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20. Januar 2014

"Frauen taktieren weniger. Sie ringen weiter bis zum Schlussgong"

BZ-Interview mit Ralf Wendle vom ASV Altenheim über die Landes-Meisterschaft im Frauen-Ringen, die am Samstag in Ichenheim ausgetragen wurde.

  1. Annika Wendle (rechts) bei ihrem technisch überhöhten Sieg über Kathleen Kinzel. Foto:  Lothar Herzog

  2. Ralf Wendle Foto:  A. Buss

RINGEN. Am Samstag kämpften Frauen und Mädchen in der Riedsporthalle Ichenheim um die Baden-Württembergischen Titel. Die 16-jährige Lokalmatadorin Annika Wendle vom ASV Altenheim siegte in der Gewichtsklasse bis 46 Kilo bei der Jugend. Nicht nur deswegen hat sich BZ-Redakteur Uwe Schwerer mit ihrem Vater Ralf Wendle unterhalten. Er ist zudem noch Sportlicher Leiter und Jugendtrainer beim ASV und war wesentlich an der Organisation der Meisterschaft beteiligt.

BZ: Es gab keine Anmeldepflicht für die Meisterschaft, was für den Veranstalter ASV Altenheim etwas ungeschickt war, weil er nicht wusste, wie viele Ringerinnen kommen. Wie viele waren es denn?

Wendle: Wir hatten vorher immer mir 200 bis 250 gerechnet, es waren dann 219 Teilnehmerinnen. Dass es ein Pflichtturnier des Deutschen Ringerbundes war, hat sich bemerkbar gemacht, denn es war fast die komplette deutsche Spitzenklasse am Start. Die Ringerinnen kamen aus sechs Nationen und 93 Vereinen. Die Titelkämpfe fanden auf einem technisch hohen Niveau statt. Es gab tolle Kämpfe.

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BZ: Wie hat es sich das Frauenringen insgesamt entwickelt?

Wendle: Es wird immer attraktiver, dynamischer. Technisch gut ist es ohnehin schon. Auffallend ist, dass die Frauen weniger taktieren, dass sie immer weiterringen bis zum Schlussgong– im Gegensatz zu den Männern, die sich auch mal passiv verhalten, wenn sie einen Punkt gemacht haben.

BZ: Ihre Tochter hat in der Klasse bis 46 Kilo mit einer nahezu makellosen Bilanz von 35:1 Punkten in vier Kämpfen souverän gewonnen.

Wendle: Ja, das war schon souverän. Die Schwedinnen waren am Olympiastützpunkt in Freiburg und haben die Woche zuvor schon zusammen mit Annika trainiert. Insofern war sie etwas belastet. Sie hat die ersten Kämpfe aber relativ klar, technisch überhöht und auf Schulter, gewonnen, dann hat sie Ellen Riesterer vom SC Unterföhring im Halbfinale souverän mit 6:1 besiegt. Und im Finalkampf gab es ein 10:0. Ziemlich deutlich.

BZ: Ihre Tochter ist im Internat am Olympiastützpunkt in Freiburg, dort wird sie trainiert und betreut. Sie sind also nur noch Zuschauer bei den Kämpfen Ihrer Tochter. Ist das schwer für Sie?

Wendle: Das ist eine neue ungewohnte Situation für mich. Ich versuche dann, mich etwas zurückzuhalten. Ich sitze trotzdem mit an der Matte, aber es macht ja keinen Sinn, wenn ich etwas hineinrufe und der Trainer ruft etwas anderes. Das sorgt nur für Verwirrung. Aber natürlich feuere ich sie an und unterstütze sie.

BZ: Hat sich die Meisterschaft für den ASV gelohnt?

Wendle: Absolut. Wir haben tolle Unterstützung von den Sponsoren erhalten. Auch von Zuschauern haben wir sehr positive Rückmeldungen bekommen. Viele haben die Gelegenheit genutzt, Annika auch mal bei einem Kampf zu sehen, sonst ringt sie immer auswärts. Und sie dann noch in der Halle geblieben, als ihre Kämpfe vorbei waren.

Autor: bz