Eine Wiederholung wäre (k)eine Überraschung

Jakob Schönhagen

Von Jakob Schönhagen

Mi, 29. August 2018

Ringen

RINGER-REGIONALLIGIST IM 12-PUNKTE-CHECK: Die WKG Weitenau-Wieslet will mit nahezu gleichem Kader erneut überraschen.

RINGEN. Nach einer überraschend starken Saison sehnen sich die Regionalliga-Ringer der WKG Weitenau-Wieslet nach Wiederholung. Die Chancen stehen gut, der Kader ist zusammengeblieben. Kopfschmerzen bereitet dem neuen Trainerduo aus David Muller und Kai Vögtlin einzig die schwierige Infrastruktur.

1. Wie ist die Lage?
In der vergangenen Runde galt die Ringerriege aus Weitenau-Wieslet mitunter als Abstiegskandidat. Doch trotz sehr jungen Altersdurchschnitts mischte die WKG lange vorne mit. Eine Wiederholung wäre eine Überraschung.
2. Kommen & Gehen
Kai Vögtlin, der für Marc Viardot ins Trainerteam gerutscht ist, kann auf ein intaktes Kadergerüst zurückgreifen. Neu hinzugestoßen sind lediglich die Rückkehrer Nico Schäuble und Marcus Mickein. Wie eben auch Vögtlin selbst, der vergangene Runde noch im Bundesliga-Team von Adelhausen stand. "Wir sind sehr froh, dass alle geblieben sind und alle auch auf Angebote aus höheren Ligen verzichtet haben", freut sich Marc Viardot, der Geschäftsführer und Marketingleiter in der Schweiz ist nach der Geburt seiner Tochter in die zweite Reihe gewechselt und steht als sportlicher Leiter weiter zur Verfügung. Der Bulgare Nikolay Dimitrov hat seine Laufbahn beendet, die WKG hätte ihn aber wohl ohnehin nicht weiterverpflichtet. Ein erneut überraschendes Abschneiden im vorderen Drittel der Tabelle wäre insofern keine Überraschung, dass "wir überall stark besetzt sind, wir können uns auf die Gegner einstellen", sagt Vögtlin.
3. Was ist neu?
Wenig. Der Förderverein hat einen neuen Vorsitz. Nach Jahren unter der Ägide Ernst Gempps hat nun Walter Möhrle das Sagen.
4. Die Trainer
Vögtlin lernte das Ringen in Adelhausen, wechselte mit 17 zur WKG, bevor es ihn 2017 zurück zum TuS zog. Der gelernte Fliesenleger will seinen Erfahrungsschatz an die Jungspunde weitergeben. Besonders im Freistil: "Technisch und taktisch wollen wir sie weiterbringen." Unterstützt wird er dabei von David Muller. Der gelernte Sportpädagoge und ehemalige Adelhauser kann ebenso auf einen riesen Erfahrungsschatz bauen. Und sich 20-facher Französischer Meister nennen.
5. Positionskämpfe?
Welchen der zwei zugelassenen Ausländer bringt man, welche Positionen stark besetzen? "Nach Jahren, in denen ich auf der Matte stand, sitze ich jetzt in der Ecke und muss diese Fragen beantworten", sagt Vögtlin. Grämen muss er sich nicht. Die beiden Ausländer Svetlin Shindov und Zorhab Ohanian sind Punktegaranten.
6. Infrastruktur
"Hier sind wir klar schwächer aufgestellt als der Rest der Liga", so Viardot. Der Verein teilt sich Trainingshalle mit Vereinen und Schule, darf aber aufgrund der Auflagen nicht mehr in Weitenau antreten. Zu den Kämpfen in Höllstein müssen jedes Mal Matten und Tribünen herangekarrt werden. "Ein wahnsinniger Aufwand."
7. Welcher Ringer fällt auf?
Publikumsliebling Simon Dürr fiel lange verletzt aus, nun brennt er auf seine Rückkehr. "Ein Punktegarant", sagt Vögtlin.
8. Befreundeter Club?
"Mit den Oberrheinclubs können wir gut", betont Viardot. Trainiert wird hin und wieder mit der RG Hausen-Zell, aber auch mit dem TuS Adelhausen. Mit Tennenbronn verbindet den Verein eine gemeinsame Tradition eng umkämpfter Duelle in Ober- und Regionalliga.
9. Das Training?
Hauptsache keine Langeweile. "Wir versuchen immer wieder Neues", sagt Vögtlin. "Kondition und Athletik sind unser Steckenpferd", ergänzt Viardot.
10. Döner am Kampftag?
Verbote? Fehlanzeige. "Dann hätten wir am Ende vom Jahr keine Mannschaft mehr", sagt der neue Coach. Man setze auf Besonnenheit und Vernunft der Ringer.
11. Prognose in Phrasen-Kurzform
Gut Ding will Weile haben, heißt es. Die jungen Wilden der WKG werden ihre Duftmarke setzen.
12. Und sonst?
"Die Jugendarbeit macht uns stolz", sagt Viardot. Letztes Jahr eines der jüngsten Teams der Liga, setzt man weiter auf die Jugend. "Ganz wichtig" dabei: "Dass die Jungs Leistungssport und Ausbildung unter einen Hut bringen."

Auftakt: 8. September, SRC Viernheim (A).