegel setzt sich derzeit aus 50 Winzerbetrieben mit 68 Mitgliedern und einer Rebfläche von 42 Hektar zusammen, so Mayer. Gerüstet sei man auch auf die Festivitäten im Bezug auf das Jubiläum 1250 Jahre Riegel mit einem besonders etikettiertem Spätburgunder Festwein. Zum 18. Mal in Folge finden laut Mayer am 28. Januar und 4. Februar im "Riegeler Hof" Gourmetabende statt.

Das gute Jahr 2011 wertete auch der Aufsichtsratsvorsitzende Erich Kempf als Ansporn dafür, "bei der Stange zu bleiben". Die Qualität stimme und der Winzerkeller strenge sich an. Auf dieser Basis könne man zuversichtlich in die Zukunft blicken. Vorstand und Aufsichtsrat der WG wurden einstimmig entlastet.

Über die Anstrengungen des Badischen Winzerkellers informierte Vorstand Wilfried Dörr. Grundlage sei ein auf fünf Jahre ausgerichteter Strategieplan. Dörr: "Wir haben das Ziel, im Jahr 2015 eine Auszahlung von 8000 Euro pro Hektar zu erreichen." Mit dem Ertrag von 153 Kilo pro Ar habe vor allem der Müller Thurgau 2011 eine Wunschernte gebracht. Die Herausforderungen der konzentrierten Lese, in deren Verlauf an zwei Tagen jeweils 5000 Bottiche angeliefert worden seien, habe man gut gemeistert. Größtes Projekt im Premiumbereich sei der Kontrakt mit Lidl, durch den man im vergangenen Jahr mehr als eine Million Flaschen der "Jungwinzer-Linie" verkauft habe.

"Wir können froh sein, einen Partner wie den Winzerkeller zu haben" wandte sich Mayer an die Genossen. Sich auf einen optimalen Herbstplan verlassen zu können, sei keine Selbstverständlichkeit.

"Die Wettbewerbsfähigkeit im Weinbau ist keine Frage der Betriebsgröße, sondern der persönlichen Qualifikation", betonte Klaus Weber von der Fachschule für Landwirtschaft Emmendingen in seinen Ausführungen zum Bildungsangebot.

Autor: Christel Hülter-Hassler