"Eigentlich sind wir kaum zu schlagen"

Jakob Schönhagen

Von Jakob Schönhagen

Fr, 12. Oktober 2018

Ringen

Regionalliga-Absteiger KSV Rheinfelden beherrscht die Ringer-Oberliga und scheint auf dem Weg zurück kaum aufzuhalten zu sein.

RINGEN Oberliga. Wird der Abstieg sofort korrigiert? Es sieht so aus. Die Ringer des KSV Rheinfelden stehen nach ihrem Regionalliga-Abstieg souverän an der Tabellenspitze der Oberliga. Der direkte Wiederaufstieg kündigt sich an. Große Ausgeglichenheit im Kader und starker Zusammenhalt sind die Trümpfe. Für ein erneutes Regionalliga-Abenteuer wähnen sie sich nun besser gewappnet.

Nur zwei ihrer bisherigen sechs Saisonkämpfe waren ansatzweise eng. Beim KSV Gottmadingen (24:9) und gegen den KSV Haslach (20:9) gewannen die Rheinfelder "nur" sechs der zehn Duelle, wirklich brannte aber auch hier nichts an. 45 ihrer 60 Kämpfe haben die Rheinfelder für sich entschieden, logische Folge: die unangefochtene Tabellenführung. Eine Nagelprobe wird der letzte Hinrundenkampf beim Tabellenzweiten VfK Mühlenbach (27. Oktober), der schon drei Punkte distanziert ist. Gewinnen die Rheinfelder auch dort, ist der Wiederaufstieg schon zur Mitte der Saison nur noch theoretisch in Gefahr.
Die Gründe für das Hoch: Die Mixtur des Erfolgs setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Gute Trainingsarbeit, starker Zusammenhalt, Kader mit hoher Qualität. Zudem "Wir sind sehr fit", freut sich Trainer Siegfried Knauer, für den das ebenfalls gilt. Er geht selbst noch auf die Matte, beim ASV Urloffen (36:0) lag sein Gegner nach 53 Sekunden auf der Schulter. Trainerkollege Sascha Oswald ergänzt: "Hintenraus können wir immer eine Schippe drauflegen." Gerade die engen Kämpfe entscheiden die KSV’ler regelmäßig für sich. Und sie haben Konstanten im Team, die in dieser Liga schwer bezwingbar scheinen: Ferenc Almási (bis 130 Kilogramm Greco), Eduard Frick (98 Freistil) und Andrius Reisch (75 F) sind nach je fünf Kämpfen ohne Niederlage. Luillys Perez Mora (130 G) und Raphael Stegherr (86 G) waren bei einem Einsatz jeweils erfolgreich.

Gibt es Zweifel am Titel? Überheblichkeit Fehlanzeige. Dafür viel Selbstvertrauen mit dem nötigen Schuss Skepsis. "Wenn man bedenkt, dass wir noch keinen Kampf voll gestellt haben, glaube ich schon, dass wir den Aufstieg packen", gesteht Oswald. Selbst Meisterschaftsfavorit Gottmadingen konnte in Minimalbesetzung deutlich geschlagen werden, die Rheinfelder ließen sogar eine Klasse (75 Freistil) unbesetzt. Als Hauptkonkurrent zeichnet sich der VfK Mühlenbach ab. Der aber ließ bereits Federn in Taisersdorf und Haslach. "Eigentlich sind wir kaum zu schlagen", findet Oswald, der aber aus Erfahrung weiß, was Verletzungen so anrichten können. "Wenn wir Verletzungspech haben wie letztes Jahr, dann wird es schwer."

Die Einschätzung der Neuen: Der Ungar Ferenc Almási ist eine Bank. "Ich weiß nicht, wer ihn schlagen soll", lobt Oswald seinen Schwergewichtler, der auf 98 und 130 Kilo eingesetzt werden kann. Rückkehrer Vojtech Benedek schlägt sich im Halbschwergewicht ordentlich. Trainer Knauer, 39, hat eine ausgeglichene Bilanz. Die Jungspunde und Brüder Patrick und Sascha Hinderer sind gut dabei: "Patrick macht es gerade sehr gut und traut sich viel zu", sagt Knauer. "Sascha darf noch mehr Mut zeigen."

Die Aussicht: Rosig. Was soll passieren? Wenn zur Rückrunde der Venezolaner und WM-Teilnehmer Perez Mora regelmäßiger in den Kader rückt, ist der KSV potenziell noch stärker besetzt und kann Schwächephasen dann noch mehr über die Breite des Kaders auffangen. Auch die zweite Mannschaft entwickelt sich. "Im Falle eines Aufstiegs wären wir diesmal breiter aufgestellt und könnten Ausfälle kompensieren", freut sich Coach Oswald. Am Samstag geht es nach Furtwangen. Siegwahrscheinlichkeit: haushoch.