Bundestagswahlkampf 2017

Riexinger moniert beim BZ-Wahltag, dass Milliardäre gepudert werden

Karl-Heinz Fesenmeier

Von Karl-Heinz Fesenmeier

Sa, 09. September 2017 um 11:15 Uhr

Deutschland

Bernd Riexinger, Bundesvorsitzender der Linken, stellte sich beim BZ-Wahltag den Fragen von Politikchef Dietmar Ostermann und Chefreporter Stefan Hupka. Politikredakteur Karl-Heinz Fesenmeier ordnet den Talk ein.

Bernd Riexinger hatte als Schwabe zwar kein Heimspiel beim BZ-Wahltag. Doch das Publikum schien ihm wohl gesonnen zu sein. Immer wieder spendete es dem Chef der Linkspartei Beifall für seine Art, die politischen Herausforderungen in diesem Wahlkampf zu benennen. Vor allem dann, wenn das Gespräch mit den BZ-Redakteuren Dietmar Ostermann und Stefan Hupka um das Thema soziale Gerechtigkeit kreiste.


"Es ist unverschämt, wie die Milliardäre in unserem Land gepudert werden."
Riexinger wird gleich mal von Ostermann mit einem Zitat des Freiburger Wirtschaftswissenschaftlers Lars Feld aus der aktuellen BZ konfrontiert. Da sagt Feld: "Den Deutschen ist es noch nie so gut gegangen." Riexinger nimmt den Ball auf und lenkt den Blick auf jene in der Gesellschaft, die aus dem politischen Wahrnehmungsfeld geraten sind. Er geißelt die soziale Schieflage im Land, die dringend bekämpft müsse: 177 Milliarden Euro würde das den Staat kosten.

"Doch woher soll das Geld kommen?", haken die BZ-Redakteure nach. "Allein eine 5-prozentige Steuer ab der zweiten Million Einkommen im Jahr brächte 80 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen", sagt Riexinger. "Es ist unverschämt, wie die Milliardäre in unserem Land gepudert werden", fügt er hinzu. Das gibt natürlich Beifall. Er weist außerdem daraufhin, dass alle Länder außer Deutschland und Österreich eine Vermögensteuer haben.

In der Außenpolitik ließ Riexinger erkennen, dass es in der Linken durchaus diverse Positionen gibt. Er selbst steht Putin zwar politisch nicht sehr nahe, plädiert aber dafür, Russland für eine Friedenspolitik einzubinden.



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