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06. April 2016

Variationen eines Fotos

Die Ausstellung mit mehreren Künstlern bei "Kunstwelten im Engel" in Riegel ist eröffnet .

  1. Die künstlerische Vielfalt nach einer gemeinsamen Vorlage ist zur Zeit in den „Kunstwelten im Engel“ in Riegel zu betrachten. Von links: Eva Becker, Cordula Böhle, Michelle Hothum und Ruth Hepp. Foto: Christiane Franz

RIEGEL. Für die jüngste Ausstellung "Verträumte Landschaften klein und fein" nahmen sich in einem Projekt mehrere Künstler eine Fotografie von Norman Hothum zur Vorlage, die den See in Breisach in einem besonderen Ausschnitt zur Geltung kommen lässt. Jeder Künstler näherte sich in seiner Art und Weise, erläuterte Cordula Böhle. Sie ist die Hausherrin im Atelier "Kunstwelten im Engel" in der Hauptstraße. Die Ausstellung wurde am Samstagabend mit einer Lesung von Eva Becker aus Mainz eröffnet.

Zum Thema der Ausstellung las die Autorin Eva Becker Lyrik und Prosa. Echte Landschaften könne man sehen oder betreten, sagte Becker. Es gebe aber auch welche, die im Traum, im Gehirn oder im Herz entstehen. Diese verschiedenen imaginären Landschaften habe sie mitgebracht, leitete die Autorin ihre Lesung ein und stellte sie mittels ihrer Texte im Lauf der Jahreszeiten vor.

Die auf dem Foto zu sehende Landschaft und Stimmung aus Breisach, die den Ausstellungsraum als Blickfang beherrscht, setzten Cordula Böhle, Michelle Hothum und Gerhard Steiniger in die jeweils eigene künstlerische Ausdruckskraft um. In dunklen, erdverbundene Farben und kräftigen Pinselstrichen fing Cordula Böhle die Stimmung am See ein. Daneben zeigt sie vor allem kleinformatige Aquarelle. "Diese Aquarelle mache ich immer, wenn ich unterwegs bin. Und die Ausstellung ‚klein und fein‘ gibt mir nun die Möglichkeit, einmal diese Werke zu präsentieren", so Böhle.

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Auf ein etwa zehn Zentimeter großes Holz-Ei bannte Michelle Hothum in Miniaturmalerei die Szenerie am See. Ihrem künstlerischen Wirken entsprechend fügte sie der Szene einen Fischreiher an und schuf damit eine lebendige Landschaft. Zu Ausstellung brachte sie weitere Holz-Eier und Radierungen mit Engeln und Märchenlandschaften mit. Es sind ätherische Engel in rauschendem Gewand mit zarten Gesichtern, deren Bildrahmen oben und unten mit feinen Ornamenten versehen sind.

Erst seit Oktober 2015 hat Gerhard Steiniger sein Atelier in Riegel im Bürgerhaus. Der Köndringer bezeichnet sich als "Kosmopolit, in dessen Gepäck sich Hammer und Meißel, Pinsel und Farben, Papier und Leinwand befindet". Neben seiner sich stark im Wasser spiegelnden, kraftvoll farbigen und eher dramatischen Interpretation der Seelandschaft zeigt er weitere Momentaufnahmen seines Lebens und Schaffens in Schottland, Frankreich, Deutschland, Italien, Kalifornien, Australien und seiner Wahlheimat Neuseeland. In Neuseeland befindet sich der Künstler momentan, weswegen ihn bei der Vernissage seine Schwester Ruth Hepp vertrat.

Info: Der erste Teil der Ausstellung mit Werken von Cordula Böhle, Michelle Hothum und Gerhard Steiniger ist bis 14. April zu sehen. Von 16. April an folgen Doris Wollandt und Norman Hothum, die sich ebenfalls am Projekt beteiligten. Die Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Sonntag 15 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung.

Autor: Christiane Franz