Ringen-Bundesliga

Die RG Hausen-Zell kämpft an diesem Samstag gegen den TuS Adelhausen

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Sa, 13. Oktober 2018 um 08:52 Uhr

Ringen

"Es ist der Kampf des Jahres", sagt RG-Ringer Alexander Rümmele. Die BZ hat ihn und Adelhausens Sascha Keller vor dem ersten Bundesliga-Derby der beiden Teams zum Doppelinterview getroffen.

Aufsteiger gegen Titelfavorit. Außenseiter gegen Spitzenreiter. Oder: RG Hausen-Zell gegen TuS Adelhausen. Am Samstag treffen die Ringerteams erstmals in der Bundesliga aufeinander. Vor dem Derby nehmen Alexander Rümmele (RG) und Sascha Keller (TuS) Stellung – auch zum Kollegen.

Bundesliga: RG Hausen-Zell – TuS Adelhausen, Samstag, 19.30 Uhr

BZ: Warum ist die RG Hausen-Zell/der TuS Adelhausen der geilere Verein?
Rümmele: Wegen des Umfelds, der Struktur und der Philosophie, den bestmöglichen Kader mit eigenen Talenten zu stellen – wie Stefan Hauschel, Tobias Greiner oder mir. Und dass sie beim Aufstieg an uns festgehalten haben.
Keller: Wir schaffen es, uns seit Jahren in der Bundesliga zu halten und nun oben mitzuringen. Wir haben eine gute Nachwuchsarbeit und immer wieder schaffen es Jugendringer in den Kader.

BZ: Das letzte Derby zwischen der RG Hausen-Zell und dem TuS Adelhausen ...
Rümmele: ... war noch in der zweiten Bundesliga, ich habe gegen Manuel Fix gerungen. An den Kampf selbst habe ich aber keine Erinnerung mehr.
Keller: ... ist schon ein paar Jahre her, ich weiß gar nicht mehr genau, wann es war. Das Derby bringt immer Zuschauer, es kocht in der Halle.

BZ: Wo ist der TuS der RG voraus?
Rümmele: Bei der Bundesliga-Zugehörigkeit, da hat der TuS schon ein paar Jahre auf dem Buckel, wir gerade zwei. Sie haben es geschafft, sich zu etablieren, mit einer etwas anderen Philosophie und anderen Möglichkeiten als wir.
Keller: Wir sind neben zwei, drei Teams der Mitfavorit auf die Meisterschaft, ringen seit acht Jahren in der Bundesliga. Wir haben sehr erfahrene Trainer, die sich mit den Playoffs auskennen.

BZ: Wo ist die RG dem TuS voraus?
Rümmele: Unsere Auftritte in den sozialen Medien, da sind wir den Kollegen vom Berg ein bisschen voraus.
Keller: Die RG ringt bis auf zwei, drei Akteuren fast nur mit eigenen Leuten, sie kennen sich alle. Das ist schon cool.

BZ: Bislang verlief die Saison für die RG Hausen-Zell/den TuS Adelhausen...
Rümmele: ... ziemlich optimal, bis auf den Kampf gegen Hüttigweiler. Wir haben ein konkurrenzfähiges Team – wenn wir aus den Vollen schöpfen können.
Keller: ... wie geplant. Wir haben beim Mitfavoriten KSV Köllerbach gewonnen, es läuft. Aber entschieden wird alles erst in den Playoffs, wenn richtig gute Gegner kommen. Da muss alles stimmen.

BZ: Was uns momentan noch fehlt ist...
Rümmele: ... in manchen Köpfen vielleicht noch der Killerinstinkt, mal einen Topringer zu pinnen. In den ersten beiden Kämpfen habe ich den Unterschied zwischen erster und zweiter Liga gemerkt. Es ist eine ganz andere Härte, mit der gerungen wird. Aber wir haben einen Riesenschritt zum Vorjahr gemacht.
Keller: ... eigentlich nichts. Wir sind noch früh in der Saison, alles ist im Soll.

BZ: Mit meinen bisherigen Kämpfen ...
Rümmele: ... bin ich nicht so zufrieden, es hätte ein bisschen besser laufen können. Aber: Es sind nun auch andere Voraussetzungen. Ich hatte mir viel vorgenommen, und das ist im ersten Kampf gleich mal schief gegangen. Zwei Kämpfe habe ich gewonnen, hatte dort aber auch den Anspruch, siegen zu müssen.
Keller: ... bin ich sehr zufrieden. Nach meiner schweren Verletzung im letzten Kampf der Vorsaison stand alles in Frage. Nun funktioniert soweit alles, auch wenn ich in den ersten beiden Kämpfen etwas Pech mit Schiedsrichterentscheidungen hatte. Aber ich hatte auch gute Gegner, und Ergebnis hin oder her – das war nur Nebensache für mich. Wichtig war, dass ich fit bin und körperlich alles hebt.

BZ: Am Samstag...
Rümmele: ... sehe ich den Druck eher bei Adelhausen. Das Derby ist immer etwas besonderes. Für uns ist es eher der Kampf des Jahres als für manchen deutschen Spitzenringer, der nun für Adelhausen ringt. Als vermeintlicher Underdog können wir frei aufringen. Oder wie unser Ex-Trainer Valeriu Albu gesagt hat: "Nehmt das Herz in die Hand und ringt."
Keller: ... müssen wir hochkonzentriert sein, jeder muss seine Leistung abrufen und darf nicht übermütig in den Kampf gehen. Wir sind auf dem Papier der Favorit, aber das Derby ist immer speziell.

BZ: Ich freue mich besonders ...
Rümmele: ... auf die Stimmung, die Zuschauer. Es macht was her, wenn 800 bis 1000 Leute kommen. Und ich finde es gut, eine gesunde Rivalität zu leben. Unabhängig davon, ob ich zum Einsatz komme oder nicht: Ich habe Spaß, am Mattenrand zu sitzen, denn ich weiß, dass ich zu 100 Prozent zum Team gehöre.
Keller: ... vor der Kulisse ringen zu können. Man ringt in Zell, nicht weit weg von daheim. Beide Teams bringen viele Fans.

BZ:
Am Saisonende sind die RG Hausen-Zell und der TuS Adelhausen...
Rümmele: ... im gesicherten Mittelfeld beziehungsweise mindestens im Halbfinale gewesen. Auf dem Papier ist der TuS für mich das stärkste Team, sie müssen ins Finale kommen. Wir schaffen vielleicht Platz fünf oder sechs – und den Ligaerhalt.
Keller: ... hoffentlich beide in den Playoffs. Vielleicht schafft es auch die RG und es gibt nochmal ein Derby. Gewinnen wir am Samstag, sind wir fast sicher dabei und stehen am Ende hoffentlich im Finale.

BZ: Von Sascha Keller/Alexander Rümmele hätte ich gern?
Rümmele: Diesen Schalter, den Sascha oft umlegen kann. Wenn er hoffnungslos zurückliegt, oder in den letzten Minuten oder Sekunden zwei, drei PS hochfährt. Das ist eine ziemliche Qualität.
Keller: Das Trikot schon mal nicht, das gefällt mir optisch nicht so sehr. Aber Hut ab, dass Alex mit der RG Bundesliga ringt.