Skepsis im Schuttertal

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Fr, 07. September 2018

Ringen

BZ-CHECK: Der RSV wird Mühe haben, die Liga zu halten / RG Lahr will positiven Trend fortsetzen.

RINGEN. Die Saison, die am Wochenende beginnt, wird für den RSV Schuttertal eine schwierige. Der Klassenerhalt in der Oberliga Südbaden ist angesichts einer gewissen Erschöpfung im Kader und der Qualität der Konkurrenz nur schwer zu realisieren. Immer noch indes ringen die Schuttertäler eine Klasse höher als die RG Lahr. Diese will nach dem Aufstieg in die Verbandsliga mit der Hilfe begabter Nachwuchskräfte ihre sportliche Renaissance fortsetzen.

RSV Schuttertal
Seit der RSV Schuttertal in der Oberliga ringt, steht die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Anfang aller Bemühungen. Mittlerweile hat Mario Lauer, zuvor acht Jahre lang Nachwuchstrainer beim RSV, das Traineramt bei den Aktiven von Stefan Krämer übernommen, der nach drei Jahren den beruflichen Anforderungen den Vorrang gab. Lauer hatte 2012 selbst nochmals die Ringerschuhe für das Team geschnürt und einen wesentlichen Beitrag zum Aufstieg des RSV in die Oberliga geleistet.

Der Trainer Lauer blickt indes mit großer Skepsis auf die vor ihm liegende Runde. "Bei realistischer Betrachtung können wir die Liga fast nicht halten." Er verweist auf die Qualität jener Teams, die in die Liga gekommen sind: Der Verbandsligameister und Aufsteiger KSV Gottmadingen, bei dem der RSV am Samstag zum Auftakt antreten muss, habe sich mit zahlreichen neuen Kräften versorgt. Ihm traut Lauer sogar den direkten Durchmarsch zu. Auch die Absteiger aus Taisersdorf und Rheinfelden, die aus der Regionalliga kommen, verfügen seiner Ansicht nach über genügend Substanz, um eine gute Rolle in der Oberliga zu spielen. Er wartet, dass der SV Haslach, vielleicht auch der KSK Furtwangen mit dem RSV im Tabellenkeller konkurrieren.

"Das Niveau zu halten,

wird schwer, wenn man

keine Leute holt."

RSV-Coach Mario Lauer
Seine Skepsis begründet Lauer so: "Unsere Mannschaft hat viele Jahre gebraucht, bis sie dahin gekommen ist, wo sie jetzt steht. Sie ist fast schon über ihrem Zenit. Die Ringer, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, trainieren nicht mehr so intensiv wie früher, aus dem eigenen Nachwuchs kommen aktuell eigentlich keine Kräfte, mit denen man die Routiniers ersetzen könnte. Das Niveau zu halten wird schwer, wenn man keine Leute holt, wie das die meisten anderen Mannschaften machen." Der Rumäne Tomi Hinoveanu stellt eine Ausnahme dar.

Die Oberligamannschaft aus Schuttertal hat sich kaum verändert. Carlos Kiesel kam vom ASC Kappel. Bastian Frank, der schon im vergangenen Jahr aus Kappel zum RSV gewechselt war, aber mit Kreuzbandriss ausfiel, kommt nun dazu. Also praktisch ein Neuzugang. "Vielleicht ist der Abstieg gar nicht der schlechteste Weg für den RSV", sinniert Lauer. "Dann gewinnst du ein paar Kämpfe und bist wieder im Training mit mehr Motivation bei der Sache. Damit kann wieder etwas Neues wachsen."

Abgänge: keine.

Zugang: Carlos Kiesel (ASC Kappel).

RG Lahr
Die Meisterschaft in der Bezirksliga und der Aufstieg löste bei den Lahrer Ringern große Euphorie aus, bietet er doch den zahlreichen talentierten Nachwuchskräften endlich eine annehmbare Perspektive in den Mannschaftskämpfen. Im Team und im Verein gibt es ein hohes Maß an Kontinuität. Der ehemalige Olympionike Andreas Steinbach bildet zusammen mit Toni Oldak das Trainerteam der RG Lahr. Die Mannschaft hat kaum ein anderes Gesicht als jene, die den Sprung in die Verbandsliga erkämpfte.

Steinbach blickt durchaus zuversichtlich auf die Runde: "Wir haben eine sehr junge Mannschaft, mit vielen Talenten und großem Potenzial. Wenn die Jungs dies abrufen, können sie gegen starke Gegner über sich hinauswachsen." Das Ziel des Lahrer Trainergespanns ist, einen Platz im Mittelfeld zu erreichen, "aber wir stehen nicht unter Druck", sagt Steinbach. Gleichwohl ist aber klar: Diese Klasse muss nun unbedingt gehalten werden, damit die eigenen Talente nicht den Lockrufen von höherklassigen Vereinen erliegen. Diese Gefahr bestimmt Denken und Handeln bei der RGL.

Steinbach beschreibt eine besondere Komplikation. Die Talente befinden sich im Wachstum, "manche nehmen in drei Monaten zwei Kilogramm zu." So kann es vorkommen, dass ein Ringer in der Rückrunde nicht mehr in der gleichen Klasse wie in der Vorrunde auf die Matte gehen kann. Mit dem Rumänen Octavian Nicoara, vom ASV 1885 Freiburg gekommen, verfügen die Lahrer in den oberen Klassen, nicht im Super-Schwergewicht, über einen sehr starken Mann mit großer Erfahrung. Octavian ist vom Jahrgang 1983 und kann in der jungen Staffel eine wichtige Rolle spielen. "Wenn alle gesund bleiben, kann man mit dieser Mannschaft einiges erreichen. Wir sind Alle guter Dinge und wir fiebern dem Anfang entgegen." Als erste Nagelprobe für den Aufsteiger steht der Heimkampf am Samstag um 20 Uhr in der Reichenbacher Geroldseckerhalle an.

Abgang: David Ovsjanikov (ASV Vörstetten).

Zugang: Octavian Nicoara (ASV 1885 Freiburg).