Vielfältiges Spiel mit Licht, Formen und Bewegung

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Sa, 18. November 2017

Riegel

Die Kunsthalle Messmer in Riegel zeigt ab sofort überraschende Kunst, die auf einfache geometrische Formen aufbaut.

RIEGEL. "Licht und Bewegung" lautet der Titel der neuen Ausstellung ab sofort in der Kunsthalle Messmer. Zu sehen sind leuchtende Farben, optische Täuschungen und kinetische Kunst. In der Regel basieren die Kunstwerke auf schlichten Grundformen. Die Überraschung, was im Zusammenspiel solcher einfachen Formen an Effekten erzielt werden kann, macht die Ausstellung aus. Damit ist Jürgen Messmer wieder bei seinem Konkret-Konstruktiven angekommen. Jedes Jahr stehe künftig eine Ausstellung mit konkret-konstruktiver Kunst auf dem Programm, erklärte Mesmer gegenüber der Presse. Die Ausstellungen im kommenden Jahr zeigen allerdings erst einmal Werke von Otmar Alt und dann Salvador Dalí.

Jetzt sind vor allem Werke von Victor Vasarély, Hans Kotter, Regine Schumann, Carlos Cruz Diez, Siegfried Kreitner, Kammerer-Luka, Ludwig Wilding und Adriano Piu zu sehen. Manche wie Vasarély haben schon die Aufmerksamkeit der großen Kunstszene. Andere von ihnen seien Große, die man kaum kenne, meinte Messmer. Jedenfalls ist ihr Spiel mit Geraden, Farbe und Licht eine Herausforderung für den Besucher. Die optischen Effekte sind teils ganz unterschiedlich. Ganz nach dem Standpunkt des Betrachters.

Victor Vasarély, der französische Maler ungarischer Abstammung, ist bekannt für seine konstruktiven, geometrischen Formen. Mit kinetischer Kunst und Op-Art verlieh er seinen Kreisen und Quadraten besondere optische Effekte, brachte Bewegung in die Statik.

Auch der Venezuelaner Carlos Cruz Diez kreiert kinetische und optische Kunst, die auf einfachen Linien basiert. Seine Werke zeigen, welche Nuancen man mit geraden Linien und Farben erzielen kann.

Fluoreszierend wird es bei Regine Schumann. Sie will mit ihren Lichtarbeiten "Raumtemperaturen" schaffen.

Auch bei Hans Kotter geht es um Licht. Die intensiv leuchtenden Farben seiner Installationen schaffen ein eigentümliches Zusammenspiel.

Um Farben, Formen und Wirkung geht es auch bei Gerhard Friedrich Ludwig mit dem Künstlernamen Kammerer-Luka. Auch hier bestehen die Bilder erst einmal aus ganz einfachen Grundmustern, die in der Kombination ihre besondere Wirkung erzielen.

Die einfachen Formen und Farben bekommen beim Italiener Adriano Piu eine weitere Dimension. Er ist eben auch Bildhauer. Verschiebbare Holzelemente bieten dem Betrachter die Möglichkeit, eine andere Dynamik in die Werke hineinzubringen.

Die leuchtenden Metallskulpturen von Siegfried Kreitner spielen mit Bewegung und Licht. Elektromotoren sorgen für geringe Geschwindigkeit, die den farbigen Elementen in seinen Arbeiten den Eindruck von Leben geben.

Der kinetischen Kunst hat sich ebenfalls Ludwig Wilding verschrieben. Auch hier sind Linien und Strukturen der Werkstoff des Künstlers. In zweidimensionalen, farblosen Arbeiten schafft er durch die Überlagerung von Linienstrukturen die Illusion von Bewegung. Ändert der Betrachter den Standort, ändert sich die Wirkung.

Bei den Kunstwerken aus der Sammlung Messmer stehen ebenfalls die Konzepte von Licht, Bewegung, Farbe und Raum im Zentrum der Aufmerksamkeit. "Die ausgestellten Werke bieten viel Abwechslung und interessante Wahrnehmungsmöglichkeiten von Kunst ganz allgemein und vom eigenen Sehen. Dabei werden nicht nur optisch viele neue Perspektiven eröffnet", verspricht Messmer.

Die Ausstellung "Licht und Bewegung" ist bis 28. Januar zu sehen. Die Kunsthalle hat von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen werden nach Voranmeldung angeboten. Termine für Sonderführungen und Events auch im Internet unter http://www.kunsthallemessmer.de