Ringen

15:15 – kein Sieger beim Bundesliga-Ringerderby Freiburg gegen Hausen-Zell

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Sa, 15. September 2018 um 00:12 Uhr

Ringen

Im ersten südbadischen Ringer-Derby dieser Saison in der Bundesliga gibt es keinen Sieger. Am Freitagabend trennen sich die RKG Freiburg und Aufsteiger RG Hausen-Zell unentschieden – 15:15.

300 Zuschauer pilgerten in die Festhalle im Stadtteil St. Georgen. Je länger der Abend dauerte, desto schlechter wurde die Luft und größer die Spannung. Beide Mannschaften strebten in der Bundesligagruppe Südwest danach, den ersten Saisonsieg einzufahren. Hausen-Zell hatte vor einer Woche zum Saisonstart bei der 12:19-Niederlage gegen Hüttigweiler nur einen der vier möglichen ausländischen Ringer eingesetzt. Freiburg hatte beim 7:25 bei Vizemeister Köllerbach erwartungsgemäß keine Chance gehabt.

Vier Punkte abgeben auf der Waage

Zudem hadert die Freiburger Mannschaft um das Trainer-Dreigestirn Luigi Tascillo, Viktor Reh und Igor Maier mit Verletzungspech. Nach Rainhold Kratz (Knieverletzung) fiel auch dessen Vertreter im klassischen Stil aus: Kenan Halac hatte sich zu Beginn der vergangenen Woche eine Schulterverletzung zugezogen. Also musste Freistilringer Tobias Ketterer im griechisch-römischen Stil aushelfen. Und obwohl er laut Viktor Reh in den vergangenen Tagen sieben Kilogramm abtrainiert hatte, reichte es Ketterer nicht mehr, ins 75-Kilo-Limit abzukochen. Unerbittlich zeigte die Waage 77,5 Kilogramm, so dass die vier Mannschaftspunkte im letzten der zehn Mattenduelle schon vor dem Anpfiff an die RG Hausen-Zell gingen.

Zehn Favoritensiege

Zehn Kämpfe – und zehnmal gewann der Favorit. So könnte man den Abend zusammenfassen. Beide Mannschaften stellten fünf Sieger. Für die Freiburger punkteten Petru Craciun (4), Armands Zvirbulis (4), Maximilian Remensperger (1), Ion Vasilachi (4) und Ivan Drobny (2). Für Gast waren Oliver Hassler (4), Virgil Munteanu (3), Ivan Guidea (1), Gergö Wöller (3) und Simon Günter (4) die Punktesammler. Zwar lag die RKG zwei Kämpfe vor Schluss mit 15:8 in Führung, aber Gergö Wöller nutzte in der Klasse bis 75 Kilo Freistil seine körperliche Überlegenheit gegen Adrian Wolny, den dritten der deutschen Meisterschaft (65 Kilo) zu einem 8:0-Sieg aus, was der RG Hausen-Zell drei Mannschaftszähler einbrachte. Und danach kam Simon Günter, dessen Erfolg eben schon beim Gang zur Waage feststand und der das Endergebnis von 15:15 zementierte.

Trainer sind im Großen und Ganzen zufrieden

Nach dem Kampf, kamen Zuschauer wie Trainer zwar nicht an der Einschätzung "Hätte, Wenn und Aber" vorbei. Aber letztlich waren beide Mannschaften mit dem einen Punkt zufrieden. RKG-Coach Viktor Reh beklagte das Verletzungspech und die Tatsache, dass der ungarische Weltklasseringer Balazs Kiss durch die WM, die vom 20. bis 28. Oktober in seinem Heimatland stattfindet, den Freiburgern in dieser Saison nicht zur Verfügung steht. "Durch die Verletzungen und Kiss’ Fehlen geben wir schon acht Mannschaftspunkte ab", sagte Reh, der gleichwohl mit der kämpferischen Leistung seines Teams zufrieden war. "Für mich waren die Schlüsselkämpfe die Duelle zwischen Youril Siemakin und Ivan Guidea sowie Maximilian Remesperger gegen Alexander Rümmele. Beide Mannschaften haben einen der beiden Kämpfe gewonnen. Mit einem Remis können wir leben", sagte der Coach.

Sein Hausen-Zeller Kollege Florian Hassler war froh, als Aufsteiger den ersten Punkt gewonnen zu haben. "Wir haben alles gegeben", sagte er. Seines Erachtens hätte der Freiburger Adrian Wolny "für seine passive Ringweise mehr Verwarnungen erhalten müssen". Auch die RG hat unter der WM-Vorbereitung zu leiden. So fehlte Florian Neumaier, weil er bei einem Lehrgang des Deutschen Ringer-Bundes weilt. "Mit ihm hätten wir gewonnen", behauptete Hassler. Er war letztlich aber auch mit dem Remis zufrieden.