Quantensprung mit Ehrgeiz meistern

uwo, bz

Von Uwe Rogowski & BZ-Redaktion

Mi, 06. Dezember 2017

Ringen

Ringerin Elena Brugger aus Eichsel vor Wechsel zu den Frauen / Lob von Landestrainer Mario Sachs.

RINGEN (uwo/BZ). Offiziell sind es die letzten Wochen für Elena Brugger bei den Juniorinnen. Vielleicht wird die Ringerin aus Eichsel ab dem kommenden Jahr noch hin und wieder im Übergangsbereich U 23 starten, in der Regel wird aber die Frauenklasse ihr neues Betätigungsfeld sein.

Dass Elena Brugger (TuS Adelhausen) das Zeug hat, auch dort zu reüssieren, steht nicht in Zweifel. Europameisterin, WM-Dritte, Deutsche Meisterin – Elena Brugger könnte sich einen hübschen Briefkopf erstellen lassen. Es sei zu den Senioren zwar eine Art "Quantensprung", sagt Landestrainer Mario Sachs, sich dort durchzusetzen, sei aber primär "eine Frage des Fleißes", und genau hier sieht er bei Brugger beste Voraussetzungen. "Sie zeichnet sich durch großen Ehrgeiz aus, sie zeigt große Leistungsbereitschaft." Nun gelte es weiter Kraft aufzubauen, die Technik zu verfeinern ("Da gibt es Luft nach oben") und noch mehr an "Taktik und Strategien zu arbeiten".

Bei Meisterschaften und Turnieren hat die 20-Jährige mehrfach ihr Niveau bewiesen – wie auch am Wochenende bei den Czarny Bór Open in Polen, wo die Freistilringerin Zweite der Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm wurde, dabei allerdings gleich einen Vorgeschmack auf das Niveau oberhalb der Kadetten und Junioren bekam. Brugger stand im ersten Kampf der Polin Maria Swieczak gegenüber und schulterte diese nach 8:2-Führung. Anschließend bezwang sie Anne Nürnberger aus Jena mit einem 12:2-Überlegenheitssieg. Im Finale wartete mit der Lokalmatadorin Katarzyna Krawczyk allerdings eine erfahrene Ringern, die 27-Jährige war 2016 bei Olympia und ist amtierende Militär-Weltmeisterin. Brugger lag am Ende auf den Schultern und verpasste Gold. "Sie hat einen guten Kampf gezeigt und trotzdem verloren", sagte Sachs. Erfahrungswerte.

Zuvor war sie beim 12. internationalen Turnier in Berlin als beste Kämpferin ausgezeichnet worden. Ihre vier Gegnerinnen waren ihrer Klasse nicht gewachsen, Brugger, die am Bundesstützpunkt Freiburg trainiert, gewann jeweils 10:0 technisch überhöht.

Auch WKG-Talent Meier bei Czarny Bór Open

Ebenfalls bei den Czarny Bór Open war Johanna Meier am Start. Das Talent der WKG Weitenau-Wieslet gewann bei den Juniorinnen bis 63 Kilo einen von drei Kämpfen, was aller Ehren wert sei, wie ihr Trainer betont. "Johanna ist mit einem Schlag sehr groß geworden, sie ist inzwischen größer als ich und musste zwei Gewichtsklassen überspringen", sagt Sachs. Entsprechend müsse sich die 18-Jährige erst an das neue Niveau anpassen. Doch Sachs ist bester Dinge: "Ich halte viel von ihr."