Kein Ansatz von Schwäche

uwo, bz

Von Uwe Rogowski & BZ-Redaktion

Mo, 10. Dezember 2018

Ringen

Ringer-Bundesligist TuS Adelhausen hält Riegelsberg bei null Punkten / RG Hausen-Zell zeigt sich bei 10:21 gegen Köllerbach wehrhaft.

RINGEN Bundesliga (uwo/BZ). Allmählich steigt der Puls bei den Adelhausern. Ein Kampf trennt den Tabellenführer der Staffel-Südwest noch vom Beginn der Playoffs um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Ringen (22. Dezember), die der Turn- und Sportverein als eines von vier gesetzten Teams mit feststehendem Heimrecht im Viertelfinal-Rückkampf (29. Dezember) aufnehmen wird. Danach wird neu ausgelost.

Dass der Vorjahres-Halbfinalist die Runde der letzten Acht ungeschlagen in Angriff nehmen wird, darf als sicher gelten. Nichts deutet auf den kleinsten Ansatz von Schwäche hin. Das vorletzte Duell der Hauptrunde wurde wie die zwölf Kämpfe zuvor gewonnen. Souverän wäre dabei noch zurückhaltend ausgedrückt. Als Blaupause für die K.o.-Runde taugte der Auswärtskampf beim Tabellenletzten und möglichen Absteiger KV Riegelsberg allerdings wie erwartet nicht. Zum zweiten Mal in dieser Saison wurde es zwar ein Zu-Null-Sieg auf der Matte (34:0), doch die Adelhauser gingen personell nicht an ihre Grenzen.

Unter anderem kamen Peter Öhler – technisch überlegener Sieg nach 172 Sekunden in der 98-Greco-Klasse – oder Roland Schwarz – Schultersieg nach 81 Sekunden im 80 Greco – zum Einsatz. Den möglichen kollektiven Punktewert (bis 28) reizten die Trainer Florian Philipp und Bernd Reichenbach aber nicht annähernd aus. Zwölf Zähler in der Summe der zehn aufgebotenen Ringer bedeutete Minus-Rekord für die TuS-Riege in der laufenden Saison. In der Regel waren es bislang 20 plus.

Zehn deutsche Ringer nominierten Philipp/Reichenbach, während der Gegner unter anderem mit sechs Eigengewächsen sogar einen Minuswert verzeichnete (-7). Nicht der Hauch von Spannung ergab sich, nur vier der zehn Kämpfe gingen über die volle Distanz, vier waren vor der jeweiligen Kampfmitte beendet. "Alle haben ihren Job erledigt", sagte Philipp. Nick Scherer (57 G) etwa zeigte ansteigende Form, er hatte Paul Riemer nach 50 Sekunden geschultert. Auch Michael Kaufmehl (86 F/10:2), Zsolt Berki (66 G/7:4) oder Stephan Brunner (75 F/16:1), der den zehnten Sieg im zwölften Saisonkampf verbuchte, zeigten souveräne Vorstellungen.

Den erwarteten Verlauf nahm auch der letzte Heimkampf dieser Saison für die RG Hausen-Zell. Der amtierende Vizemeister und fixe Playoff-Teilnehmer KSV Köllerbach war nicht der Maßstab für den Aufsteiger. Die RG verfestigte bei der 10:21-Niederlage mit drei gewonnenen Kämpfen und weiteren engen Duellen aber den Eindruck, gutes Bundesliganiveau erreicht zu haben, das ihnen gleich im ersten Jahr einen ungefährdeten Mittelfeldplatz verschafft hat. Mit den Worten "spannend, packend, hohes Niveau", umschrieb Köllerbachs Coach Thomas Geid den Kampfabend vor 350 Zuschauern in der Zeller Stadthalle, während RG-Coach Florian Hassler einmal mehr von einem beherzten Duell berichten konnte, in dem sich die Hausen-Zeller gegen ein nominell überlegenes Team "gut verkauft" hätten.

Das war umso mehr wert, da der Favorit das Risiko minimiert und voll gestellt hatte. 28 der möglichen 28 Punkte nahmen die Köllerbacher in Anspruch, unter anderem brachten sie die Top-Ringer Mihail Sava, Olympiateilnehmer Alexander Khotsianivskyi und Laszlo Szabo. Letzterem gestattete Florian Neumaier in der Greco-Klasse bis 80 kg lediglich einen Punkt (1:2). Das sei eines der Duelle gewesen, die "auch andersrum ausgehen konnten", so Trainer Hassler. Auch Virgil Munteanu (66 G) unterlag knapp, kassierte gegen Etienne Kinsinger ein 2:3. Seine zweite Niederlage in dieser Saison.

Für die zehn Heimpunkte sorgten Ivan Guidea (61 Freistil), Adrian Recorean (86 Freistil) und Oliver Hassler (98 Greco). Guidea blieb damit auch in seinem elften Saisonkampf ohne Niederlage, der Neuzugang hat sich als verlässliche Stütze etabliert – was auch Recorean bleiben soll. Der Rumäne, der mit Florian Hassler das RG-Team coacht, habe sich noch nicht entschieden, so Hassler, möglicherweise hängt der Routinier aber noch eine weitere aktive Saison dran. Es wäre kein Nachteil für den Bundesligisten.