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14. Oktober 2015

Aufsteiger

Ringer des SV Eschbach: "Wir sind in der Liga angekommen"

Die Ringer des SV Eschbach verlieren gegen Aichhalden 10:15, doch die Stimmung ist gut / Rademacher beerbt Baumann als Trainer.

  1. Nach Aurelian Lecius (rot) überzeugendem Sieg stand auch das Publikum Kopf. Foto: Achim Keller

  2. „Edi“ Semke Foto: Achim Keller

RINGEN. Die erste Pleite seit fast drei Jahren in der heimischen, oktoberfestlich geschmückten Halle in Stegen-Eschbach tat der guten Stimmung am vergangenen Samstag keinen Abbruch. Die Zuschauer, die seit dem Regionalliga-Aufstieg im vergangenen Jahr noch zahlreicher erscheinen, feierten ausgelassen in Dirndl und Lederhosen Oktoberfest und ihre Mannschaft nach der umkämpften 10:15-Niederlage gegen den AB Aichhalden.

Die Ausgangslage war keine einfache für den SV Eschbach, obwohl die Ringer den Rücktritt ihres Aufstiegstrainers, Serghei Baumann, problemlos verarbeitet hatten. Was auch daran gelegen haben mag, dass dieser "nicht mehr den Rückhalt in der Mannschaft hatte", wie Matthias Martin, der Vorsitzende des SVE, erklärte. In Wolfgang Rademacher fand man einen erfahrenen Mann als Nachfolger, der vor 15 Jahren schon einmal Trainer in Eschbach gewesen war. Zuletzt war jedoch der Höhenflug von fünf Siegen in den ersten fünf Kämpfen jäh von Hausen-Zell gestoppt worden. "Den Umgang mit der Niederlage mussten die Jungs erst einmal wieder lernen", gab Martin zu.

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Und zunächst sah es so aus, als wäre die Mannschaft tatsächlich verunsichert. In den ersten vier Kämpfen waren Nick Scherer, Andreas Benitz, Timothy Dinzer, der sein Regionalliga-Debüt gab, und Eduard Frick unterlegen, Team-Ergebnis 0:13. Doch als Publikumsliebling Eduard Semke bis 66 Kilogramm Freistil durch seinen leidenschaftlichen Kampf mit drei aufeinanderfolgenden Beinschrauben die ersten Punkte fürs Heimteam gewann, war das Publikum wieder da. So gingen die Eschbacher mit einem Erfolgserlebnis beim Stand von 4:13 in die Halbzeit.

Aufholjagd wird nicht gekrönt

Nach der Pause, in der sich die Besucher, unter ihnen Ehrengäste wie Ringerlegende Adolf Seger, mit Weißbier und Brez’n versorgten, zeigte die Mannschaft, dass sie intakt ist. Julian Steinbach und Manuel Läufer entschieden beide ihre Kämpfe mit dem Gongschlag für sich – und die 350 Zuschauer standen Kopf. Die beiden knappen Duelle umrahmten Aurelia Lecius überlegenen 16:0-Sieg im Leichtgewicht.

So robbten sich die Eschbacher auf drei Punkte heran. Steffen Blum gab einen Sieg allerdings Sekunden vor Schluss noch aus der Hand. So stand es vor dem Schlusskampf 10:14. Mario Läufer brauchte damit einen Schulter- oder Überlegenheitssieg im Greco-Stil bis 75 Kilogramm, um zumindest ein Remis zu retten. Das Eigengewächs musste sich mit jedoch mit 2:3 geschlagen geben. Trainer Wolfgang Rademacher lobte seine Mannschaft anschließend für ihre gute Einstellung, betonte aber auch: "Die Technik ist bislang viel zu kurz gekommen. Es fehlt noch die Vielseitigkeit in den Angriffen." Nichtsdestotrotz ist er überzeugt, noch viel aus der Mannschaft herausholen und ihr seine Handschrift verleihen zu können.

Genügend Optionen hierfür sollten sich ihm im Training bieten. Seit dem Rücktritt Baumanns, mit dem Uneinigkeit über die Leistung eines von ihm empfohlenen Kämpfers bestanden hatte, sei die Zahl der Anwesenden im Training ebenso gestiegen wie die Intensität, erklärt Martin. Dass das Team nun zwei Kämpfe in Folge verloren hat, beunruhigt ihn hingegen nicht. "Die Euphoriewelle vom Aufstieg ist vorbei, wir sind jetzt richtig in der Liga angekommen."

Nachdem das erste Engagement Rademachers noch endete, weil der Verein den sportlichen Aufstieg nicht stemmen konnte, ist das heute anders. Unter Matthias Martin wuchsen die Strukturen stetig, das Engagement der Helfer ist riesig und der Verein stieg aus der Bezirksklasse bis in die drittklassige Regionalliga auf.

Martins Ansatz zielt hierbei auf die Jugend: "Was bringt mir eine gute erste Mannschaft, wenn da nichts nachkommt?" Deshalb sieht der Vorsitzende die Kämpfe ausdrücklich als Familienveranstaltung. Die Kinder sind eingeladen auf der Matte zu toben, auch noch zwischen den sich aufwärmenden Kämpfern.

Der Nachwuchs als Grundstein

Dass dies nicht selten zu Unmut bei den Gästeteams führt, lässt Martin kalt: "Damit müssen sie leben". So ist es nicht verwunderlich, dass ihn der Abgang des Bambini-Trainers Lukas Vögtle mehr schmerzt als der Verlust Baumanns. Passend zu Martins Einstellung hat sich der Verein für den nächsten Heimkampf (24. Oktober) wieder eine Aktion ausgedacht: Wer sich bis 18.30 Uhr (Kampfbeginn zweites Team) in Eschbachs Mehrzweckhalle einfindet, zahlt vergünstigten Eintritt. Die Nachwuchsringer wird’s freuen.

Bildergalerie zum Oktoberfest: mehr.bz/oktoberfest-in-eschbach

Autor: Constantin Bräunig